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Dietrich, Wolfgang - PERIPHERE INTEGRATION UND FRIEDEN IM WELTSYSTEM

Ostafrika, Zentralamerika und Südostasien im Vergleich

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Die Zeitschrift "International" im Herbst 1998: "Der auf zahlreiche Fakten gebaute Vergleich des integrationspolitischen Werdegangs der drei Regionen über einen Zeitraum von 100 Jahren weckt erhebliche Zweifel am friedenspolitischen Imperativ der Integration."

Die "Deutsche Welle" in ihrer Sendung "Das politische Buch" vom 9.9.1998: "Man mag Dietrich nicht in allen seinen systemtheoretisch abgeleiteten Thesen folgen. Aber lesen sollte man dieses keineswegs trockene, sondern höchst lebendig geschriebene Buch in jedem Fall."

Die Zeitschrift "Utopie kreativ" im März 1999: "Statt der eingangs vermuteten finalen Systemkrise wird sich die Welt nach Meinung von Dietrich doch wohl erst einmal auf das 'Kommen eines asiatisch-pazifischen Hegemonialzyklus' einrichten müssen."

ISBN 3-85371-132-4, 328 Seiten, br., Euro 24,90; sFr 44,50
Edition Weltgeschichte

Wolfgang Dietrich geht der Frage nach, ob der Zusammenhang zwischen Integration und Frieden tatsächlich so zwingend ist, wie es vor allem im unions-europäischen Selbstverständnis gemeinhin postuliert wird. Dabei stellt der Autor bewußt nicht die Europäische Union in den Mittelpunkt seiner Untersuchung, sondern Integrationsgebilde in den peripheren Zonen der drei südlichen Kontinente Afrika, Asien und Lateinamerika. In dreijähriger Forschungsarbeit wurden der "Gemeinsame zentralamerikanische Markt" (MCCA), die "Ostafrikanische Gemeinschaft" (EAC) und der "Verband südostasiatischer Staaten" (ASEAN) analysiert. Zum notwendigen Verständnis der aktuellen peripheren Integrationsprozesse greift der Autor bis in die Epoche der kolonialen Beherrschung der südlichen Halbkugel zurück und fördert im geschichtswissenschaftlichen Teil der Arbeit bislang wenig beachtete Fakten über internationale Verträge, Konferenzen und Abkommen der Kolonialmächte zur Integration der abhängigen Gebiete und Staaten in die kapitalistische Weltwirtschaft zu Tage.Wie schon in früheren Arbeiten bedient sich Dietrich methodisch der Weltsystemanalyse, verbindet diese nunmehr aber mit neuen Ansätzen eines postmodernen Verständnisses von Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften. Auf dieser Basis erarbeitet er erstaunliche Erkenntnisse über die Konstruktion und Rekonstruktion integrationspolitischer Mythen, die im historischen Ablauf einmal im kolonialistischen, ein anderes Mal im entwicklungspolitischen Gewande daherkommen, ohne sich dabei substantiell zu verändern. Der auf zahlreichen Fakten gebaute Vergleich des integrationspolitischen Werdegangs der drei Regionen über einen Zeitraum von mindestens 100 Jahren weckt erhebliche Zweifel am friedenspolitischen Imperativ der Integration. Besonders interessant ist dabei die Behandlung Südostasiens, jener Region also, die in der wissenschaftlichen Diskussion oft als Gegenbeispiel zu den Grundannahmen der Weltsystemtheorie angeführt wird. Friedliche Integration war auch dort nicht möglich.

Der Autor: Wolfgang Dietrich, geboren 1956 in Innsbruck, studierte Germanistik, Geschichte und Rechtswissenschaften und lehrt zur Zeit als Dozent an den Universitäten Innsbruck und Wien. Mehrere Publikationen in den Bereichen Internationale Beziehungen, Menschenrechte und Entwicklungspolitik.

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