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Baumhackl/Habinger/Kolland/Luger u. a. - TOURISMUS IN DER "DRITTEN WELT" - vergriffen!

Zur Diskussion einer Entwicklungsperspektive

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Rulf Treidel in der "Zeitschrift für Weltgeschichte", 8. Jahrgang, Heft 1 im Frühjahr 2007: "Mit den vielfältigen Beiträgen halten die Herausgeber das Versprechen ein und diskutieren das Phänomen Tourismus in der ‚Dritten Welt' aus einer breiten Perspektive. Die Studien über die Auseinandersetzung mit dem ‚Fremden' durch touristische Aktivität und insbesondere die Analyse der kulturellen Folgen von Individualtourismus und Massentourismus tragen viel zum Verständnis eines eurozentristischen Weltbildes in Geschichte und Gegenwart bei."

Die "Wiener Zeitung" am 12.9.2006: "Der Band gibt Antworten auf Fragen zum Reisen in die "Dritte Welt" - und wirft viele Fragen auf. Ein über die meisten Strecken sehr fundiertes Buch - über die manchmal wissenschaftlich und damit unnötig komplizierte Sprache läßt sich hinwegsehen."

Die Zeitschrift "Integra" Nr. 2/2006: "Die Herausgeber möchten den Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit mit dem Buch eine Hilfestellung für die wirksame Ausrichtung von Strategien und Ansätzen im Entwicklungsländertourismus bieten. Durch die Vielfalt der behandelten Themen und die kritische Auseinandersetzung mit Tourismus und Entwicklung wird das Buch diesem Anspruch gerecht."

ISBN 3-85371-256-8, br., großes Format, 240 S., Euro 24,90, sFr. 42,30 VERGRIFFEN
Edition Historische Sozialkunde/ Internationale Entwicklung
Mit Beiträgen von Wolfgang Aschauer, Doris Byer, Thomas Herdin, Gabriele Dürbeck, Andreas Obrecht u.a.

Das Wachstum der Tourismusbranche in Entwicklungsländern wird seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert. Der Ausbau dieses Wirtschaftssektors führt zu einer stärkeren Integration in die Weltwirtschaft, deren ökonomische und politische Effekte je nach Einschätzung positiv oder negativ betrachtet werden. In den 1970er und 1980er Jahren beeinflusste die Auseinandersetzung zwischen Modernisierungs- und Dependenztheorie die Diskussion wesentlich. Aus modernisierungstheoretischer Sicht wurde Tourismus als Chance einer nachholenden Entwicklung begriffen. Als Vorteile wurden die Schaffung von Arbeitsplätzen, Devisen- und Steuereinnahmen sowie Umwegrentabilität gesehen. Zudem attestierte man diesem Sektor unter dem Schlagwort der "weißen Industrie" eine geringere Umweltbelastung.

Dieser positiven Betrachtung setzten kritische Studien, die im weitesten Sinn der Dependenzdiskussion zugeordnet werden können, eine deutlich skeptischere Einschätzung entgegen. Sie sahen im Tourismus weniger eine Möglichkeit zur Entwicklung als eine zur Unterentwicklung, also eine in Richtung abhängige Integration. Den reichen Ländern wurde ökonomische Dominanz vorgeworfen, die den Großteil der Einkünfte aus dem Tourismusgeschäft in die Zentralräume Westeuropas und Nordamerikas fließen ließ. Zwar würden, so die dependenztheoretische Sicht, einige lokale Gruppen vom Wachstum des Tourismus profitieren, dies wären jedoch nicht gesellschaftlich benachteiligte Schichten, sondern Eliten, die sich ihren Pakt mit den westlichen Investoren bezahlen ließen.

Es war die Zunahme der Zahl der Touristen in den 1970er Jahren in bis dahin wenig erschlossenen Regionen, die die ökologischen, kulturellen und sozialen Folgen bewusster machte. Die entwicklungspolitisch bedenklichen Wirkungen des Tourismus einerseits und die privatwirtschaftliche Ausrichtung andererseits haben dazu geführt, dass touristische Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit zunehmend nachrangig behandelt wurden.

Erst die Idee des "nachhaltigen Tourismus" hat ab Mitte der 1990er Jahre zu einem Wandel der Einstellung geführt. Und seit 2002 gilt der Tourismus wieder als Entwicklungsmotor - insbesondere in den am wenigsten entwickelten Ländern. Als neue Fragen stellen sich: Welches sind die wichtigsten ökonomischen Aktivitäten eines Landes? Wie ist es zu dieser Prioritätensetzung gekommen? Wer steht hinter diesen Aktivitäten und kontrolliert sie? Dieser Ansatz eröffnet die Möglichkeit, nach den bestimmenden Entwicklungsmustern im Tourismus zu fragen, d.h. die analytische Perspektive in den Vordergrund zu stellen.

Die HerausgeberInnen:
Herbert Baumhackl, Jahrgang 1943, arbeitet als Professor am Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien.
Gabriele Habinger, geboren 1961, ist Herausgeberin der "Edition Frauenfahrten" im Promedia Verlag sowie Universitätslektorin.
Franz Kolland, geboren 1954, ist Professor am Institut für Soziologie der Universität Wien. Kurt Luger, Jahrgang 1952, ist Professor am Institut für Kommunikations-wissenschaften der Universität Salzburg.

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