Edlinger, Fritz / Ruprechtsberger, Erwin M. (Hg.) - LIBYEN
Geschichte - Landschaft - Gesellschaft - Politik
Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:
Gerd Bedszent in der "Jungen Welt" am 16. August 2010: "Für die Herausgeber des Bandes war der 40. Jahrestag der Ausrufung der Republik Anlaß, die deutschsprachigen Leser etwas umfassender mit Geschichte und Gegenwart des nordafrikanischen Staates vertraut zu machen. Herausgekommen ist ein buntes Sammelsurium von Beiträgen verschiedener Spezialisten. Sehr interessant sind die Ausführungen von Erwin M. Ruprechtsberger und Herbert Eisenstein über die Geschichte Libyens bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, in dem beispielsweise über den antikolonialen Widerstand gegen das faschistische Italien informiert wird. Unterrepräsentiert ist das der Kolonialzeit folgende Königreich Libyen sowie der Sturz der Monarchie am 1. September 1969"
Die Hamburger "Zeitschrift für Politikwissenschaft" am 28. April 2010: "Der Band bietet indessen eine Mischung aus allgemeinen Überblicksdarstellungen – insbesondere zur Geschichte des Landes, aber auch zur Geologie, zur Bevölkerungsentwicklung und zur Politik der Annäherung an den Westen – und Analysen zu einzelnen Aspekten. Letztere betreffen in mehren Beiträgen das Verhältnis zwischen Libyen und Österreich. Erwähnenswert ist vor allem der Aufsatz von Maria Steiner über die Beziehung zwischen Gaddafi und Bruno Kreisky, der einer der wenigen westeuropäischen Politiker war, so die Autorin „die für sich in Anspruch nehmen konnten, sich ein persönliches Bild von Gaddafi gemacht zu haben."
Bettina Akremi in der Zeitschrift "Südwind" im März 2011: "Libyen ist, so der Herausgeber - jedenfalls soweit es den deutschsprachigen Raum betrifft, für viele eine Art 'weißer Fleck' auf der Landkarte ..."
Peter Autengruber in der "Bücherschau" Nr. 188 (3/2010): "Das mit zahlreichen Farbabbildungen, Graphiken und Illustrationen versehene Buch ist eine empfehlenswerte Lektüre für all jene, die mehr über das Land, seine Geschichte, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft erfahren möchten, als in den Medien üblicherweise verbreitet wird."
Der "Medienspiegel der deutsch-maghrebinischen Gesellschaft" im März 2010: "Das zahlenmäßig begrenzte Literaturangebot über Libyen wird durch dieses Buch unbedingt bereichert, auch für deutsche Interessenten."
Wolfgang Berg im "Forum Politikunterricht" Nr. 83/ 2010: "Dass das Libyen Gaddafis bis vor wenigen Jahren als Schurkenstaat geächtet war und sich selbst gegenüber dem westlichen Ausland völlig abgeschottet hatte, ist zweifellos ein gewichtiger Grund für unsere geringen Kenntnisse über dieses Land. Halbwegs Abhilfe schffen die dreizehn Beiträge im vorliegenden Band. (...) Der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen, die diese Veröffentlichung vorangebracht hat, ist es mit diesem Sammelband jedenfalls gelungen, das Interesse an diesem fern-nahen Land zu wecken."
Die Zeitschrift "International" in ihrer Ausgabe 1/2010: "Ein interessantes und lesenswertes Buch, das viele Hintergründe der jüngeren Geschichte Libyens erläutert."
ISBN 978-3-85371-307-5, br., farbig bebildert, 264 Seiten, 17,90 Euro, 32.- sFr
Regelmäßig zieht Libyen die Aufmerksamkeit internationaler Medien auf sich. Diese Aufmerksamkeit bleibt zumeist an Einzelphänomenen haften oder reproduziert in Westeuropa und den USA tief verwurzelte Vorurteile. Seit der Streichung Libyens von der im globalen Kontext skurril anmutenden schwarzen Liste der USA sind es eher Kuriosa wie der libysch-schweizerische Streit, der in der libyschen Idee nach der Auflösung letzterer gipfelte, die das Bild des nordafrikanischen Landes in unseren Breiten prägen. Allenfalls noch die Rolle von Gaddafis Sohn Saif al-Islam mit seiner „Gaddafi-Stiftung“ bei Befreiungsaktionen westlicher Geiseln in Mali oder anderen Ländern der Sahara findet Eingang in eine Berichterstattung, die ansonsten kein Interesse an einer tiefer gehenden Beschäftigung mit wohl einem der spannendsten Entwicklungsphänomene dieser Welt zeigt.
Das Land selbst, seine Geschichte, seine Kultur und auch seine Gegenwart sind nur wenigen bekannt. Indes: Aufmerksamkeit tut not. Immerhin zählt Libyen zu den bedeutendsten Erdölproduzenten der Welt mit wachsender wirtschaftlicher Bedeutung. Es ist nicht nur einer der flächenmäßig größten Staaten Afrikas, sondern – nicht zuletzt weil es derzeit den Präsidenten der Afrikanischen Union stellt – auch eine der bestimmenden politischen Kräfte des Kontinents. Der Wille, einen eigenständigen politischen Weg zu gehen, strahlt auch auf andere afrikanische und arabische Staaten aus.
Historisch wird der Bogen von der bis in früheste Zeiten menschlicher Besiedlung zurück reichenden Epoche über das punische Karthago-Reich und die römische Herrschaft bis zur italienischen Kolonisierung gespannt. Naturwissenschaftlich werden die faszinierende und vielgestaltige Flora und Fauna des sich vom Mittelmeer in die Sahara erstreckenden Landes untersucht. Eigene Beiträge widmen sich Minderheiten wie den Tuareg oder dem Projekt, Wasser aus den Tiefen der Wüste an die fruchtbarere nördliche Küste zu pumpen. Politisch und ökonomisch setzt sich eine Reihe von AutorInnen mit dem Libyen von heute auseinander, der den Feudalismus sprengenden Revolution von 1969, dem als „grün“ titulierten dritten Weg mit seinem Partnerschaftsmodell anstelle von kapitalistischer Verwertungslogik und kommunistischer Kollektivierung, den Außenbeziehungen des Landes seit dem Handschlag zwischen Muammar Gaddafi und Österreichs Kanzler Bruno Kreisky im Jahre 1982 sowie dem Anschlag von Lockerbie 1988 und seinen Auswirkungen. Ein statistischer Anhang fasst aktuelle Daten über Land und Leute zusammen.
Die Herausgeber:
Fritz Edlinger, geboren 1948 in Wien, ist Generalsekretär der „Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen“.
Erwin Ruprechtsberger lehrte bis 2006 am Institut für Alte Geschichte und Altertumswissenschaften der Universität Salzburg, seit 2006 Gastprofessor am Institut für Archäologie der Universität Graz.


