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Friessner, Helmut - DEMOKRATIE IM FADENKREUZ

Die Attacken der Weltwirtschaft auf die demokratische Ordnung

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Wolfgang Storz in "Publik-Forum" am 11. Januar 2008: "Gelungen ist Friessner jedoch ein meist flüssig geschriebenes, materialreiches Werk, in dem mit Gewinn stöbern kann, wer wissen will, was Globalisierungskritiker debattieren und denken. Gewichten muss der Leser jedoch selbst."

Erhard Crome in der Berliner Zeitschrift "Das Blättchen" am 19.3.2007: "Der größte Feind der Demokratie ist in der Gegenwart die kapitalistische Globalisierung. Obwohl liberale Kapitalwirtschaft und Demokratie aus der gleichen Kinderstube der bürgerlichen Gesellschaft kommen, ist Kain jetzt dabei, Abel zu erschlagen, ohne dadurch der unsteten Rastlosigkeit seines Umherirrens entkommen zu können. Das könnte man als das Fazit der umfänglichen Studie von Helmut Friessner ansehen."

Der "ekz-Informationsdienst" im März 2007 (132.726.3): "Der Autor, Philosoph und Jurist, hat wohl die gesamte globalisierungskritische Literatur rezipiert. Er fasst die laufende Debatte auch gut verständlich zusammen, allerdings wird die Lektüre durch ein Übermaß an Zitaten erschwert."

Fritz Keller in der Zeitschrift "Alternative" Nr. 11712/2006: "Friessners Resümee: Bei den meisten bisherigen Privatisierungen blieben die Lasten öffentlich, während der Profit privat wurde. Der öffentliche Dienst müsste daher bei Steigerungen seiner Wirtschaftlichkeit nicht durch einseitige Kostenrechnung, sondern durch umfassende Wirksamkeitsanalyse erhalten bzw. ausgebaut werden."

Das "Rupertusblatt" am 3.12.2006: "In einem Exkurs zum Thema werden die wichtigsten ideologischen und religiösen Grundlegungen des Kapitalismus aufgearbeitet."

Fritz Keller in der "Bücherschau" Nr. 173 (2006): "Helmut Friessner versucht in seiner Studie, die(se) Bewegung zur ökonomischen Globalisierung in ihrer neoliberalen Ausprägung an Hand der aus der Literatur und anderen Medien gesammelten Fakten in übersichtlicher Form darzustellen. (...) Ein möglicher Sammelpunkt zum Gegensteuern sind für ihn die Städte und Gemeinden als Selbstverwaltungskörper zur genossenschaftlich-gemeinschaftlichen Aufgabenerledigung."

ISBN 3-85371-262-2, br., 344 Seiten, 21,90 Euro, sFr. 39,90
Edition Forschung

Die ungeheuren Kräfte einer entfesselten Weltwirtschaft zerstören zunehmend die Fundamente der demokratischen Ordnung. Mit dem Nationalstaat verliert die bürgerliche parlamentarische Demokratie ihre "erste Adresse". Die Verwalter von supranationalen Gebilden wie die Europäische Union entfernen sich systematisch vom Souverän und begeben sich mehr und mehr unter den wirtschaftlichen Verwertungszwang der großen Konzerne. Der Philosoph und Jurist Helmut Friessner stellt in seinem vorliegenden Buch Fragen nach den tieferen Ursachen der neoliberalen Entgleisung des westlich-liberalen Gesellschaftsmodells, die im System selbst grundgelegt scheinen.

Der Autor schließt damit an bestehende "Globalisierungskritik" an und versucht darüber hinaus in einer umfassenden kulturphilosophischen Analyse einen Blick in die Geheimnisse des kapitalistischen Wirtschaftens und der damit untrennbar zusammen hängenden bürgerlichen Arbeits- und Lebensbestimmung zu werfen. Globalisierungskritik erweitert sich zu einer historisch fundierten Auseinandersetzung. In ihrem Zentrum wird die Genese jener aktuellen Entwicklung behandelt, deren unermessliche Einseitigkeit gerade dabei ist, jene Freiheit und Autonomie zu zerstören, die mit dem Versprechen kollektiver Selbstbestimmung in der historischen Form demokratischer Institutionen und Organisationen verbunden waren bzw. sind. Zahlreiche Beispiele aus dem Umfeld des Sozialstaats, der "Arbeitsdemokratie" und der kommunalen Selbstverwaltung belegen diese These.

In einem Exkurs zum Thema werden die wichtigsten ideologischen und religiösen Grundlegungen des Kapitalismus aufgearbeitet. Den Kern dieses Abschnitts bilden Einsichten in die bürgerlichen Grundaxiome Privateigentum, Arbeit und Geld mit jeweils grundsätzlichen und aktuellen Bezügen. So werden die kolonial orientierte Doppelbödigkeit des anglo-amerikanischen Freiheits- und Eigentumsverständnisses ebenso beschrieben wie die aktuelle Veränderung des privaten Eigentumsschutzes in der Volksrepublik China, das Recht auf Faulheit sowohl aus der Sicht von Paul Lafargue als auch von Gerhard Schröder referiert oder die nach Aristoteles "allernaturwidrigste Logik des Zinses" bis zur aktuellen Shareholder-Value-Mentalität heraufentwickelt.

Der Autor:
Helmut Friessner
, Jahrgang 1949, ist als promovierter Jurist und Philosoph mit freiberuflicher Forschungsarbeit an der Universität Klagenfurt (bei Peter Heintel) befasst: Im Zentrum seines Interesses stehen politische, ökonomische und soziale Analysen mit dem Schwerpunkt demokratischer Lebensbestimmung und/oder kollektiver Autonomie. Die Ausrichtung seiner Forschungstätigkeit im Feld politischer Philosophie nimmt auf autonome Prozesse künftiger Gesellschaftsentwicklung und nachhaltiges Kulturverhalten Bezug.

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