Grau, Inge/Mährdel, Christian/Schicho, Walter (Hg.) - AFRIKA -Überarbeitete Neuauflage!
Geschichte und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert
Die Fachzeitschrift "Wochenschau Methodik" in ihrer Nummer 4/5, Juli-Oktober 2003: "Die Wiener Afrikawissenschaftler haben in den letzten Jahren bemerkenswerte Forschungsergebnisse vorgelegt, vor allem in bezug auf Überblicksdarstellungen, die - heute nicht mehr selbstverständlich - empirisch fundiert sind. Bei dem Band haben sich die Verfasser davon leiten lassen, der wachsenden Angst vor dem ‚Fremden' sowie dem zunehmenden Rassismus dadurch zu begegnen, dass sie über Prozesse, die Europa seit dem 19. Jahrhundert eng mit dem afrikanischen Kontinent verbinden, aufklären. Ein Buch, dem viele Leser zu wünschen wären, sind die Beiträge doch mit etlichem Erkenntnisgewinn verbunden."
Die Zeitschrift "Geschichte/ Redaktion G im Sailer-Verlag" im Juli 2003: Die Wiener Afrikawissenschaftler haben in den letzten Jahren bemerkenswerte Forschungsergebnisse vorgelegt, vor allem in Bezug auf Überblicksdarstellungen, die - heute durchaus nicht mehr selbstverständlich - empirisch fundiert sind. (...) haben sich die Verfasser davon leiten lassen, der wachsenden Angst vor dem ‚Fremden' sowie dem zunehmenden Rassismus dadurch zu begegnen, dass sie über Prozesse, die Europa seit dem 19. Jh. Eng mit dem afrikanischen Kontinent verbinden, aufklären. Die Folgen des Kolonialismus werden verdeutlicht. Ein Band, dem viele Leser zu wünschen sind, sind die Beiträge doch mit etlichem Erkenntnisgewinn verbunden."
ISBN 3-85371-161-8, 280 Seiten, Format 24x17 cm, historische Landkarten,
Euro24,90; sFr. 42,30
Überarbeitete Neuauflage!
Erscheint im September 2003
Der wachsenden Angst vor den "Fremde" und dem zunehmenden Rassismus im
Norden dieser Welt können wir nur mit mehr Wissen über das "Andere" begegnen,
vor allem über jene historischen Prozesse, die Europa seit dem 19. Jahrhundert
ganz eng mit Afrika verbunden haben. Von der "Entdeckung" bzw. Kolonisierung
über die wirtschaftliche Nutzung zum Vorteil der europäischen Metropolen
und die Verwendung der Kolonisierten zur Aufwertung des sozialen Status
der Weißen bis zur Neokolonisierung und Globalisierung reicht der Bogen
der Ereignisse. Aus der Position des Südens kennzeichnen völlig andere
Prozesse die afrikanische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts: die
Schaffung sehr unterschiedlicher Staaten, die Beteiligung afrikanischen
Kapitals am internationalen Handel, der diplomatische und militärische
Widerstand gegen die Kolonisierung, die Aneignung westlichen Wissens und
moderner Technologie, die soziale und wirtschaftliche Restrukturierung
afrikanischer Gesellschaften, Nationalismus und Antikolonialismus, der
nationale Befreiungskampf und die Gründung souveräner Staaten.
Als Folge der räumlichen Nähe war Afrika für Europa schon seit je von
besonderer Bedeutung. Eine grundlegende Einführung in die Geschichte Afrikas
muß schon darum Bestandteil zeithistorischer Auseinandersetzung sein.
Afrika wird in diesem Band als ein historischer Raum gesehen, auch wenn
unterschiedliche Formen des Kolonialismus und der kulturellen, politischen
und wirtschaftlichen Hegemonie sehr verschiedene Entwicklungen gefördert
haben. Seitens des europäischen Nordens und seiner Instrumente wie etwa
der Weltbank wird in zunehmendem Maße eine Aufteilung des Kontinents betrieben,
beginnend mit der Trennung von Nordafrika, dem Horn von Afrika und Afrika
südlich der Sahara. Die vorliegende Darstellung setzt dem mit Berufung
auf die Geschichte des Kontinents eine übergreifende Sicht entgegen. Gerade
im schwierigen Unterfangen, das Gemeinsame einer afrikanischen Geschichte
herauszuarbeiten ohne dabei die Vielfalt der regionalen Prozesse zu unterdrücken,
liegt die Bedeutung einer Einführung in die afrikanische Geschichte der
letzten beiden Jahrhunderte.
Die nach Größe und Organisationsform unterschiedlichen Gesellschaften
Afrikas befanden sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts mehrheitlich in einer
Umbruchphase. Niedergang oder Expansion, Beharrung oder Modernisierung
waren durch vielfältige interne Momente ebenso wie durch die Einflußnahme
externer Kräfte bedingt. Besonders behandelt werden in diesem Zusammenhang
die Folgen des Sklavenhandels bzw. seiner Abschaffung und der Einfluß
des Islam in Westafrika. Mit dem Ausgreifen der Weltwirtschaft und der
anschließenden kolonialen Aufteilung des Kontinents wurde Afrika zwar
ein Teil der Weltwirtschaft, eine Integration in diese erfolgte jedoch
nicht. Vor allem die Kolonisierung Nordafrikas ist eng mit einem bis heute
aktuellem Phänomen verknüpft: der Verschuldung und der verfehlten wirtschaftlichen
Modernisierung.
Die HerausgeberInnen:
Inge Grau studierte an der Universität Wien Afrikanistik und arbeitet
vor allem in der Geschlechterforschung.
Christian Mährdel, Historiker, studierte an der Universität Leipzig
und an der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Derzeit Honorarprofessor
an der Universität Wien. Arbeitsschwerpunkte: Kolonialgeschichte Afrikas
und afrikanischer Nationalismus.
Walter Schicho, Afrikanist, lehrt als Professor an der Universität
Wien.


