Promedia Verlag
Wickenburggasse 5/12, A-1080 Wien
Tel: +43 1 405 27 02 | Fax: +43/1/405 27 02-22
e-mail: promedia@mediashop.at

Beyerl, Beppo - DIE BENEŠ-DEKRETE - vergriffen!

Zwischen tschechischer Identität und deutscher Begehrlichkeit

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 11.3.2003: "Der Autor trägt mit großer Sorgfalt alles zusammen, was gegen die Sudetendeutschen sprechen könnte. Selbst deren erfolgreiche Integration in der Bundesrepublik (...) wird mit der dubiosen Bemerkung abqualifiziert, dass man damit ‚ihr (der Sudetendeutschen) sich schon abzeichnendes Absinken in die Kleinkriminalität stoppen' wollte. Sätze solcher Art senken den ohnehin begrenzten Wert dieser oberflächlichen Publikation. Eher akzeptabel sind Abschnitte wie ‚Wilde Vertreibungen' und ‚Reaktion auf tschechischer Seite' auf die Vertreibungen der Sudetendeutschen. Insgesamt eine Art ‚Wechselbad-Lektüre'."

Die Mitteilungen der "Alfred Klahr Gesellschaft" im März 2003: "Beyerl greift das von den Sudetendeutschen Landsmannschaften verbreitete Geschichtsbild scharf an und legt die tatsächlichen Verhältnisse in der Zeit der Tschechoslowakischen Republik bis 1938 sowie in der Periode des ‚Reichsprotektorats Böhmen und Mähren' offen."

Der "ekz-Informationsdienst" im Dezember 2002: "Beyerl beschreibt die Situation der Sudentendeutschen in der 1. Tschechoslowakischen Republik, ihre Vertreibung sowie Entwicklung und Struktur der Landsmannschaft. Dabei räumt er mit einigen Mythen der sudentendeutschen Geschichtsschreibung auf, ohne Fehler und Menschenrechtsverletzungen auf tschechischer Seite zu verschweigen. Aktuell und solide, nur ein paar Druckfehler."

Die "Bücherschau" Nr. 157/2002: "Das Buch ist jedenfalls als Lektüre dringend zu empfehlen. Die Einsicht in die Zusammenhänge und Entwicklungen der Vergangenheit bewahrt vor vorschnellen Urteilen. Die Deutschsprachigen waren jedenfalls nicht nur Opfer einer Kollektivschuldthese. Sondern auch Täter. Verfehlungen gab es auf beiden Seiten."

Der "Kurier" vom 4.11.2002: "Einen fundierten Hintergrund liefert nun Beppo Beyerl in seinem Buch, das mit dem Untertitel ‚Zwischen techischer Identität und deutscher Begehrlichkeit' erschienen ist. Der Autor zeigt darin zuerst an einem konkreten Familienschicksal die Umstände, die zum völligen Auseinanderleben zwischen den Tschechen und den Deutschsprachigen geführt haben. (...) Abschließend versucht Beyerl auch positive Lösungs-Szenarien zu skizzieren. Er empfiehlt Wien und Prag, gegenseitiges Aufrechnen historischer Schuld zu unterlassen."

Die Zeitschrift "konkret" im November 2002: "Beyerls präzise Argumentation unterstreicht die politische und juristische Bedeutung der Dekrete für die staatliche Kontinuität der CSR. (...) Es ist das Verdienst von Beyerls Arbeit, diese historischen Hintergründe aufzuzeigen und deutlich zu machen, daß die Forderung nach Aufhebung der ‚Beneš-Dekrete' nur eine aktuelle Variante der jahrzehntelangen Kampagne der ‚Vertriebenenverbände' zur völkerrechtlichen Revision des Potsdamer Abkommens darstellt. (...) Wenig fundiert ist das Urteil des Autors über den tschechischen Widerstand."

Die Zeitschrift "Korso" im Oktober 2002: "Beyerl stellt sich allerdings klar gegen eine Aufhebung der Beneš-Dekrete - das hieße nämlich: auch jene, die ‚heftig arisiert, tschechisches Eigentum geraubt, Tschechen aus den Sudetenländern vertrieben und Kriegsverbrechen begangen haben', entschädigen zu müssen."

"Der Falter" Nr. 39/02: Gerade rechtzeitig hat der Promedia Verlag ein Buch veröffentlicht, das nicht nur die Geschichte und Bedeutung der Dekrete erklärt, sondern sich auch mit ethnischer Kollektivschuld und der Instrumentalisierung der Beneš-Dekrete durch die sudetendeutschen Landsmannschaften auseinandersetzt."

ISBN 3-85371-194-4, 136 S., 12x20 cm, br., VERGRIFFEN

Prag steht - wieder einmal - unter Druck. Der Druck kommt - wie gehabt - von rechts, von deutscher Seite. Die Aufnahme der Tschechischen Republik in die Europäische Union bzw. die bevorstehende Erweiterung des Brüsseler Einflussbereichs bietet den Rechten in Deutschland und Österreich Anlass genug, die tschechoslowakische Nachkriegsverfassung zu attackieren. Im Fadenkreuz der Angriffe aus Westen und Süden befinden sich die Beneš-Dekrete.

Mit insgesamt 143 Dekreten kämpfte der erste tschechoslowakische Präsident Edvard Beneš vom englischen Exil aus gegen das NS-Besatzungsunrecht. Er schuf damit die verfassungsmäßige Grundlage für eine neue, vorerst bürgerliche Republik. Fünf dieser Dekrete legitimierten auch die Vertreibung und Enteignung der deutschen Bevölkerung aus Böhmen, Mähren und der Slowakei. Der aktuelle Angriff von Jörg Haider, Edmund Stoiber, Otto Habsburg, dem Europäischen Parlament und anderen Persönlichkeiten oder Institutionen auf diese fünf Dekrete zielt - nach der antikommunistischen Restitution der Jahre 1990 bis 1995 - auf eine Wiedergutmachung für die 2,5 bis 3 Millionen vertriebenen Sudeten- und Karpatendeutschen.

Beppo Beyerl analysiert historische Ursachen und Verantwortung, zeigt Verfehlungen auf beiden Seiten und kritisiert sowohl die den Beneš-Dekreten zugrunde liegende These einer ethnischen Kollektivschuld als auch die von den sudetendeutschen Landsmannschaften betriebenen Revanchismusgelüste. Er bricht das jahrzehntelange Schweigen der Linken.

Ethnisch motivierte Vertreibungen fanden längst vor jenem Massenabschub der Deutschen aus Böhmen und Mähren in den Jahren 1945 und 1946 statt. Es waren Sudetendeutsche, die im Klammergriff mit Adolf Hitler die erste Tschechoslowakische Republik zerstört, Tschechen aus den an Deutschland angeschlossenen Bezirken vertrieben und schwere Verbrechen an den Bewohnern des Protektorats Böhmen und Mähren verübt hatten. 1945 wendete sich das Blatt. Die Tschechoslowakei fand sich auf Seiten der Siegermächte wieder; Regierung, Widerstandsgruppen und Teile der tschechischen Bevölkerung übernahmen die barbarischen Methoden der Unterdrücker, indem sie sie gegen die Deutschen anwandten. Die kollektive Vertreibung hat alle Deutschen gleich gemacht. Die völkerrechtliche Billigung durch die Alliierten im Potsdamer Abkommen hat dieses Unrecht gedeckt.

Heute dient die Forderung nach Abschaffung der Dekrete einem rechten, anti-slawischen politischen Kurs. Nach außen hin wird damit Anspruch auf Besitz und Kultur in Tschechien erhoben. Der von Prag gewünschte EU-Beitritt bietet für dieses erpresserische Schauspiel eine ideale Bühne.

Der Autor: Beppo Beyerl, geboren 1955 in Wien, Studium der Slawistik, lebt als freier Autor in Wien und Vitis (Niederösterreich). Er schreibt Reportagen in Wiener Tageszeitungen über Tschechien, Polen und Russland. Zuletzt sind von ihm erschienen: gemeinsam mit Gerald Jatzek "Lexikon der Nervensägen" (1998) sowie "Geschichten aus dem Abseits" (2001).

Bookmark and Share

Zurück