Linhart, Sepp/Weigelin-Schwiedrzik, Susanne (Hg.) - OSTASIEN 1600-1900 - vergriffen!
Geschichte und Gesellschaft
Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:
Harald Kleinschmidt in der "Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens" - OAG-Notizen 01/2006: "Die gute Nachricht vorweg: Dies ist ein wichtiges Buch, in einigen Partien spannend zu lesen. (...) Es urteilt ausgewogen und vorsichtig. Es sollte ein breites und dankbares Publikum finden und darüber hinaus, besonders durch seine Schwächen, dazu einladen, die Forschung voranzutreiben."
Annette Schad-Seifert in "H-net"/ H-Soz-u-Kult am 20. Februar 2006: "Insgesamt bietet der Band ein fundiertes Basiswissen auf hohem Niveau, der auch wegen seiner einprägsamen und verständlichen Sprache für jede Einführung in die Geschichte Ostasiens überaus empfehlenswert ist. Leider nimmt sich im Vergleich zu China und Japan die Betrachtung Koreas insgesamt sehr spärlich aus, was mit der bedauerlich schwachen Verankerung der Koreanistik in der ostasiatischen Forschung im deutschsprachigen Raum korrespondiert."
Der "ekz-Informationsdienst" unter der Nummer ID 11/05-BA 4/05: "Der Reader eignet sich für eine vorgebildete Leserschaft und ist mittleren Bibliotheken uneingeschränkt zu empfehlen."
ISBN 3-85371-228-2, 272 Seiten, Großformat, 24,90 Euro, 43,70 sFr.
VERGRIFFEN
Edition Weltregionen
Ein von Sepp Linhart und Susanne Weigelin-Schwiedrzik geleitetes AutorInnenteam nimmt die Entwicklung einer historisch faszinierenden und aktuell boomenden Weltregion unter die Lupe. Im Fokus ihrer Untersuchung liegen China, Japan und Korea. Der Reader behandelt eine Epoche, in der das andere Ende der Welt, Europa, gerade dabei war, einen wirtschaftlichen Zentralraum zu gestalten. Gefragt wird nach Gemeinsamkeiten, welche die drei Länder zu einer Region machen, aber auch nach den historischen Voraussetzungen, die jeweils spezifische Reaktionen auf die Herausforderung durch den Westen ausgelöst haben.
Nach der Darlegung der historischen Entwicklung in China, Japan und Korea widmen sich die Beiträge zunächst gemeinsamen Aspekten. Ökonomisch werden dabei sowohl der Reisanbau als vorherrschendes Element der Landwirtschaft als auch das Problem der krisenhaften wirtschaftlichen Entwicklung in China im Vergleich zu einer Erstarkung der japanischen Ökonomie untersucht. Die Untersuchung gesellschaftlicher Strukturen beschäftigt sich vorrangig mit der Bevölkerungsentwicklung in China und Japan unter besonderer Berücksichtigung von Familien. Ein Beitrag über die Entwicklung des Staatswesens konzentriert sich auf eine vergleichende Sicht zur Problemstellung des Verhältnisses zwischen Zentralregierung und Provinzen. Kulturelle Entwicklungen in den Jahren 1600 bis 1900 sind ohne eine Beschäftigung mit dem Buddhismus nicht zu verstehen, müssen aber in dieser Periode auch eine durch Verstädterung in Japan entstehende Massenkultur berücksichtigen.
In einem zweiten Teil geht es um die Gemeinsamkeiten, welche die drei Länder zu einer Region verbinden. China, Korea und Japan werden als einheitlicher Kulturraum definiert, wobei zunächst die Untersuchung der sprachlichen Entwicklung im Vordergrund steht, spielt doch die chinesische Schrift in allen Ländern eine herausragende und verbindende Rolle, wiewohl unterschiedliche Sprachsysteme existieren. Des weiteren wird der Konfuzianismus als Element des kulturellen Brückenschlags zur Debatte gestellt und dabei auf seine jeweils unterschiedlich ausgeprägte Krise eingegangen.
Im Vergleich zu bereits erschienenen Publikationen über Ostasien in der Zeit zwischen 1600 und 1900 zeichnet sich der Band durch das Bemühen aus, über eine chronologische Darstellung der historischen Ereignisse hinaus eine länderübergreifende Analyse der Geschichte Ostasiens zu liefern. Er verwirklicht damit eine neue Stufe der engen Kooperation zwischen den ostasienwissenschaftlichen Disziplinen. Neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Universität Wien ergänzen herausragende Spezialisten aus Deutschland die Palette der AutorInnen.
Die HerausgeberInnen:
Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Jahrgang 1955, ist Professorin
für Sinologie an der Universität Wien. Zuletzt erschien von ihr im Promedia
Verlag (gemeinsam mit Dietmar Rothermund) "Der indische Ozean. Das afro-asiatische
Mittelmeer als Kultur- und Wirtschaftsraum" (2004).
Sepp Linhart ist Professor für Japanologie an der Universität Wien.
Gastprofessuren in Kyoto, Paris und Tampere. Zuletzt erschien von ihm
im Promedia Verlag (gemeinsam mit Erich Pilz) der zwischenzeitlich vergriffene
Band "Ostasien. Geschichte und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert"
(1999).

