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Becker, Joachim/Komlosy, Andrea - GRENZEN WELTWEIT

Zonen, Linien, Mauern im historischen Vergleich

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Arno Tausch in der Zeitschrift „International“ Nr. III/2007: „Für die außenpolitisch tätigen EntscheidungsträgerInnen, die in der Literatur nach aktuellen Anhaltspunkten suchen, werden die Beiträge von Nolte, Komlosy, Hofbauer und Imhof zu den Themen Russland, Vergleich EU-Habsburg, Jugoslawien und die NAFTA vielleicht von besonderem Interesse sein, ohne den Wert der anderen Beiträge schmälern zu wollen."

Katarzina Stoklosa in der Zeitschrift "Totalitarismus und Demokratie" des Hanna-Arendt-Instituts im Heft 2/2005: "Der Sammelband von Joachim Becker und Andrea Komlosy erfüllt das von den Herausgebern gesteckte Ziel, die Grenzen in ihren unterschiedlichsten Erscheinungs- und Entwicklungsformen aufzuzeigen. (...) Das Buch ist nicht nur Forschern zu empfehlen, die sich mit Grenzen und Grenzregionen befassen, sondern verspricht auch anderen Interessenten eine spannende Lektüre."

Ines Friedrich in "Welttrends" Nr. 47/Sommer 2005: "Alles in allem ist es Becker und Komlosy gelungen, eine Reihe sehr lesenswerter Aufsätze in diesem Buch zusammen zu tragen."

Katarzyna Stoklosa in der "Zeitschrift für Internationale Diktatur- und Freiheitsforschung", Heft 2/2005: "Das Buch ist nicht nur Forschern zu empfehlen, die sich mit Grenzen und Grenzregionen befassen, sondern verspricht auch anderen Interessenten eine spannende Lektüre."

Jonas Pfau im Fachforum "Geschichte.Transnational" am 16.9.2005: "Dem Optimismus eines Teiles der gegenwärtigen konjunkturellen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem sozialen und kulturellen Phänomen Grenze setzen Joachim Becker und Andrea Komlosy mit dem von ihnen herausgegebenen Sammelband ‚Grenzen weltweit' einen kritischen Kontrapunkt entgegen. (...) Generell betonen Becker und Komlosy den hohen Homogenisierungsdruck, der innerhalb aller Grenzen herrscht, nach Außen wirkt und sich vor allem in rigiden Exklusionspraktiken äußert."

Die Zeitschrift "Sozial.Geschichte" in Heft 2/2005: "Dieser Sammelband spürt dem Wandel von Staatlichkeit und Grenzen nach."

Ines Friedrich in "Welttrends" Nr. 47/2005: "Neben Staatsgrenzen und Grenzen um Regionalblöcke geht es um innerstaatliche Grenzen, ökonomische Grenzen sowie um soziokulturelle, ethnische und religiöse Grenzen. Untersucht werden in den elf Beiträgen Formalität oder Informalität dieser Trennlinien, ihr Verlauf, die Art ihrer Markierung sowie ihre Durchlässigkeit. (...) Alles in allem ist es Becker und Komlosy gelungen, eine Reihe sehr lesenswerter Aufsätze in diesem Buch zusammen zu tragen."

Die Zeitschrift "Utopie kreativ" im März 2005: "Sozial- und Wirtschaftshistoriker legen hier eine bemerkenswerte Analyse zu einem der bedeutendsten Phänomene vor, das das Leben der Menschen beeinflußt. Sicher kann um den Rang und die Bedeutung von 'Grenze' als historisch-soziologische Kategorie, etwa im Verhältnis zum Nationalstaat, gestritten werden. Nicht zu übersehen ist, daß die Grenze erst den modernen Nationalstaat möglich machte."

"Das Argument" Nr. 257/2004: "Die soziale Welt weist eine Fülle von Grenzen auf, die sich nicht ausschließlich in politisch-institutionellen Formen widerspiegeln: System- oder Blockgrenzen, Status-, Wohlstands- und Klassengrenzen, ethnische und Geschlechtergrenzen. Diese werden vor allem in Hinblick auf den geographischen und sozialen Raum deutlich, den sie umgeben."

Die Zeitschrift "Asyl aktuell" Nr. 4/2004: "Die historische Entwicklung von Grenzen und ihrer verschiedenen Funktionen kann in Zeiten des forcierten Wandels äußerst erhellend sein. Wie verschiedene Staaten verschiedene Arten von (inneren) und (äußeren) Grenzen entwickelten, welche Funktion die Dramatisierung von Grenzen bei der Expansion großer Reiche spielte und wie die Wechselwirkung von Freizügigkeit und Kontrolle nicht nur territoriale, sondern auch soziale Grenzen definieren, ist Thema des ersten Teils des von Andrea Komlosy und Joachim Becker herausgegebenen Sammelbandes ‚Grenzen weltweit'."

Die Zeitschrift "Peripherie" im 24. Jahrgang/ Nr. 95/ 2004: "Grenzkonflikte, so die HerausgeberInnen des vorliegenden Sammelbandes, entzünden sich vornehmlich an der Frage des Ein- und Ausschlusses ‚bei der Nutzung materieller Ressourcen'. In ihrer Typologie und Chronologie weisen Joachim Becker und Andrea Komlosy den Staatsgrenzen eine besondere Rolle zu."

"Neues Deutschland" am 14.10.2004: "Analysiert werden in diesem Band Grenzverläufe sowie ihre Verschiebung und Auflösung vor allem in historischer und politischer Perspektive und von politökonomischen Ansätzen aus. Jene umfassenden Studien, die die Auflösung des Osmanischen und des Habsburgerreiches vergleichen oder die Migrationspolitik dieser Monarchie mit der heutigen Europäischen Union auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin befragt, fahren damit gut.

Das Internetportal www.oefse.at: "In dem Maße, wie der Staat an Kraft verliert, gewinnt die Region an Bedeutung. (...) Die AutorInnen diskutieren und analysieren im historischen Kontext wie auch aus raumplanerischen Gesichtspunkten die unterschiedlichen Funktionen von regional sowie sozial schärfer werdenden ‚Grenzen'..."

Die "Junge Welt" am 14.9.2004: "Der Band betrachtet und analysiert Grenzverläufe sowie ihre Verschiebung und Auflösung vor allem in historischer und politischer Perspektive. Insbesondere sozioökonomische Ansätze werden dabei gewählt. Die umfassenden - und - einzigartigen Studien, die die Auflösung von Osmanischem und Habsburger Reich vergleichen oder die letztere hinsichtlich ihrer Migrationspolitik mit der heutigen Europäischen Union auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin befragt, fahren damit gut."

Die "Berliner Zeitung" am 14.6.2004: "... hochinteressant sind die Vergleiche zwischen der Europäischen Union und der Habsburgermonarchie. Einer davon ist geeignet, uns den Glauben an eine scheinbare Selbstverständlichkeit unserer Gegenwart zu nehmen. Keineswegs nämlich gilt immer und überall: je größer die Binnenfreizügigkeit, desto rigoroser die Abschottung von der Außenwelt. Dazu ist Geschichtswissenschaft da. Die wehrt den ‚Angriff auf die übrige Zeit' ab. (...) Sie hilft uns, über die Grenzen unserer Gegenwart zu springen."

ISBN 3-85371-220-7, br., 264 S., großes Format, 21,90 Euro; 39,90 sFr.
Frauensolidarität, Grüne Bildungswerkstatt und Promedia Verlag
Reihe "Historische Sozialkunde"/ Internationale Entwicklung

Allerorts ist seit dem Fall des Eisernen Vorhanges von der Aufhebung von Grenzen die Rede, von Integration und Freizügigkeit als Ausdruck eines zusammenwachsenden "Global Village". Die Vervielfachung und Beschleunigung der Kapital-, Waren- und Migrationsströme gilt dafür als Indikator. Es scheint, als gehörten Grenzen der Vergangenheit an.

Bei näherem Hinsehen springen gleichwohl alte und neue Barrieren ins Auge. Zwar gibt es keinen Eisernen Vorhang und keine Berliner Mauer mehr, "Schengen" und die Befestigungslinie zwischen den USA und Mexiko grenzen indes Zentralräume von Randgebieten ab. Zudem existieren Mauern zwischen Stadtvierteln unterschiedlicher religiöser und ethnischer Gruppen von Belfast über Ustí/Labem bis Jerusalem. Zur Isolierung der Palästinenser in den besetzten Gebieten wird von Israel eine modernisierte Variante des "Eisernen Vorhangs" fertiggestellt. Neue Grenzen entstehen durch neue Staatsgründungen von Estland bis Moldawien. Zonen, Linien, Marken und Mauern sind also keineswegs von der Landkarte verschwunden.

In dem Maße, wie der Staat an Kraft verliert, gewinnt die Region an Bedeutung. Das Bemühen einzelner Regionen, sich im Standortwettbewerb in Szene zu setzen, begünstigt die jeweilige regionale Identität. Diese beruft sich auf Geschichte und Kultur und betont ihre Besonderheit. Sie zieht Grenzen zwischen dem "Eigenen" und dem "Fremden". Regionalismus tritt bei wettbewerbsfähigen Regionen zu Tage, die sich von schwächeren Konkurrenten abgrenzen wollen (Beispiel: "Padanien" gegenüber Italien, Slowenien gegenüber Jugoslawien, Tschechien gegenüber der Slowakei). Und er zeigt sich in peripherisierten Regionen, die die unfreiwillige Abkoppelung durch Beschwörung einer besonderen regionalen oder nationalen Identität kompensieren (Beispiel: Serbien).

Schließlich bringt der Übergang vom Wohlfahrts- zum Wettbewerbsstaat auch neue soziale Grenzziehungen mit sich. Auch in den so genannten entwickelten Ländern klaffen neuerdings überwunden geglaubte Gräben zwischen Reich und Arm. Umgekehrt schaffen MigrantInnen, die in ihrer Herkunftsregion keine Überlebensgrundlage mehr finden, neue soziale Milieus, die sich entlang transnationaler Achsen vernetzen, in den "Gastländern" jedoch oft scharfer Ghettoisierung ausgesetzt sind.

Im vorliegenden Band diskutieren AutorInnen wie Henning Melber (Uppsala), Paola Visca (Montevideo), Hans-Heinrich Nolte (Hannover), Helga Schultz (Frankfurt/O.), Viktoria Waltz (Dortmund) und Hannes Hofbauer (Wien) die unterschiedlichen Funktionen von regional sowie sozial schärfer werdenden Grenzen in einer Welt, deren Selbstverständis zunehmend ein grenzenloses geworden ist.

Die HerausgeberInnen:
Joachim Becker, Jg. 1960, ist Professor am Institut für Volkswirtschaftstheorie und -politik an der Wirtschaftsuniversität Wien. Zuletzt gab er bei Promedia den Titel "Geld Macht Krise. Finanzmärkt und neoliberale Herrschaft" (2003) heraus.
Andrea Komlosy, Jg. 1957, arbeitet als Professorin am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Zuletzt erschien von ihr bei Promedia "Grenze und ungleiche regionale Entwicklung. Binnenmarkt und Migration in der Habsburgermonarchie" (2003).

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