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Novy, Andreas - BRASILIEN:DIE UNORDNUNG DER PERIPHERIE

Von der Sklavenhaltergesellschaft zur Diktatur des Geldes

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Die Zeitschrift "International" 5-6/2002: "Der Autor ist zweifellos ein profunder Kenner der Materie, sein wissenschaftlicher Zugang und Blick orientiert sich in erster Linie an der Wirtschaftsgeschichte. Er fokussiert insbesondere das Spannungsfeld der Kategorien Raum und Macht und zeichnet so die Entwicklung Brasiliens nach."
Die Zeitschrift "Peripherie" Nr. 87/September 2002: "Wer in diesem Buch im herkömmlichen landeskundlichen Sinne historisch-systematisch zusammengestellte Daten zu Geschichte, Politik und Wirtschaft zu Brasilien sucht, wird wahrscheinlich enttäuscht werden, wer sich aber auf eine Neuinterpretation Brasiliens auf der Basis einer Fülle neuerer und neuester, vielfach in portugiesischer oder spanischer Sprache abgefasster Studien einlässt, wird reichlich belohnt."

Die Zeitschrift "Lateinamerika Analysen" im Juni 2002: "Novy macht Geschichte interessant, indem er die Notwendigkeit aufzeigt, vom Verständnis der aktuellen Lage Brasiliens einen wirtschaftshistorischen und sorgfältigen Blick auf die brasilianische Gesellschaft zu werfen."

Die Zeitschrift "Wirtschaft und Gesellschaft", Heft 4/2001: "Dieses analyseorientierte und ungeheuer faktenreiche Werk sei vor allem jenen LeserInnen empfohlen, die an der Anwendung des regulationstheoretischen Instrumentariums auf einen konkreten Fall interessiert sind."

Die Zeitschrift "Lateinamerika-Analysen", Nr. 1/1 (2002): "Novy macht Geschichte interessant, indem er die Notwendigkeit aufzeigt, zum Verständnis der aktuellen Lage Brasiliens einen wirtschaftshistorischen und sorgfältigen Blick auf die brasilianische Gesellschaft zu werfen. Die Fülle von Informationen und Überlegungen, die in jedem einzelnen Satz von Novys Studie stecken, machen das Lesen des Werkes spannend, fordern jedoch gleichzeitig eine aufmerksame Lektüre."

Die Zeitschrift "ila" im Juli 2001: "Novys flüssig geschriebene Analyse ist sowohl ein Mittel gegen den Kapitallogik-Fatalismus wie auch gegen Zivilgesellschaftseuphorie. Sie dechiffriert die Ordnung in einer scheinbaren Unordnung einer Peripherie-Gesellschaft."

In der Zeitschrift "Südwind" im Juni 2001: "Wirtschaftliche Struktur- und Konjunkturanalysen werden dabei mit Analysen der politischen Struktur - etwa der Parteienlandschaft Brasiliens - kombiniert und in einen, durch die historische Perspektive vervollständigten, sinnvollen Zusammenhang gebracht."

Die Zeitschrift "Lateinamerika anders" im Juli 2001: "Die Stärke der vorliegenden Auseinandersetzung mit Brasilien liegt sicherlich darin, dass Novy die zwei grundlegend verschiedenen Zugänge (Hobbes ist Vordenker handlungsorientierter Ansätze der Machttheorie, Foucault von strukturorientierten) nicht allein dualistisch gegenüberstellt, sondern sie in eine Dialektik überführt."

Die Zeitschrift "Planet" im Dezember 2001: "Die Analyse des Autors zeigt auf, wie Weltmarkt, Politik und Sozialökologie in Brasilien verinnerlicht werden, wie Territorium und Machtstrukturen ineinander spielten und spielen."

Die Zeitschrift "Das Argument" Nr. 242/2001: "Eine instruktive Studie, die den Blick der ‚Globalisierung' auf die regionale Ebene richtet und empirisch wie theoretisch fundiert die Grenzen staatlicher Steuerungsfähigkeit aufzeigt."

ISBN 3-85371-172-3, 368 Seiten, br., Euro 24,90; sFr 44,50
Edition Weltgeschichte

Erschienen im April 2001

Die vorliegende Analyse Brasiliens gewinnt ihre Kraft aus einem Rückgriff auf Michel Foucault und Karl Marx als Eckpfeiler einer Theorie, die Raum und Macht als verwobene Phänomene wahrnimmt. Dieser engagierte Zugang ordnet sich in die Tradition politökonomischer Studien ein, bei der es um das Wechselspiel zwischen dem Handeln in einem abgrenzbaren Territorium (einem politischen Machtbehälter) und der strukturellen Einbettung in polit-ökonomische Verflechtungen geht: Selbstbestimmung und Demokratie vor Ort auf der einen Seite, Weltmarkteinbindung und ökonomische Globalisierung auf der anderen. Der Ausgang dieses Kräftespiels ist ungewiß, denn weder gibt es eine unentrinnbare ökonomische Logik von Profit und Kapital, noch dürfen politische Handlungsspielräume naiv überschätzt werden. Auch für Brasilien gilt, daß Menschen Geschichte und Geographie machen - aber eben nur innerhalb vorgegebener Strukturen. Diese Strukturen sind vom europäischen Kolonialismus und der daraus resultierenden abhängigen Stellung in der Weltwirtschaft geprägt.

Als portugiesische Kolonie (1500-1822) erlebte Brasilien eine auf Sklaverei begründete Wirtschaft, die auf Zuckerexport und Bergbau beruhte. Die politische Unabhängigkeit war mit einer Unterordnung unter britische Vorherrschaft verbunden, als Zugpferde dienten Kaffee sowie erste Ansätze von Industrie. Die Weltwirtschaftskrise (1929) begünstigte die Inangriffnahme einer nationalstaatszentierten Entwicklung mit klaren politischen Akzentsetzungen durch den Staat. 1982 stieß die staatliche Politik an die Grenzen der voranschreitenden Globalisierung und gab das Land erneut dem Weltmarkt preis.Die Erfahrung der letzten 500 Jahre lehrt, daß Widerstand von unten struktureller Bestandteil der widersprüchlichen Un-Ordnung Brasiliens ist. Früher oder später, in bekannten oder ganz neuen Formen, wird die Unordnung erneut herausgefordert werden.

Der Autor: Andreas Novy, 1963 in Wien geboren, studierte an der Wirtschaftsuniversität Wien sowie am Österreichischen Institut für Raumplanung. Seit 1999 ist er außerordentlicher Universitätsprofessor an der Abteilung für Regionalentwicklung am Institut für Wirtschaftsgeographie der WU-Wien. Gastprofessuren in Sao Paolo, Rio de Janeiro, Sussex und Graz.

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