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Hofbauer, Andreas - AFRO-BRASILIEN

Vom weißen Konzept zur schwarzen Realität

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Die Zeitschrift "Peripherie" in ihrer Nr. 67/1997: "... ein hervorragendes Werk, didaktisch gut gegliedert, fachlich konzipiert und leicht verdaulich geschrieben. Nur wenige Autoren schaffen es wie Hofbauer ohne Pathos, die Lage einer Minderheit in einem multiethnischen und multikulturellen Land sachlich zu beobachten und zu untersuchen. Dieses Kunststück gelingt Hofbauer nicht nur aufgrund seiner hervorragenden Kenntnisse der afro-brasilianischen Gesellschaft, sondern vor allem schafft er in Zusammenhang mit seiner Untersuchung 'tabula-rasa' mit euro-ethnozentrischen Vorurteilen über andere Völker und Kulturen."

Die Zeitschrift "Südwind" im Dezember 1995: "Andreas Hofbauer verschafft nicht nur einen guten Einblick in die afro-brasilianische Kultur, er zeigt eindringlich auf, daß der biologische Rassenbegriff für die soziale Realität keine Relevanz hat."

ISBN 3-85371-102-2, 320 Seiten, farbig bebildert, br., Euro 21,90; sFr 39,30

Im "Rassenparadies" Brasilien kam es zur weltweit intensivsten Durchmischung von Europäern und Afrikanern. Beinahe 400 Jahre Sklaverei liegen allerdings als schwere Last auf dem vordergründig friedlichen Zusammenleben von Schwarz und Weiß.

Der Ethnologe Andreas Hofbauer verfolgt den Rassendiskurs zurück zu seinem Ausgangspunkt, als sich gegen Ende des europäischen Mittelalters der "ungläubige Mohr" langsam in einen "bilogisch minderwertigen Schwarzen" verwandelte - eine ideologisch notwendige Begleiterscheinung für den Aufbau des Kolonialismus. Dem weißen Konzept folgte die schwarze Realität. Und mit ihr das Ringen um die Aufwertung der kulturellen Traditionen: Candomble, Umbanda und Capoeira bieten heute Orte gesellschaftlicher Zuflucht. Das dynamische Verhältnis zu den Orixas, den afrikanischen Yoruba-Gottheiten, spiegelt die Sichtweise einer schwarzen Welt wider.

Der Autor: Andreas Hofbauer, Jahrgang 1959, studierte Ethnologie in Wien und Sao Paolo. Er drehte mehrere Filme über die schwarze Bewegung in den brasilianischen Städten und über den Candomble. Er lebt in Sao Paolo.

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