Fragner, Bert/Kappeller, Andreas (Hg.) - ZENTRALASIEN
13. bis 20. Jahrhundert. Geschichte und Gesellschaft
Die Zeitschrift "Damals" in der Nr. 1/2007: "Am Ende erfährt man von Ingeborg Baldauf, was es für das Leben der Muslime in Zentralasien bedeutete, Objekt der bolschewistischen Zivilisierungsmission zu werden. Vor allem während der Stalin-Zeit wurden Traditionen zu nationalen Eigenschaften, weil sie von den Bolschewiki kriminalisiert wurden."
Die Wiener "Presse" am 30.9.2006: "Der Geschichte und Gesellschaft Zentralasiens widmet sich der neueste Band der in Wien verlegten, einzigartigen ‚Edition Weltregionen'. Allein die Herausgeber, Iranistik-Professor Bert Fragner und der Osteuropa-Ordinarius der Uni Wien, Andreas Kappeler, bürgen für wissenschaftliche Qualität auf höchstem Niveau."
Der "ekz-Informationsdienst" unter der Nummer ID36/06-BA10/06: "Eingeführte Reihe. Dieser Band vermittelt in 11 Kapiteln aus der Feder renommierter Wissenschaftler Informationen und (kultur)-historische Zusammenhänge über einen geo-politischen Raum, der vom Kaspischen Meer bis zum Altay-Gebirge reicht und der heute nur mehr als Brennpunkt der Weltpolitik wahrgenommen wird. (...) Ab mittleren Bibliotheken uneingeschränkt empfohlen."
Die Redaktion "Schattenblick" am 5.9.2006: "'Zentralasien' ist schon deshalb zu empfehlen, weil es bisher kaum Lektüre über diese konfliktgeladene, von Großmachtinteressen belagerte Region gibt. Der Promedia Verlag betritt mit seinem Band 13 der Edition Weltregionen gewissermaßen Neuland".
ISBN 3-85371-255-X, br., großes Format, 228 Seiten, Euro 24,90; sFr.
42,30
Edition Weltregionen
Mit Beiträgen von Paul Georg Geiss, Gabriele Rasuly-Paleczek, Uwe Halbach,
Ingeborg Baldauf u.a.
Die Revolution im Iran, die Kriege in Afghanistan, der Kollaps der Sowjetunion und die Entstehung fünf neuer Staaten sowie die damit verbundenen strategischen und ökonomischen Interessen der USA, Russlands und anderer Mächte haben Zentralasien in den letzten Jahrzehnten in den Blickpunkt des politischen Interesses gerückt. Gleichzeitig verbinden sich mit dem historischen Zentralasien Assoziationen über die Seidenstraße, blühende islamische Zentren wie Buchara und Samarkand und blutige Eroberer wie Dschingis Chan und Timur Lenk. Das 19. Jahrhundert war geprägt vom legendär gewordenen "Großen Spiel", dem Ringen Russlands um Landzugänge zum Indischen Ozean und Englands Bemühen, eben dies zu verhindern.
Der vorliegende Band will Informationen über den historischen Raum Zentralasien vermitteln, die zur Orientierung einer breiteren Öffentlichkeit in Geschichte und Gegenwart beitragen sollen. Dies erscheint auch deswegen als erwünscht, als es in deutscher Sprache nur wenige Überblicksdarstellungen gibt.
Die Herausgeber haben einen multiperspektivischen Zugang zum Thema gewählt. Zunächst muss der Begriff Zentralasien in Geschichte und Gegenwart diskutiert und abgegrenzt werden. In vormoderner Zeit hatte Zentralasien mehrfach zentrale weltgeschichtliche Positionen inne: so erfolgte die kulturelle und wirtschaftliche Vermittlung zwischen Vorder, Süd- und Ostasien über diesen Landstrich; von hier nahmen mehrere Völkerwanderungen ihren Ausgang; und das größte zusammenhängende Territorialreich, das jemals in der Geschichte existierte - das Reich der Mongolen unter den Nachfahren Dschingis Chans - wurde von Zentralasien aus regiert. Erst seit dem 18. Jahrhundert ist diese weitläufige Landschaft zwischen dem Kaspischen Meer, Tibet, China und der Mongolei allmählich in den Schatten der Weltgeschichte geraten, aus dem es jetzt wieder herauszutreten scheint.
Als Autoren wurden Orientalisten (Turkologie, Iranistik), Ethnologen, Sprachwissenschaftler, Historiker und Politikwissenschaftler gewonnen, die Zentralasien jeweils aus dem Blickwinkel ihrer Disziplin darstellen. Diese Vielfalt vermittelt unterschiedliche inhaltliche und methodische Zugänge, womit ein facettenreiches Bild Zentralasiens garantiert werden kann.
Die Herausgeber:
Bert Fragner, Jahrgang 1941, ist Direktor des Instituts für Iranistik
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Nach dem Studium der
orientalistischen Fächer Islamwissenschaft, Turkologie, Arabistik und
Iranistik sowie Völkerkunde und Slawistik verbrachte er zahlreiche Forschungsaufenthalte
in der Region.
Andreas Kappeler, Jahrgang 1943, ist Professor am Institut für
Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien. Seine wissenschaftliche
Laufbahn startete er nach dem Studium der Geschichte und der Slawischen
Philologie an der Universität Zürich, verbrachte einige Jahre in Köln
und ist seit 1997 in Wien tätig.


