Montagu, Mary Wortley - BRIEFE AUS DEM ORIENT
Frauenleben im 18. Jahrhundert
Stimmen zum Buch:
".. eine durchaus eigenwillige Einschätzung der Welt und
der in ihr existierenden Tatsachen"
Neue Zürcher Zeitung
Über dieses Buch schrieben
und sendeten u.a.:
Die "FAZ" am 29. November 2007: "Die Authentizität der Augenzeugin und der aufklärerische Freigeist der Zeitgenossin Voltaires machen die rhetorisch versierte Briefsammlung zu einem seit 1763, als die Beschreibung nachter Schöner noch Skandalcharakter hatte, immer wieder neu aufgelegten Stück Weltliteratur."
Die Zeitschrift "Anschläge" im Mai 2007: "Die vorliegenden Texte, die auf einer Übersetzung Hans-Heinrich Blumenthals aus dem Jahr 1931 basieren und von Irmela Körner neu herausgegeben wurden, finden durch zahlreiche Ergänzungen (u.a. ein Porträt Mary Wortley Montagus, ein kurzer historischer Abriss über das Osmanische Reich, Erläuterungen zu den AdressatInnen) einen weiteren unterhaltsamen und interessanten Einblick in die ‚Frauenfahrten'".
Das Rezensionsorgan "Buchprofile" des Borromäusvereins Bonn in Heft 2/2007: "Das Buch enthält in einer zeitgenössischen Übersetzung ins Deutsche, die dem flüssigen Stil der englischen Originale ausgezeichnet gerecht wird, die Briefe, die Mary Wortley Montagu als Gattin des englischen Gesandten an der Hohen Pforte von August 1716 bis November 1718 verfasst hat. Anders als der Titel vermuten lässt, gehören außer den Briefen aus Konstantinopel auch Reiseberichte von unterwegs, etwa von Stationen der Anreise über Köln, Nürnberg, Wien und der Rückreise über Belgrad, Genua und Turin dazu. (...) Die sorgfältige Edition gliedert die Briefe nach Reiseetappen, einführende Kapitel vermitteln biographische und werkgeschichtliche Informationen."
Die "Neue Zürcher Zeitung" am 10.2.2007: "Die Orientalen sind grausam? Und wie sehen denn die von den österreichischen Truppen hinterlassenen Schlachtfelder aus? Die Türken schliessen ihre Frauen im Serail ein? Mag sein. Aber hat denn je ein Europäer einen Serail von innen gesehen? Seit dem 18. Jahrhundert haben sich Lady Montagus Reisebriefe zu einem Longseller der vergleichenden Kulturgeschichte entwickelt."
Lisa Trummer in den "AEP Informationen" Nr.1/2007: "Die leidenschaftliche Briefschreiberin hält ihre Beobachtungen in wortgewandten, humorvollen Briefen an ihre Schwester und Freundinnen fest. (...) Den Originaltexten vorangestellt ist eine Einleitung der Herausgeberin Irmela Körner über die Tradition der weiblichen Orientreisen sowie ein Porträt von Mary Wortley Montagu (1689-1762)."
Die Internet-Plattform "http://ebensolch.at" im Jänner 2007: "Irmela Körner, die Herausgeberin des Buches, erzählt in einer den Briefen vorangestellten Kurzbiographie über das Leben der außergewöhnlichen Korrespondentin. Exkurse über den Orient und die Geschichte des Osmanischen Reiches, ein Verzeichnis der Adressatinnen und Adressaten der Briefe und weiterführende Literaturempfehlungen runden den vergnüglichen Band ab."
ISBN 3-85371-259-7, geb., mit Lesebändchen, 280 Seiten, 24.- Euro
Herausgegeben von Irmela Körner
Edition Frauenfahrten
Am 1. August 1716 besteigen eine schöne junge Frau, ein stattlicher Herr und ein kleiner Junge in London eine vornehme Reisekutsche. Ihr Ziel: der Orient, das damalige Osmanische Reich. Die junge Lady heißt Mary Wortley Montagu, Tochter aus vornehmem Haus. Ihr Ehemann ist Mitglied des Parlaments und soeben zum Botschafter in Konstantinopel berufen worden, mit ihnen reist Edward, der erste Sohn des Ehepaares. Kurz nach der Ankunft am Bosporus wird die Tochter geboren.
Während ihres Aufenthaltes im Nahen Osten lässt Lady Montagu ihre Bekannten und Freunde anhand von Briefen an ihren Eindrücken und Erlebnissen teilhaben. Lady Montagus unterhaltsame "Briefe aus dem Orient" werden von den Adressaten in England zunächst von Hand zu Hand weitergegeben, dann 1763 in Buchform vorgelegt und bis heute immer wieder neu aufgelegt.
Ihren dauerhaften Erfolg verdanken Montagus Briefe einerseits ihrer literarischen Qualität und Originalität und dem unterhaltsamen Ton, um den sich die Schreiberin stets bemühte. Doch das große Interesse an den Briefen liegt nicht nur am Schreibstil. Der Orient ist damals ganz allgemein in Mode. Das Morgenland offenbart sich der westlichen Welt als unermessliche, märchenhafte Schatztruhe. Orientalisches Ambiente, orientalische Kleidung auf zahlreichen Porträts und nicht zuletzt das Sujet des Orients in den Libretti von Opern und Singspielen geben davon bis heute ein beredtes Zeugnis. Auch Lady Montagu kleidet sich ganz im Stil der orientalischen Frauen mit weiter Hose, Kaftan und einer Robe darüber. Sie trägt den türkischen Schleier, den Jaschmak, um "ungeniert herumreisen zu können, und um eine Leidenschaft zu befriedigen, die bei mir so mächtig geworden ist: meine Neugierde". Sie fühlt sich in dieser Kleidung so frei wie die türkischen Frauen, die sie für "vielleicht freier als alle übrigen des Erdbodens" hält. Als sie das erste Mal ein türkisches Frauenbad besucht, erregt sie die Neugier der Frauen vor allem aufgrund ihres Korsetts, der "Schnürbrust", wie die Türkinnen das nennen. "Ich bemerkte, sie glaubten, dass ich in diese Maschine eingeschlossen wäre und es nicht in meiner Gewalt hätte, sie zu öffnen, welche listige Erfindung sie meinem Gemahl zuschrieben."
Den Originaltexten vorangestellt wird eine Einleitung der Herausgeberin über die Tradition der weiblichen Orientreisen sowie ein Porträt von Lady Montagu (1689 - 1762). Literaturhinweise und eine kurze Darstellung über das Osmanische Reich ergänzen die Auswahl der Originaltexte.
Die Herausgeberin:
Irmela Körner, Jahrgang 1951, ist freiberufliche Journalistin. Sie
studierte Geschichte und Politikwissenschaft und arbeitet als Journalistin
für Zeitungen und Hörfunk. Zuletzt gab sie im Promedia Verlag eine Anthologie
reisender Frauen heraus: "Frauenreisen nach Italien. Schriftstellerinnen
des 19. Jahrhunderts beschreiben das Land ihrer Sehnsucht."

