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Edelmayer/Hausberger/Potthast (Hg.) - LATEINAMERIKA 1492-1850/70

Geschichte und Gesellschaft

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Die elektronische Zeitschrift „Schattenblick“ am 28. September 2007: „Es bleibt die Herausforderung einer derart breit angelegten Gesamtdarstellung einer ganzen Weltregion, noch dazu über den gewaltigen Zeitraum vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, weder der umfassenden chronologischen Darstellung die Konturschärfe der Einzelaspekte zu opfern, noch sich in Detailfragen zu verrennen und darüber das Ringen um den roten Faden aus dem Blick zu verlieren.“

Thomas Fischer in „Das historisch-politische Buch“ im Heft 1 des 55. Jahrgangs: „Die jährlich stattfindenden und in der Reihe Weltregionen publizierten Wiener und Salzburger Rindvorlesungen zu Lateinamerika gehören zum Besten und Kostengünstigsten auf dem deutschsprachigen Markt über diese Weltregion.“

Klaus Küpper in "Bücher zu Lateinamerika" 2005/2006: "Aufsätze zu Wirtschaftsräumen und Märkten, zu Kirche, zu Drogen, zur Familienstruktur u.a.m. ergänzen die Anthologie zu einem auch für interessierte Laien - nicht zuletzt auf dem Hintergrund der sogenannten Globalisierung - lesenswerten Band."

Die Zeitschrift "Amerindian Research" Nr. 2/2006: "Man kann den Herausgebern bescheinigen, eine gute Studie vorgelegt zu haben. Die einzelnen Beiträge untersuchen die Entwicklung der Region Lateinamerika aus verschiedenen Blickwinkeln. (...) Leider fehlt dem Band ein zusammenfassendes Kapitel, (...) es ist leider nur eine Sammlung von Artikeln geworden. Diese sind jedoch von der Qualität, die bereits die Beiträge der anderen Bände aus dieser Reihe (Edition Weltregionen) auszeichnet."

Der "www.literatur-report.de" im Mai 2006: "Vor allem im Kontext rund um die sogenannte Globalisierung erscheint die historische Sicht auf Lateinamerika von größter Bedeutung. (...) Der vorliegende Band versucht, diese Entwicklung in ihrer ganzen Vielfalt anhand ausgewählter thematischer Querschnitte darzustellen. Er beschränkt sich dabei nicht auf die Zeit vor der Unabhängigkeit der lateinamerikanischen Staaten, sondern setzt den zeitlichen Endpunkt am Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts."

Der "ekd-Informationsdienst" ID 10/06: "Zielgruppen sind Fachwissenschaftler, fortgeschrittene Studierende einschlägiger Fächer und politisch Interessierte mit Vorkenntnissen."

ISBN 3-85371-242-8, br., großes Format, 264 Seiten, 24,90 Euro, 42,30 sFr.
Mit Beiträgen von Gerhard Pfeisinger, Wolfgang Gabbert, Ute Schüren, Christian Büschges, Silke Hensel u.a.
Edition Weltregionen

Am 12. Oktober 1492 landete Christoph Kolumbus, der genuesische Seefahrer im spanischen Dienst, auf einer kleinen Insel der Bahamas. Dieser Tag gilt als der Beginn einer neuen Epoche der Weltgeschichte, der "Neuzeit". An ihm trat Amerika, eine "Neue Welt", ins Bewusstsein Europas. Nach der Entdeckung dauerte es nicht lange, bis es unterworfen wurde. Damit begann die Neuzeit als Zeitalter des Kolonialismus, der die Welt durch mehr als vierhundert Jahre prägen und tief greifend verändern sollte.

Vor allem im Kontext der Debatten rund um die so genannte Globalisierung erscheint die historische Sicht auf Lateinamerika von größter Bedeutung. Tatsächlich lässt sich ja für fast alles, was man für typisch und kennzeichnend für die neue Weltsituation hält, auch schon Entsprechungen in der frühen Neuzeit finden, und die lateinamerikanische Geschichte belegt das deutlich: Verdichtung des Weltverkehrs und des Welthandels, transkontinentale Kapitalflüsse und Migration, neue Informationsnetzwerke, Transkulturalität, Kultur- und Wissenstransfer, Rekonstruktion, Hybridisierung, Fragmentierung und Multiplizierung von Identitäten, ethnische und religiöse Fundamentalismen. Der häufige Einwand, die frühen Globalisierungsprozesse hätten nur einen schmalen Ausschnitt der Menschheit betroffen, erscheint mindestens überprüfungswürdig. Gerade von Lateinamerika kann man mit ziemlich gutem Recht behaupten, dass seine Transformation im 16. Jahrhundert viel dramatischer, tiefgehender und folgenreicher war, als alles was dem Kontinent von neoliberalen Reformern heutzutage zugemutet wird.

Aus der Kolonialzeit schöpfen auch alle Entwürfe einer latein-, hispano- oder iberoamerikanischen Identität ihre grundlegenden Argumentationen. Die Entstehung neuer kreolischer Identitäten, die sich im Gegensatz zu den Europaspaniern begriffen und schließlich den Unabhängigkeitsbewegungen des frühen 19. Jahrhunderts und den aus ihnen hervorgehenden Prozessen der Staats- und Nationenbildung den Weg bereiteten, wurde schon in den Anfängen der kolonialen Herrschaft grundgelegt.

Der vorliegende Band versucht diese Entwicklung in ihrer ganzen Vielfalt anhand ausgewählter thematischer Querschnitte darzustellen. Er beschränkt sich dabei nicht auf die Zeit vor der Unabhängigkeit der lateinamerikanischen Staaten, sondern setzt den zeitlichen Endpunkt am Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Erst dann erfuhr Lateinamerika nach der Konsolidierung der neuen Staaten im Rahmen liberaler Reformen tiefgreifende Veränderungen, die zahlreiche in der Kolonialzeit grundgelegte Strukturen modifizierten oder veränderten, ohne dass das koloniale Erbe bis heute restlos überwunden wäre.

Die Herausgeber:
Friedrich Edelmayer ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität Wien. Bernd Hausberger lehrt am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin. Barbara Potthast ist Leiterin der Abteilung für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte am Historischen Seminar der Universität Köln. Alle drei sind Mitherausgeber der "Edition Weltregionen", die im Promedia Verlag erscheint.

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