Kaller-Dietrich, Martina / Potthast, Barbara / Tobler, Hans-Werner (Hg.) - LATEINAMERIKA- vergriffen!
Geschichte und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert
Die "Zeitschrift für marxistische Erneuerung. Z" im September 2005: "Allen Beiträgen ist eine strukturgeschichtliche Betrachtungsweise gemeinsam. (...) Trotz der auf den ersten Blick verblüffenden Heterogenität der Beiträge kann der Sammelband als sehr gelungen gelten, da er wichtige Themen entweder einer gerafften historischen Längsschnittbetrachtung unterzieht oder eher gegenwartsnahe Phänomene konzise und systematisch behandelt."
Die Zeitschrift "Geschichte in Wissenschaft und Unterricht", Jahrgang 56/ Heft 9 im September 2005: " (...) Einen anderen Weg gehen die in der Reihe ‚Weltregionen' im Promedia Verlag erschienenen Sammelbände, die sich ebenfalls an ein universitäres oder interessiertes außeruniversitäres Publikum ohne Vorkenntnisse richten, dabei allerdings weniger auf Ereignisse als vielmehr auf Strukturen und Entwicklungszusammenhänge setzen. In diesen Werken findet der Leser neben allgemeinen Überblicksdarstellungen zu zentralen Problemen Aufsätze zu speziellen Themen, die eigene Akzente setzen."
Die Internetplattform "http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de" im März 2005: "Die Stärke des Bandes liegt denn auch eher im Angebot einer schnellen und breiten Orientierung für einzelne Teilbereiche. Das Buch knüpft nahtlos an die - teils vergleichenden, teils auf eine Region spezialisierten - Sammelwerke zur Geschichte Lateinamerikas und der USA an, die bereits in der 'Edition Weltregionen' und ihrer Vorgängerin, der Reihe 'Historische Sozialkunde', erschienen sind. Es bietet einen fundierten und problemorientierten Einstieg in einige zentrale Probleme der Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert."
Die "Zeitschrift für Politikwissenschaften" Nr. 3/2004: "Die Herausgeber des Bandes wollen nicht die historische Entwicklung dieser Region darstellen, sondern ‚einen Mittelweg zwischen allgemeiner Orientierung und der Diskussion besonders interessierender Spezialfragen.'"
Der "ekz-Informationsdienst" unter der Nummer ID 16/04: "Zu jedem Kapitel reichhaltige Literaturangaben mit auch weitgehend deutschsprachigen Titeln. Keine Einführung; Zielgruppen sind neben Fachwissenschaftlern Studierende einschlägiger Fächer, Journalisten, Lehrer, politisch Interessierte mit einigen Vorkenntnissen."
Edition Weltregionen
Lateinamerika steht für antikolonialen Kampf, nationale Revolutionen und internationale Solidarität genau so wie für politische Diktaturen, wirtschaftliche Krisen und soziales Elend. Im vorliegenden Band der "Edition Weltregionen" wird eine Gesamtschau dieses Halbkontinents versucht.
Eine solche Gesamtdarstellung zu Lateinamerika im 19. und 20. Jahrhunderts steht noch stärker als eine solche für die Kolonialzeit vor dem Problem der Diversität des Kontinents, da mit der Unabhängigkeit die institutionelle Klammer, wie sie durch die spanische bzw. portugiesische Kolonialmacht vorgegeben war, entfiel. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten, parallele Verläufe oder auch Sonderentwicklungen, die sich aus gemeinsamen strukturellen Faktoren ableiten lassen. Konkrete Einzelereignisse wie etwa die mexikanische Revolution Anfang des 20. Jahrhunderts oder politische Köpfe wie Getúlio Vargas in Brasilien bzw. Juan Domingo und Eva Perón in Argentinien in der Zwischenkriegszeit formten die jeweiligen Staaten in ganz spezifischer Weise. Ein Vergleich dieser Persönlichkeiten ebenso wie derjenige verschiedener revolutionärer Prozesse in Lateinamerika fördert wiederum Gemeinsamkeiten zu Tage.
Aus diesen Gründen beabsichtigt der vorliegende Band bewusst keine umfassende, handbuchartige Abhandlung der historischen Entwicklungen Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert. Vielmehr wird ein Mittelweg zwischen allgemeiner Orientierung und der Diskussion besonders interessierender Spezialfragen angeboten. Berücksichtigung finden neben politischen und ökonomischen Fragen auch solche der kulturellen und ethnischen Identität sowie der kulturellen Produktion.
Neben einer umfassenden chronologischen Darstellung befassen sich thematische Aspekte mit dem Phänomen der politischen Gewalt, der Suche nach einer eigenen (kontinentalen) Identität Lateinamerikas, der asymmetrischen Beziehung zwischen Lateinamerika und den imperialistischen USA, den strukturellen Fragen vom Umgang mit der indianischen Bevölkerung sowie dem Katholizismus lateinamerikanischer Prägung. Eine mögliche gemeinsame lateinamerikanische Mentalität lässt sich im engeren kulturproduzierenden und kulturpolitischen Bereich erkennen.
Die HerausgeberInnen:
Martina Kaller-Dietrich, Jg. 1963, arbeitet als a.o. Univ.- Prof.
an der Universität Wien. Seit Jahren forscht sie zu den indigenen Gemeinschaften
in Lateinamerika. Zuletzt erschien von ihr im Promedia Verlag "Macht über
Mägen. Essen machen statt Knappheit verwalten" (2002).
Barbara Potthast, Jg. 1956, ist Professorin am Historischen Seminar
der Universität Köln. Sie forscht zur Frauen- und Geschlechtergeschichte
sowie zur Geschichte Paraguays.
Hans-Werner Tobler, Jg. 1941, ist Professor für Geschichte an der
Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Er arbeitet seit
Jahren zur Geschichte Lateinamerikas.

