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Bunsen, Marie von - IM RUDERBOOT DURCH DEUTSCHLAND - vergriffen!

Auf Flüssen und Kanälen in den Jahren 1905 bis 1915

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Die "Süddeutsche Zeitung" vom 15.7.1994: "Marie von Bunsen im Ruderboot Formosa, mit Hund und Sonnenschirm, Schleier und Revolver, Kakaopulver und Konserven, einem Packen ausgewählter Lektüre - und Sinn fürs Comme il faut. Gut vorbereitet also, mit viel Gespür in den Beobachtungen, Naturerleben und Gesellschaftskritik."

In der Zeitschrift "Rudersport" im Sommer 1994: "Wanderruderer unserer Tage werden neben den Beschreibungen von Landschaft und Leben zu Beginn des Jahrhunderts besonders gern jene Passagen lesen, die eigene Erfahrungen in Erinnerung rufen. Mit unverhohlenem Stolz verkündet Marie von Bunsen beispielsweise, daß sie die Müritz 'mit fliegenden Fahnen, aber heil' überquert und daß vor ihr 'vielleicht noch nie eine Dame im leichten, offenen Boot diese übelbeleumdete Strecke' überstanden habe."

Die "an.schläge" vom Februar 1995: "So zeigt das Buch die manchmal selbstironische Perspektive einer Frau, die ihre Geschlechtsrolle neu zu definieren versucht. Aber sie engagierte sich nicht innerhalb der Bewegung, war sogar gegen das Frauenstimmrecht. (...) Aber es sind auch diese Widersprüche einer emanzipierten Frau, die ... ihre autobiographischen Texte so interessant machen."

Das "Frauenblatt" vom Februar 1995: "Marie von Bunsen richtete sich jedoch selten nach der Meinung anderer, führte ihr Leben unabhängig und selbstbestimmt. In manchen Kreisen war sie daher nicht gerne gesehen und galt als zu modern."

In den "Zolltexten" vom September 1996: "Ihre Liebe zum Detail und ihre vielseitigen Interessen für Dorfleben, Architektur und Vegetation machen das Buch zu einem interessanten Reiseführer in eine vergangene Zeit."

ISBN 3-900478-78-3, 288 Seiten, gebunden, illustriert, mit Lesebändchen, 24.- Euro, 43.- sFr.
Edition Frauenfahrten VERGRIFFEN

Ihre erste Ruderpartie startet Marie von Bunsen im Juli 1905 in Potsdam. Zwei Wochen lang folgt sie mit ihrem Ruderboot "Formosa" dem Lauf der Havel bis zu deren Mündung in die Elbe. Die Ausrüstung für ihre Bootsfahrten ist denkbar einfach: Sie hat sich von ihrer Kammerzofe ein Schutzverdeck für das Boot fertigen lassen, das als kleiner Zeltraum dienen soll; doch die Konstruktion erweist sich als mangelhaft. Bei Übernachtungen im Freien, auf den harten, unbequemen Schiffsplanken, dient ein einfacher Jagdsack als Kälteschutz. Ein geborgtes Hündchen ist der einzige Reisebegleiter, und ein Revolver soll die einsam reisende Dame, die während der Ruderfahrten immer Handschuhe trägt, vor unangenehmen Überraschungen bewahren.

Eine Frau allein in einem Ruderboot ist für ihre Zeitgenossen eine ungewohnte Erscheinung, und erstaunte Fragen begleiten sie während all ihrer Bootsfahrten. Doch Marie von Bunsen fühlt sich nicht einsam - sie genießt vielmehr das beschauliche Dasein und die Ruhe und Abgeschiedenheit auf dem Wasser. Mit Humor und einem gehörigen Maß an Selbstironie schreibt sie von ihren kleineren und größeren Mißgeschicken. Begeistert schildert sie die ständig wechselnden Flußlandschaften und das einfache, natürliche Leben der Landbevölkerung. Sie besichtigt malerische Ortschaften, ehrwürdige Burgen und Schlösser entlang der Flüsse und weiß über alle Sehenswürdigkeiten und Orte Überlieferungen und Histörchen zu berichten. In farbenfrohen, lebendigen Schilderungen erweckt sie - gestützt auf ein umfassendes historisches und literarisches Wissen - immer wieder Begebenheiten aus der Zeit der Jahrhundertwende und davor zu neuem Leben.

Die Autorin: Marie von Bunsen wird 1860 in London während einer Reise geboren. Sie verfaßt nicht nur Reisebeschreibungen, sie hält ihre Eindrücke auch in Bildern fest. Malenderweise erkundet sie deutsche Gegenden. Auch nach dem Ersten Weltkrieg, als durch die Inflation ein Großteil ihres Vermögens dahingeschmolzen und die Reisebedingungen äußerst schwierig sind, läßt sich die Künstlerin ihre Wander- und Reisefreude nicht trüben. Selbst noch als 70jährige schmiedet sie neue, auch außereuropäische Reisepläne. Mit fast 82 Jahren stirbt die gesellige alte Dame im Juni 1941 in Berlin.

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