Altvater, Elmar u.a.- NEOLIBERALISMUS - MILITARISMUS - RECHTSEXTREMISMUS
Die Gewalt des Zusammenhangs
Die Zeitschrift "Publik-Forum" am 11.10.2002: "Die Lektüre des Sammelbandes lohnt schon ein einziger Beitrag: die trockene Abrechnung des norwegischen Politikwissenschaftlers Johan Galtung, mit dem dominierenden Wirtschaftssystem, das er ‚Hyper-Kapitalismus' nennt."
Die "Pinzgauer Nachrichten" am 16.8.2001: "Anhand von verschiedenen Fallbeispielen wird das neoliberale Weltmodell beleuchtet, wobei die Autoren kritisch Unterdrückungszusammenhänge aus Börsenplätzen, Militärmacht und Weltmarkt aufzeigen. Diesen werden alternative Strategien und Entwürfe gegenübergestellt."
Die "Junge Welt" vom 1./2.9.2001: "Empfohlen werden kann das Buch vor allem, weil es einen repräsentativen Querschnitt jener theoretischen Vorstellungen anbietet, die heute im Umfeld der Reste von Friedens- und Ökologiebewegung kursieren. Und es tut wohl zu wissen, daß gegenwärtig auch außerhalb der marxistischen Linken ein dissidentes Potential vorhanden ist, das sich dem scheinbar alternativlosen kapitalistischen System noch nicht angepaßt hat."
Die "Internationale Zeitschrift für Kulturwissenschaften" Nr. 2/2001: "Wichtig sind die Analysen aber im Zusammenhang mit der potentiellen Destruktivkraft. Diese würde für eine vielfache Vernichtung der Erde ausreichen. Und hier ist die Entfaltung von Gegenkräften das Gebot heutiger Prozesse, wobei auch noch andere Möglichkeiten gesehen werden können, als sie von den AutorInnen dieses Buches beschrieben werden." Die Zeitschrift "analyse und kritik" vom 30.8.2001: "In der Auswahl der Artikel deckt das Buch ein breites Spektrum ab, die Zusammenstellung wirkt ein wenig willkürlich, da sich nicht alle Texte auf die Ausgangsfrage nach der Gewalt des Zusammenhangs beziehen."
Die internationale Zeitschrift für Kulturwissenschaften "Jura Soyfer" in ihrer Ausgabe 2/2001: "Wichtig sind die Analysen aber im Zusammenhang mit der potentiellen Destruktivkraft. Diese würde für eine vielfache Vernichtung der Erde ausreichen. Und hier ist die Entfaltung von Gegenkräften das Gebot heutiger Prozesse, wobei auch noch andere Möglichkeiten gesehen werden könnten, als sie von den AutorInnen dieses Buches beschrieben werden."
Die "Bücherschau 153" Nr. 4/2001: "Das lesenswerte Buch stellt markante Überlegungen vor. (...) Dabei wurden die Zusammenhänge zwischen Neoliberalismus, militärischer Aggressivität und einkalkuliertem Rechtsextremismus keineswegs gewaltsam, sondern höchst plausibel dargelegt."
ISBN 3-85371-168-5, 144 Seiten, br., Euro 11,90; sFr 21,90
Erschienen im Mai 2001
Sechs prominente KritikerInnen unserer ökonomisch verwertungsorientierten und politisch weitgehend homogenisierten Gesellschaft formulieren Diagnosen und Alternativen.
Für den norwegischen Friedensforscher Johan Galtung zeigt sich die Welt vor allem in einer spezifischen Verbindung von Neoliberalismus und militärischer Geostrategie, die aus der "Globalisierung" ein Hegemonieprojekt der USA macht. Diese Synthese nach dem Kalten Krieg war relativ erfolgreich bei der Zerschlagung von wohlfahrtsstaatlichen Strukturen in Westeuropa und der neuen Durchdringung Osteuropas. Dabei bleiben die Handlungsspielräume der Nationalstaaten, der zivilen Gesellschaft, der Gewerkschaften, der sozialen Bewegungen immer mehr auf der Strecke. Rechtsextremismus und Fundamentalismus sind strategische Mittel einer gesellschaftlichen "Mitte", die sich vom Abstieg bedroht fühlt. Transnational ausgerichtete NGOs und die Kommunen sind für Galtung die politischen Akteure des 21. Jahrhunderts, die "Kristallisationsorte der Gegenkräfte".
Für die Globalisierungstheoretiker Birgit Mahnkopf und Elmar Altvater sind reale Handlungspielräume des Sozialstaats nur herzustellen, wenn es gelingt, internationale Rahmenbedingungen zu verwirklichen. Erst eine Regulierung der Finanzmärkte und eine entsprechende Gesetzgebung seitens der Europäischen Union (Arbeit, Energie, Steuern und Zinsen) setzt den Nationalstaat in die Lage, erneut als Gesetzgeber aktiv zu werden und damit überhaupt erst wieder politisches Primat über ökonomische Prozesse zu erlangen.
Die feministische Theoretikerin Claudia von Werlhof zeigt sich skeptisch, inwieweit diese Rahmenbedingungen noch herstellbar sind. Werlhof macht insbesondere die sozialpsychologischen Dimensionen des "Gewalt-Zusammenhangs" zum Thema, die sie als eine "Kolonialisierung des Inneren" beschreibt. Als Ausweg plädiert sie für eine Politisierung des Lokalen und dafür, Selbstbehauptungs- und Gegenmachtstrategien des Südens fruchtbar zu machen. Die Schweizer Ökonomin Mascha Madörin spricht sich für eine feministische Perspektive in der Makroökonomie aus. Ihr Konzept stellt die Versorgung der Menschen in den Mittelpunkt und lenkt den Blick auf die täglich unbezahlt oder unterbezahlt geleistete Arbeit von Frauen.
Eine weitere Alternative bringt Wolfgang Sachs vom Wuppertal-Institut ein: Eine Strategie, die sich auf die Förderung von Dissidenz in der Mittelklasse im Westen konzentriert. Die hier vorgestellten sechs Diagnosen der gesellschaftlichen Wirklichkeit und die von allen AutorInnen diskutierten Alternativen spiegeln die existierenden Strömungen in der Linken und innerhalb der grünen Parteien Europas wieder. Sie können als Kern eines kritischen Diskurses betrachtet werden, der sich die Überwindung von Neoliberalismus, Militarismus und Rechtsextremismus zur Aufgabe gestellt hat.
Die AutorInnen:
Elmar Altvater ist Professor für Politikwissenschaft an der
Freien Universität Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Frage der
kapitalistischen Entwicklung, zur Staatskrise und zum Zusammenhang von
Ökonomie und Ökologie.
Johan Galtung gilt weltweit als der führende Vertreter der kritischen
Soziologie, insbesondere der Friedens- und Konfliktforschung. 1959 gründete
er das erste europäische Friedensinstitut in Oslo, 1987 wurde er mit dem
Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Er lehrt an Universitäten rund
um den Globus.
Mascha Madörin ist Publizistin und Ökonomin und arbeitete jahrelang
bei der Aktion "Finanzplatz Schweiz - Dritte Welt".
Birgit Mahnkopf ist Professorin für europäische Gesellschaftspolitik
an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin.
Wolfgang Sachs arbeitet seit 1993 als senior fellow am Wuppertal-Institut
für Klima, Umwelt und Energie. Seit 1994 Aufsichtsratsvorsitzender bei
Greenpeace/Deutschland.
Claudia von Werlhof ist Professorin am Institut für Politikwissenschaft
an der Universität Innsbruck und Mitbegründerin der Frauenforschung in
Deutschland.


