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Bernecker u.a. (Hg.) - LATEINAMERIKA 1870-2000

Geschichte und Gesellschaft

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Die "Bücher zu Lateinamerika" in ihrer Ausgabe 2007/2008: "Zum Nachschlagen von Fakten oder zur Vertiefung einzelner Themen ist dieses Buch eher nicht geeignet, als Übersicht über historische Themen aber sehr wohl"

Hans Pohl in der Zeitschrift "Das Historisch-Politische Buch", Heft 5/2007: "Die sehr unterschiedlichen 13 Beiträge behandeln jeweils in knappen Abschnitten mit einigen Literaturangaben die politische Entwicklung, Aufstände, Revolutionen, Wirtschaft, Bevölkerung, Urbanisierung, das Verhältnis Lateinamerikas zu den USA in drei Aufsätzen."

Oliver Commer in "Lateinamerikanachrichten" Nr. 404 im Febraur 2008: "Der Sammelband 'Lateinamerika 1870 - 2000 Geschichte und Gesellschaft' wendet sich vor allem an ein bereits informiertes Publikum. (...) Diejenigen LeserInnen aber, die zu einigen ganz spezifischen Fragestellungen an die lateinamerikanische Geschichte einen anspruchsvollen, wohl aber nicht vollständigen Überblick erwarten, sei dieses Buch durchaus ans Herz gelegt."
Lateinamerika

ISBN 978-3-85371-270-2, großes Format, br., ca. 280 S., 24,90 Euro, 42,70 sFr.
Edition Weltregionen

Nationale Revolutionen und soziales Elend kennzeichnen die Geschichte Lateinamerikas. Das Gleiche gilt für Diktaturen, wirtschaftliche Krisen und internationale Solidarität. Der vorliegende Band der "Edition Weltregionen" bietet eine Gesamtschau Lateinamerikas seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Mit den 1870er Jahren setzte in den meisten Staaten eine wirtschaftliche und soziopolitische Modernisierung ein, die als Einbindung des Halbkontinents in den globalisierten Warenverkehr interpretiert werden kann. Liberalismus prägte den Außenhandel der jungen Staaten; innenpolitisch galt es, viele Hürden auf dem Weg in die Moderne zu überwinden.

Eine Gesamtdarstellung Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert steht - noch stärker als eine solche für die Kolonialzeit - vor dem Problem der Diversität des Kontinents. Mit der Unabhängigkeit der lateinamerikanischen Staaten war die institutionelle Klammer der spanischen beziehungsweise portugiesischen Kolonialmacht entfallen. Die Modernisierungsschübe in verschiedenen Regionen verliefen zeitlich wie auch inhaltlich sehr unterschiedlich. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten, parallele Verläufe oder auch Sonderentwicklungen, die sich aus strukturellen Ähnlichkeiten der historischen Entwicklungen ableiten lassen. Einzelne Ereignisse wie etwa die mexikanische Revolution Anfang des 20. Jahrhunderts oder politische Persönlichkeiten wie Getúlio Vargas in Brasilien oder Juan Domingo und Evita Perón in Argentinien in der Zwischenkriegszeit prägten das politische Profil der jeweiligen Staaten.

Neben einer umfassenden chronologischen Darstellung befassen sich thematische Aspekte mit dem Phänomen der politischen Gewalt, der Suche nach einer eigenen (kontinentalen) Identität Lateinamerikas, der asymmetrischen Beziehung zwischen Lateinamerika und den imperialistischen USA, den strukturellen Fragen vom Umgang mit der indianischen Bevölkerung, der Entwicklung der Landwirtschaft sowie dem Katholizismus lateinamerikanischer Prägung. Eine mögliche gemeinsame lateinamerikanische Mentalität lässt sich im engeren kulturproduzierenden und kulturpolitischen Sinn nachzeichnen.

Der Band stellt eine überarbeitete und erweiterte Auflage des erstmals 2004 im Promedia Verlag erschienenen Buches dar.

Die HerausgeberInnen: Walther Bernecker, Jahrgang 1947, ist Professor am Sozialwissenschaftlichen Institut der Universität Erlangen-Nürnberg. Martina Kaller-Dietrich, Jahrgang 1963, ist als Professorin an der Universität Wien tätig. Barbara Potthast, Jahrgang 1956, beschäftigt sich als Professorin am Historischen Seminar der Universität Köln vor allem mit Frauen- und Geschlechtergeschichte sowie mit der Geschichte Paraguays und Zentralamerikas. Hans Werner Tobler, Jahrgang 1941, ist emeritierter Professor für Geschichte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Er arbeitet seit Jahren zur Geschichte Lateinamerikas.

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