Edlinger, Fritz - BEFREIUNGSKAMPF IN PALÄSTINA
Von der Madrid-Konferenz zur Al Aqsa-Intifada
Der "Generalanzeiger" am 29.5.2002: "Wie es sein könnte, steht auf den letzten Seiten des Buches: ein freies und unabhängiges Palästina, akzeptiert vom Nachbarn Israel, ein vereintes Jerusalem als Hauptstadt beider Staaten, ein bilaterales Sicherheitsabkommen und die feste Absicht aller Anrainerstaaten, die Region nach dem Vorbild der EU in eine Nahost-Gemeinschaft umzuwandeln."
Die "Wiener Zeitung" am 22.4.2002: "In 14 Beiträgen werden in diesem hochaktuellen und wohl auch brisanten Buch jene Hintergründe aufgerollt und mit Zahlen und Fakten unterlegt, deren Kenntnis für eine sinnvolle Beurteilung des israelisch-palästinensischen Konflikts und der gegenwärtigen Eskalation absolute Voraussetzung sind. Zu Wort kommen dabei unter anderem so prominente Nahost-Kenner wie John Bunzl oder der mittleweile verstorbene Faisal Husseini."
Die Sendung "Politische Bücher" im "NDR" am 14.4.2002: "Der Historiker Ludwig Watzal beispielsweise setzt das Wort ‚Friedensprozess' in seinem Kapitel über die beiden Osloer Abkommen konsequent in Anführungszeichen. (...) Weder Rabin noch Peres, so der Autor in seiner kritischen Bilanz, hätten die Ehre des Nobelpreises verdient."
"Der Tagesspiegel" am 8.4.02: "Immer wieder zitieren die Autoren israelische Politiker, die ihren Machtanspruch für die gesamte Region nicht mehr hinter diplomatischen Floskeln verstecken. Vieles von dem, was unter großer öffentlicher Anteilnahme in den letzten Jahren in Verträge gegossen wurde, ist, so belegen die Autoren, nicht einmal das Papier wert, auf dem es geschrieben wurde."
Das "Südwind-Magazin" vom Jänner/Februar 2002: "Fritz Edlinger strebt als Generalsekretär der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen kein objektives, ausgeglichenes Buch an, vielmehr ein brisantes, provozierendes. So zieht er auch mit dem Osloer Friedensprozess, der kolonialistischen Politik der israelischen Führung und dem Zionismus ‚als einer Rechts- und Lebensordnung, die auf Ungleichkeit beruht', hart ins Gericht."
Der "ekz-Informationsdienst": "Zehn Jahre nach der Madrider Friedenskonferenz fällt die Bilanz des Bandes (...) aus pro-palästinensischer Sicht negativ aus."
ISBN 3-85371-178-2, br., 240 Seiten, Landkarten, Zeittafel, br., Euro
17,90; ; sFr 32,50
Mit Beiträgen von Abu Ala, Faisal Husseini, Helga Baumgartner, Yossi Beilin,
Uri Avnery, Yvonne Schmidt u.a.
Erschienen im Oktober 2001
Vor zehn Jahren wurde den Palästinensern, nach zwei Generationen Krieg und Demütigung, ein eigener Staat versprochen. Doch Israel scheint nicht bereit dafür zu sein. Blutig geht die stärkste Militärmacht des Nahen Ostens gegen die arabischen Menschen in den besetzten Gebieten und im eigenen Land vor. Die Al Aqsa-Intifada ist Ausdruck des palästinensischen Widerstandes gegen die im Kern rassistische Politik der israelischen Führung. Fritz Edlinger beleuchtet mit Hilfe ausgewiesener Kenner der Thematik die Hintergründe dieser „zehn verlorenen Jahre“. Geworden ist daraus ein hochbrisantes Buch, das die Verquickung von Großmachtinteressen in der Region ebenso ans Tageslicht bringt wie es den Zionismus als eine Rechts- und Lebensordnung darstellt, die auf Ungleichheit basiert. Ein Buch, das heftige Debatten auslösen wird.
Mit der internationalen Friedenskonferenz in Madrid 1991 sollte ein neues Kapitel des israelisch-palästinensischen Konfliktes aufgeschlagen werden. Trotz der offensichtlichen Strategie des damaligen israelischen Ministerpräsidenten Shamir, diese Verhandlungen ins Leere laufen zu lassen, setzten viele große Hoffnungen in diesen neuerlichen Versuch, zu einer friedlichen Lösung eines der gewaltsamsten Konfliktes unserer Tage zu kommen. Doch die zentralen Probleme des israelisch-palästinensischen Konfliktes sind nicht einmal annähernd gelöst: Israel hat sich bislang kaum bis gar nicht gesprächsbereit gezeigt, über das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge, über den endgültigen Status von Jerusalem und über die Räumung der israelischen Siedlungen zu verhandeln, geschweige denn über die Anerkennung eines eigenständigen palästinensischen Staates. Die in Oslo 1993 vereinbarte Übergangsphase wurde ständig verlängert und immer neue Forderungen erhoben. Die Zahl der israelischen Siedlungen steigt beständig, die Isolierung und Abriegelung der palästinensischen Gebiete hat für die Palästinenser katastrophale wirtschaftliche und soziale Auswirkungen angenommen und setzt die gesamte Bevölkerung einem unwürdigen Dasein aus.
Die Einschätzung, wonach „Oslo“ die Palästinenser in eine Falle gelockt hat, ist somit nicht völlig von der Hand zu weisen. Der provokante Besuch des damaligen israelischen Oppositionsführers und späteren Ministerpräsidenten Ariel Sharon am Haram Al Sharif war der entscheidende Funke, der einen Volksaufstand (die Al Aqsa-Intifada) ausgelöst hat. Dieser Kampf wird von beiden Seiten weitaus entschlossener und blutiger geführt als die erste Intifada. Die zweite Intifada begreift sich nicht nur als Aufstand gegen die israelische Besatzungspolitik, sondern durchaus auch als Protest gegen die eigene politische Führung. Der „Friedensprozeß“ ist zehn Jahre nach seinem hoffnungsvollen Beginn in eine ausweglose Sackgasse geraten. Kurzfristige politische Manöver werden nicht ausreichen, den unabdingbaren Dialog zwischen Israelis und Palästinensern in geordnete Bahnen zu lenken.
Der Herausgeber:
Fritz Edlinger, geboren 1948 in Wien, ist Generalsekretär der „Gesellschaft
für Österreichisch-Arabische Beziehungen“. Er arbeitet seit Jahren mit
den führenden Intellektuellen, Medienleuten und Politikern im arabischen
Raum zusammen.


