Becker/Hödl/Steyrer (Hg.) - KRIEG AN DEN RÄNDERN
Imperialismus und Gewalt von Sarajevo bis Kuito
Christian Fridrich in "GW-Unterricht" Nr. 105/ 2007: "Zahlreiche kompetente Autor/innen analysieren in erhellenden Beiträgen mit regional weit gestreuten Fallbeispielen die Dialektik von Imperialismus und Gewalt, von ökonomischer und militärischer Macht - stets im historischen und sozioökonomischen Kontext. Der Verlag legt damit erneut einen aufklärenden, tiefgründigen Sammelband vor, dem weite Verbreitung in der S II und in der Lehrer/innenbildung zu wünschen ist."
Daniel Hildebrand in der "Militärgeschichtlichen Zeitschrift" Nr. 65/2006, Heft 2: "Insgesamt enthält der Band nicht zuletzt dank einiger luzider Beiträge, unter denen sicherlich diejenigen von Herfried Münkler und Peter Lock herausragen, alle entscheidenden Merkmale, die es zu bedenken gilt, wenn es gilt, die Neuen Kriege in ihrer Spezifität von den "alten" zu unterscheiden."
Die Internetplattform "www.uni-kassel.de" am 28.11.2005: "Den AutorInnen des vorliegenden Bandes geht es um weit mehr als die Analyse der strukturellen Gewalt, die dem kapitalistischen Weltsystem inhärent ist. Es geht ihnen um manifeste, kollektive, (para)militärische, kurz: um die das beginnende 21.Jahrhundert prägende physische Gewalt und ihre Protagonisten."
Die "Österreichische Militärische Zeitung" Nr. 5/2006: "Das Buch enthält eine Vielzahl wirklich lesenswerter und interessanter Analysen und Beiträge, die aber derart unterschiedlichen Fragen nachgehen und eine so unterschiedliche Begrifflichkeit und wissenschaftliche Methodik verwenden, dass anstelle einer einzelnen Buchbesprechung eine Besprechung von 14 Einzelbeiträgen vonnöten wäre."
Die Zeitschrift "Friedensforum" im Dezember 2005: " ...werden nicht nur in den Regionalstudien mehrere Kontinente und Kontexte über unterschiedlich große Zeiträume analysiert, sondern auch zentrale Begriffe wie Asymmetrie, Legitimität und Gewalt von unterschiedlichen Perspektiven und Herangehensweisen aus kritisch erörtert."
Die Zeitschrift "afrika süd" Nr. 5/05: "Der Band bietet sowohl eine zugängliche und originelle theoretische Darstellung des Krieges als auch eine Reihe von spannenden Fallstudien, die dazu beitragen können, gängige, allzu einfache und eindimensionale Erklärungsmuster für Kriege in der Peripherie zu hinterfragen."
Gerd Bedzent in der "Jungen Welt" vom 28.11.2005: "Die in der jüngsten Vergangenheit geführten Kriege gegen periphere Regionen der Welt - genannt werden im soeben erschienenen Band ‚Krieg an den Rändern' die Aggressionen gegen Rest-Jugoslawien, gegen Afghanistan und gegen den Irak - sind für die Herausgeber Anlass, sich grundsätzlich mit Fragen des Krieges in der spätkapitalistischen Gesellschaft auseinanderzusetzen. Das Buch enthält 14 Beiträge von 16 österreichischen und deutschen Autorinnen und Autoren - zum Teil Analysen zu Triebkräften kriegerischer Konflikte in der Gegenwart, zum Teil konkrete Fallstudien zu vergangenen oder noch immer tobenden Kriegen."
ISBN 3-85371-237-1, br., großes Format, ca. 280 S., ca. Euro 24,90, sFr.
42,30
Reihe "Historische Sozialkunde"/ Internationale Entwicklung
Mit Beiträgen u.a. von Rudolf Burger, Klaus Theweleit, Käthe Kratz, Wolfram
Manzenreiter und Walter Schicho
Die Überwindung des "Kalten Krieges" hat den heißen Krieg zum Mittel für die Durchsetzung ökonomischer, politischer und kultureller Interessen werden lassen. An den Rändern der Welt ist daraus ein lang andauernder, ein permanenter Krieg geworden. Den AutorInnen des vorliegenden Bandes geht es um weit mehr als die Analyse der strukturellen Gewalt, die dem kapitalistischen Weltsystem inhärent ist. Es geht ihnen um manifeste, kollektive, (para)militärische, kurz: um die das beginnende 21. Jahrhundert prägende physische Gewalt und ihre Protagonisten. Diese soll sowohl in innerstaatlichen als auch in zwischenstaatlichen Konflikten analysiert werden. Die zentralen Fragestellungen entwickeln sich aus der Dialektik von militärischer und ökonomischer Macht, jeweils in sozio-ökonomischer und historischer Perspektive.
Staatszerfall, das Aufkommen von Privatarmeen und fundamentalistische Gewalt sind zu Merkmalen von gesellschaftlichen Auseinandersetzungen in den Peripherien geworden. Damit haben, so die verbreitete Meinung, die Kriege der Gegenwart eine neue Qualität erreicht. In den Zentren der Welt ertönt dagegen der Ruf nach "humanitären" Militärinterventionen. Ein so genannter "Krieg gegen den Terror" soll der Unordnung an den Rändern, im Süden und im Osten, ein Ende zu setzen.
Die AutorInnen fragen nach der Souveränität der Kriegsbeteiligten, verweisen auf Traditionslinien, die in die Zeit des Kolonialismus zurückreichen und zeigen komplexe Begründungszusammenhänge für die neue Gewalt auf. Geographisch spannt sich dabei der Themenbogen von der atomaren Drohgebärde im Konflikt zwischen Indien und Pakistan über die Destabilisierungskriege und ihre Erben in Angola/Mocambique bis zur Rolle Japans als Konkurrent oder Brückenkopf der US-Interventionen.
Die Herausgeber:
Joachim Becker, Jahrgang 1960, ist Ökonom und Politikwissenschaftler
und als ao. Univ.-Prof. am Institut für Volkswirtschaftstheorie und Volkswirtschaftspolitik
der Wirtschaftsuniversität Wien tätig. Er arbeitet zu Fragen der internationalen
politischen Ökonomie wie auch zu Kriegen in der Dritten Welt. Zuletzt
brachte er im Promedia Verlag (gemeinsam mit Andrea Komlosy) den Band
"Grenzen weltweit. Zonen, Linien, Mauern im historischen Vergleich" heraus.
Gerald Hödl, geboren 1965 in Graz, ist Historiker und arbeitet
als freier Wissenschaftler und Universitätslektor in Wien. Zuletzt übersetzte
er für den Promedia Verlag: Immanuel Wallerstein, Das Moderne Weltsystem
II. Der Merkantilismus.
Peter Steyrer, Jahrgang 1961, studierte Publizistik in Wien. Er
ist Mitbegründer der Deserteursberatung für geflohene Kriegsdienstverweigerer
und des Personenkomitees für Neutralität und arbeitet als EU-Koordinator
im Grünen Klub im Parlament in Wien.


