Edlinger, Fritz (Hg.) – LIBYEN
Hintergründe, Analysen, Berichte
Pressestimmen zum Buch:
Die Zeitschrift "Wildcat" Nr. 92 im Frühjahr 2012: "Man muss den Hut ziehen; mitten in Bürgerkrieg und Nato-Intervention ist es gelungen, zu handfesten und tragfähigen Einschätzungen zu kommen. Einige der Analysen haben sich in den letzten Monaten durch die Aufteilung des Landes in verschiedene Einflussgebiete der bewaffneten Milizen bereits bestätigt."
Das "ekz-bibliotheksservice" Nr. ID 2011/49: "Dies ist ein spannender, gut zu lesender Reader zu einem wichtigen Aspekt des arabischen Aufbruchs, der die unübersichtliche Lage zu verstehen hilft. Kein Vergleichstitel bekannt."
André Scheer in der "Jungen Welt" vom 12./13. November 2011: "Unabhängig von den weiteren Entwicklungen in Libyen dürfte dieses Buch auch in einigen Monaten noch wertvolle Informationen liefern - und das ist eine ziemliche Leistung in diesem Moment."
Joseph Croitoru in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am 16. November 2011 zum Beitrag von Thomas Hüsken: "Hüsken zufolge verhieß der Aufstand jungen Männern nicht zuletzt die Aussicht, aus den einengenden tribalen Verhältnissen, die sie zu strengem Gehorsam gegenüber den Älteren verpflichten, auszubrechen. Der ohnehin schwelende Generationenkonflikt könnte sich durch das gesteigerte Selnbstbewusstsein der jungen Kämpfer (...) noch weiter verschärfen und sie der Stammesgesellschaft zusätzlich entfremden."
Die "Zeit-Fragen" am 20. Dezember 2011: "Wer nach einer realistischen Grundlage für einen echten Friedensaufbruch in diesem krisengeschüttelten Land sucht, dem sei dieses Buch wämstens empfohlen."
Rupert Neudeck in der Zeitschrift "Africa positive" Nr. 44/12: "Ein Buch schlägt viele Facetten des räumlich riesengroßen Landes auf und berücksichtigt die ganz aktuellen Entwicklungen."
Peter Blastenbrei auf der Seite "www.titel-magazin.de" am 16. Dezember 2011: "Insgesamt teilt der Band also das oft beklagte Manko der gesamten Libyenforschung, nämlich ungleichgewichtig zu sein und nur Teilaspekte abzudecken. Unverständlich ist die völlige Nichtbeachtung der zahlreichen italienischen Arbeiten zum Thema (der italienische Bibliotheksverbundkatalog bietet allein zum Stichwort »Gheddafi« 90 Titel). Eine kurze Zeittafel zur jüngeren Geschichte Libyens, die Texte der UN-Resolutionen 289 von 1949 (Staatsgründung Libyens) und 1973 von 2011 (Flugverbot) und eine überaus lesenswerte Kritik des österreichischen Rechtsphilosophen und UN-Beraters Hans Köchler an der fatalen Flugverbotsresolution ergänzen ein Buch, das man leider nicht in allen seinen Teilen empfehlen kann."
Die Zeitschrift "Zukunft" im November 2011: "Das Ziel der Beiträge dieses Bandes ist es, wichtige Aspekte der jüngeren Geschichte Libyens zu analysieren, zentrale Merkmale der ethnischen, sozialen und wirtschaftlichen Situation zu charakterisieren (...) und mögliche Entwicklungsszenarien für die kommenden Jahre zu präsentieren."
Der Medienspiegel der "Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft" im November 2011: "Zwar lebte Gaddafi noch bei Redaktionsschluss dieses Buches, war aber schon von der Bildfläche verschwunden. Der Band enthält zehn informative Analysen mit vielen Hintergrundinformationen verschiedener Experten."
ISBN 978-3-85371-330-3, br., 208 Seiten, 15,90 Euro
Mit Beiträgen von Karin Leukefeld, Peter Strutynski, Thomas Hüsken, Konrad Schliephake,
Gerd Bedszent, Awni al Ani, Stefan Brocza u.a.
Der Band beleuchtet die Hintergründe des libyschen Machtkampfes und versucht, Antworten auf die brennendsten Fragen zu geben: Wie kam es dazu, dass ein ursprünglich revolutionäres, antikolonialistisches Projekt der Herrschaft des Volkes zu einer Diktatur über das Volk verkommen ist? Was ist vom neuen Libyen zu erwarten? Kommt es gar zu einer Teilung des Landes? Und welche Interessen vertritt der Westen tatsächlich mit seinen Bomben und Marschflugkörpern?
Fritz Edlinger hat führende ExpertInnen versammelt, die sich seit langem mit der Geschichte Libyens beschäftigen und aus erster Hand mit den aktuellen Ereignissen vertraut sind. Awni al Ani, gebürtiger Iraker und langjähriger UN-Repräsentant in Libyen, schildert seine persönlichen Eindrücke über die Widersprüchlichkeit und die Schwerfälligkeit des libyschen Systems. Wissenschaftler mit ausgiebigen Libyenerfahrungen wie der Bayreuther Anthropologe Thomas Hüsken, die Wiener Sozialanthropologin und führende Tuareg-Spezialistin Ines Kohl und der Würzburger Geograf Konrad Schliephake beleuchten die wesentlichsten Aspekte der Gesellschafts-, Sozial- und Wirtschaftsstruktur Libyens.
Der Berliner Autor Gerd Bedszent fasst die Leistungen und Defizite der 42-jährigen „Volksherrschaft“ zusammen. Fritz Edlinger, Herausgeber des Bandes und seit 1974 regelmäßiger Besucher Libyens, schildert in einem persönlichen Resümee die Faszination der Figur Muammar Gaddafi für europäische Linke und Grüne Anfang der 1980er Jahre. Der Wiener EU-Beamte Stefan Brocza beschreibt als Insider das Scheitern der europäischen Mittelmeerpolitik, während der Kasseler Friedensforscher Peter Strutynski die Strategien der NATO und der EU in Nordafrika behandelt. Eine kritische Beschreibung der Berichterstattung der europäischen Mainstream-Medien von der deutschen Journalistin Karin Leukefeld sowie ein Aufsatz der Grazer Juristin Yvonne Schmidt über die völkerrechtlichen Aspekte des Transformationsprozesses in Libyen runden das Buch ab.
Eine kurze Zeittafel über die geschichtliche Entwicklung Libyens seit Anfang des 20. Jahrhunderts soll eine historische Einordnung aktueller Ereignisse erleichtern.
Das primäre Ziel der Publikation ist es, wichtige Aspekte der jüngeren Geschichte Libyens zu analysieren, zentrale Merkmale der ethnischen, sozialen und wirtschaftlichen Situation zu charakterisieren, die Interessen verschiedener Machtzentren im Land und wichtiger externer Mächte zu beschreiben und mögliche Entwicklungsszenarien für die kommenden Jahre zu präsentieren.
Der Herausgeber
Fritz Edlinger, geboren 1948 in Wien, ist Generalsekretär der „Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen“. Gemeinsam mit Erwin M. Ruprechtsberger veröffentlichte er 2010 den Band „Libyen. Geschichte – Landschaft – Gesellschaft – Politik“ bei Promedia.

