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Beyerl, Beppo - DIE EISENBAHN

Historische Weichenstellungen entlang des österreichischen Schienennetzes

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Die "Universitätsbibliothek Innsbruck" unter dem Kürzel "Gegenwartsliteratur 1459": Die Eisenbahn ist wahrscheinlich der trivialste Mythos, mit dem wir es in einer Gesellschaft zu tun bekommen. Auf Österreichisch heißt das, es gibt den Mythos vom politisch upgedateten Eisenbahner, den Mythos von Pionierleistungen im Streckenbau, den Mythos starker Lokomotiven und den Mythos einer starken Zukunft der Eisenbahn überhaupt. Beppo Beyerl räumt mit diesen Mythen ziemlich salopp auf, wahrscheinlich gelingt ihm das deshalb so gut, weil er erstens genau recherchiert hat, und zweitens seine Erfahrungen als aktiver Bahnbenützer authentisch sind."

Die "Wiener Zeitung" vom 20.5.2005: "In der Epoche der österreichischen Privatbahnen gab es in Wien ab etwa 1870 insgesamt sechs, kurz darauf sogar sieben Kopfbahnhöfe. (...) Und Karl Kraus ätzte: 'Nach Ägypten wäre es nicht so weit. Aber bis man zum Südbahnhof kommt."

Günter Dinhobl auf der Internetplattform www.ecology.at am 26.4.2005: "Der Journalist Beppo Beyerl hat in einer kleinen Publikation den Versuch unternommen, die österreichische Eisenbahngeschichte von den Anfängen bis in die heutige Zeit zusammenzutragen. (...) Die Beschreibungen der jüngsten Zeit gleichen dem Stil nach mehr einer Zeitungskolumne denn einer historischen Untersuchung."

Die "Bücherschau" Nr. 166 (1/2005): "Beppo Beyerl, vor kurzem mit einem ausgezeichneten Buch über die ‚Benes-Dekrete' weit über die Landesgrenzen bekannt geworden, hat sich nunmehr auf Bahnrecherche begeben. Das Resultat ist eine lesenswerte Studie über die Geschichte des österreichischen Eisenbahnwesens. (...) Das Buch ist ein MUSS für alle Eisenbahnbenutzer."

Die "Lok Rundschau" Nr. 217 vom Jänner/Februar 2005: "Auch wenn sich das Buch mit dem österreichischen (oder österreichisch-ungarischen) Eisenbahnwesen befaßt, kann es für Leser aus Deutschland interessant sein. Trotz aller Unterschiede springen Parallelen in der Entwicklung des Eisenbahnwesens der beiden Länder ins Auge. Die Schlußthesen Beyerls zu den Versäumnissen insbesondere der EU in den Bereichen Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung und Kostentransparenz im Verkehrswesen lassen sich nahtlos auf Deutschland übertragen. Wer sich eher allgemein für die Geschichte der Donaumonarchie und ihrer Nachfolgestaaten interessiert, wird in Beyerls Buch ebenfalls lesenswerten Stoff (und wertvolle Anhaltspunkte für weiterführende Literatur) finden."

Das "VCÖ-Magazin" Nr. 6/2004: "Der Autor, selbst leidenschaftlicher Bahnfahrer, spannt den Bogen von der Eröffnung der ersten dampfbetriebenen Strecke der Monarchie, der ‚Kaiser-Ferdinand-Nordbahn', bis zu den jüngsten Bahn-Reformen und Liberalisierungsbestrebungen der EU:"

"Global News" Nr. 3/2004: "Eine Schilderung der miserablen sozialen Bedingungen der Streckenbauer und Eisenbahner findet im Buch ebenso Platz wie Beyerls leidenschaftliches Plädoyer für die aussterbende Spezies des Bahnhofsgasthauses. Ein lesenswertes Buch, dem man ein paar Schlampereien gerne verzeiht."

ISBN 3-85371-227-4, br., 160 Seiten, 11,90 Euro; 21,30 sFr.
Edition Spuren

Wenn sich der Literat Beppo Beyerl auf Recherche begibt, dann fährt er mit der Bahn. Die jüngsten Reformen des öffentlichen Verkehrsnetzes, wie sie auf Druck Brüssels überall in Europa zur Zerschlagung und anschließenden Teil-Privatisierung der Bahnen stattfinden, nimmt der Autor und leidenschaftliche Bahnfahrer zum Anlass für eine Recherche. Die Geschichte des Eisenbahnwesens beschreibt er als eine Wiederkehr. Private Betreiber und der Staat lösen einander seit 175 Jahren dabei ab, Personen und Güter quer durch das Land zu befördern. Beppo Beyerl erzählt die Geschichte der österreichischen Eisenbahn, indem er historische Entwicklungen mit eigenen Anschauungen verbindet.

Die erste dampfbetriebene Strecke auf dem Territorium der österreichisch-ungarischen Monarchie - die "Kaiser-Ferdinand-Nordbahn" - wurde 1837 vom Bankhaus Rothschild errichtet, um die Kohlen aus Ostrau nach Wien zu transportieren. Damit konnte das Bankhaus konkurrenzlos die Kohlenpreise in der Donaumetropole diktieren. Der Nordbahn folgte ein privater Eisenbahnboom. Doch die Aktiengesellschaften sparten beim Material, die Kosten explodierten, die meisten Bahngesellschaften fuhren bald Verluste ein. Die Spekulanten verloren ihr Geld, viele Bahnlinien standen vor dem Ruin. Also sprang 1841 das Metternich-Regime den maroden Gesellschaften zur Seite und verstaatlichte jene Bahnlinien, die defizitär arbeiteten.

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ein dichtes Netz der k.k. Staatsbahnen geknüpft, das Triest mit Lemberg und Pula mit Pilsen verband. Nach dem Ende der Monarchie positionierte eine Reform die Bahn als "selbständigen Wirtschaftskörper", oberste Bahnmanager agierten ab 1930 als stramme austrofaschistische Parteigänger, deren erklärtes Ziel im Zurückdrängen des Einflusses der "roten Eisenbahner" bestand. Die österreichische Bahn steuerte ungebremst dem Untergang entgegen, vor dem sie, wie man zynisch formulieren könnte, nur die Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn retten konnte. Im Zweiten Weltkrieg vollbrachten die ostmärkischen Eisenbahner "Heldentaten", wenn es galt, Soldaten an die Front oder Juden in die Vernichtungslager zu bringen. Von Sabotageakten oder Widerstandsversuchen ist hingegen nicht viel zu berichten.

Nach dem Wiederaufbau folgte die Glanzzeit der Österreichischen Bundesbahnen. In der Ära Bruno Kreisky waren die verstaatlichten Betriebe - also auch die Bundesbahn - nahezu sakrosankt. Die Defizite stiegen mit konstanter Regelmäßigkeit. Die fehlende Kostenwahrheit beim Vergleich PKW-Bahn trug zusätzlich zum Bild der defizitären Eisenbahn bei. Die jüngste Strukturreform des Jahres 2003 filetierte den Gesamtkomplex Eisenbahn in mehrere Einzelteile, sprich: Holdings. Die Bahn ist sozusagen wieder im Jahr 1837 angelangt, die privatisierten Holdings müssen Gewinne abwerfen, oder die Bahnlinien werden eingestellt bzw. verkauft, falls sich zufällig ein Bankenkonsortium findet. Bis dann zehn Jahre später ...

Der Autor:
Beppo Beyerl, geboren 1955 in Wien, lebt als freier Autor in Wien und Vitis (Niederösterreich). Er schreibt Sozial- und Kulturreportagen in Wiener Tageszeitungen. Zuletzt erschien von ihm im Promedia Verlag "Die Benes-Dekrete. Zwischen tschechischer Identität und deutscher Begehrlichkeit".

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