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Hacker, Hanna - NORDEN.SÜDEN.CYBERSPACE.

Text und Technik gegen die Ungleichheit

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Irmi Wutscher in den "Anschlägen" im November 2008: "Hanna Hacker hat in ihrer Forschungsarbeit 'Norden. Süden. Cyberspace' aus feministischer und postkolonialer Perspektive untersucht, wie sich das Verhältnis von Neuen Medien und globalen Ungleichheiten gestaltet."

"Doris Artzmann in der Rezensionszeitschrift "Weiberdiwan" im Sommer 08: "Interessant und vielschichtig sind auch die Blickpunkte auf die Geschichte informationstechnologischer Intervention im Afrika südlich der Sahara oder auf die dubiose interkulturelle Kommunikation in der NeuenMedienKunst."

Ines Zanella in der Zeitschrift „Südwind“ im April 2008: "... Mit diesem Kaleidoskop entführt die Autorin auf eine spannende Reise durch das vielschichtige postkoloniale Verhältnis zwischen Nord und Süd, das in machen Aspekten nicht so "post-" ist, wie es scheint. Eine spannende Lektüre für alle Cyberinteressierten, die zur Hinterfragung eigener Positionen, ob als Individuum oder als Organisation, einlädt."

Susanne Lummerding in der „Springerin“ Nr. 4/2007: „Klar strukturierte Ausblicke auf Kapitelstrukturen, Zusammenfassungen und ein übersichtlicher Anmerkungs- und Quellenapparat erleichtern auch dem mit dem Feld des (Post-)Developments weniger vertrautem Publikum entscheidend die Lektüre und begünstigen eine felderübergreifende Auseinandersetzung mit den hier angerissenen Fragen in Hinblick auf eine kritische Reflexion der jeweils auch die eigenen Position bestimmenden ‚scapes’.“

Bernadette Ralser im Portal www.pfz.at des Paolo Freire Zentrums im November 2007: „Erfrischend ist jedoch, dass die theoretischen Ausführungen oft aufgebrochen werden: durch literarische Elemente, tagebuchartige Aufzeichnungen und spannende Erlebnisberichte der Autorin. Fazit: Lesen, aber den Rat der Autorin befolgen und zuerst den Computer hochfahren.“

Vida Bakondy in der „Stimme von und für Minderheiten“ Nr. 63/ Sommer 2007: „Hanna Hackers Buch ist nicht nur aufgrund die Vielzahl an Theorien und Themen, die angesprochen werden, eine Herausforderung. Es fordert auch auf, weiterzudenken und zu lesen, und macht jedenfalls Lust, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen.“

Christoph Weinberger in der Wiener "Presse" vom 29.4.2007: "Die Zeit der großen Narrationen ist ja bekanntlich vorbei. Ein Missverständnis indes, zu glauben, das Ansammeln von ethnografischen Quellen und inflationär gebrauchten Begriffshülsen ersetze das Formulieren starker Thesen und dichter Beschreibungen."

Christina Buder in der "Frauensolidarität" Nr. 2/2007: "Das von postmodernen Begrifflichkeiten überbordende Buch enthält gleichzeitig poetisch anmutende Passagen sowie Realsatiren zu EZA-Projekten, über die selbstironisch gelacht werden müsste, wenn sie nicht so traurig wären."
Hacker

ISBN 978-3-85371-269-6, br., 208 S., 17,90 Euro, 31,40 sFr.
Edition Forschung

"Die Kamera teilt die frontale Perspektive des zentralafrikanischen Trainers. Er steht vor einer Schulklasse. Die Schwarzen Jugendlichen sitzen in ihren Tischreihen vor Bildschirmen und Tastaturen, Secondhand-PCs, Spenden aus dem 'Norden'. Am Anfang ist die Maus: Für den angemessen sachten Zugriff bedarf es einer Lockerungsübung. Alle SchülerInnen heben auf Geheiß des Trainers den rechten Arm in Gesichtshöhe und schütteln ihr Handgelenk aus. Die Betrachterin lacht. Die Jugendlichen auch. Die Sequenz erscheint als ein Zitat und zugleich als eine Parodie des 'kulturellen Erstkontakts' als gewichtigem Topos in der Geschichte der Begegnungen zwischen imperialen 'EntdeckerInnen' und indigenen 'Entdeckten'. Dieses Szene suggeriert, die Anwesenden hätten nie zuvor eine Maus angegriffen, und ohne passende Anleitung würden die SchülerInnen zu grob, zu wild zupacken und die feine weiße Technik auf der Stelle kaputtmachen. Eine bittere Fortschreibung rassistischer Eurozentrismen? Aber der Anblick der wedelnden Hände verselbständigt sich; er belustigt, und dieser Effekt kommt nicht unbeabsichtigt."

"Norden. Süden. Cyberspace." untersucht in feministischer und postkolonialer Perspektive den Überschneidungsbereich von Technowissenschaften, Cyberphilosophien und internationaler Entwicklung. Hanna Hacker analysiert Text- und Bildproduktionen aus dem Bereich der Medien-, Entwicklungs- und Minderheitenpolitik zwischen 1995 und 2005, in den Zeiten des Hypes virtueller Realitäten, des Dotcomcrash und der Formierung der globalen Informationsgesellschaft. Der Schwerpunkt liegt auf der Problematisierung jener rhetorischen Strategien, die - Stichwort: "Digitale Kluft" - Verhältnisse zwischen sozialer Minorisierung und Neuen Medien (ICTs) herstellen, definieren und beeinflussen.

Dabei bleibt das Wo immer trickreich. Schreiben und Handeln, sagt die Autorin, müsse stets innerhalb des Widerspruchs geschehen, die politisch gesetzten Himmelsrichtungen "Norden", "Süden", "Westen" zugleich als inexistent und als zentral relevant zu argumentieren. In Mitnahme dieses Paradoxons legt sie selbst einen Schwerpunkt auf Politik/Technologie-Konstellationen im subsaharischen Afrika (Senegal, Kamerun, Uganda, Südafrika) und auf Initiativen mitteleuropäischer AkteurInnen. Befragt hat sie NGO-VertreterInnen, MedienkünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, NetzaktivistInnen und EntwicklungspolitikerInnen.

Die Autorin: Hanna Hacker, Jahrgang 1956, habilitierte Soziologin; Studium an der Universität Wien und an der FU Berlin. Lehre an österreichischen Universitäten, an der Central European University (Budapest) und an der Université Yaoundé I (Kamerun); Berufserfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit in Zentralafrika. Im Promedia Verlag ist von Hanna Hacker (mit Brigitte Geiger) erschienen: Donauwalzer Damenwahl. Frauenbewegte Zusammenhänge in Österreich (1989).

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