Preisendanz, Karin/Rothermund, Dietmar (Hg.) - SÜDASIEN IN DER "NEUZEIT"
Geschichte und Gesellschaft, 1500 - 2000
Ales Skivan im "Jahrbuch für Europäische Überseegeschichte" Nr. 8/2008: "Der Sammelban 'Südasien in der Neuzeit' ist zweifellos eine gelungene Tat, weil darin interessante Studien zu finden sind, die neue Wahrnehmungen und Erkenntnisse hinischtlich der Entwicklung Südasiens eröffnen."
Johannes H. Voigt in der Zeitschrift "Das historisch-politische Buch", 53. Jahrgang, Heft 2/ 2005: "Der in österreichisch-deutscher Zusammenarbeit entstandene Sammelband ist, um das Gesamturteil vorwegzunehmen, eine sehr nützliche Veröffentlichung für jeden, der sich mit Südasien in Vergangenheit und Gegenwart beschäftigt. Es werden sowohl jüngst erarbeitete Forschungsergebnisse vorgestellt als auch richtungsweisende Forschungsmöglichkeiten aufgezeigt."
Der "ekz-Informationsdienst" Nr. ID 24/03: "Nach einem einleitenden Überblick über die Grundzüge der historischen Entwicklung bearbeiten 11 Autoren (Universitäten Heidelberg, Wien u.a.) anhand von Quellen, Literatur und neuer Forschungsergebnisse kritisch, z.T. mit neuer Akzentsetzung, in wissenschaftlicher Diktion die konträren indigenen und britischen Herrschaftsvorstellungen, den Einfluss der brahmanischen Philosophie, das von den Briten geprägte Bildungswesen, die Stellung der Frau, die 'Dekolonialisierung' nach dem 2. Weltkrieg, den Hindu-Nationalismus der Gegenwart u.v.m. Für Studienzwecke."
Die "Bücherschau" Nr. 1/2003: "... der hochangesehene Heidelberger Emeritus entfaltet ein faszinierendes Panorama, das auch dem Kenner Indiens neue Zugänge ermöglicht."
ISBN 3-85371-195-2, br., großes Format, 256 Seiten, Euro 24,90; sFr.
42,30
Edition Weltregionen, Band 5
Südasien ist einer der großen Kulturräume der Menschheit, heute bietet er fast einem Viertel der Weltbevölkerung eine Heimat. Die Herausgeber-Innen und AutorInnen dieses fünften Bandes der "Edition Weltregionen" konzentrieren sich auf einen historischen Überblick der "Neuzeit". Diese aus der europäischen Geschichte entlehnte Periodisierung kann auch für die Geschichte Südasiens durchaus sinnvoll verwendet werden, wie im einleitenden Kapitel näher erläutert wird.
Aspekte der politischen Geschichte, der Sozialgeschichte sowie der Kultur- und Philosophiegeschichte werden gleichermaßen berücksichtigt. Eine solche Herangehensweise wird dem Reichtum der Geschichte Südasiens, die sich zu einem überwiegenden Teil mit dem indischen Subkontinent beschäftigt, eher gerecht als eine dominant an der Entwicklung politischer Institutionen orientierte Historiographie.
Einleitend zeichnet Dietmar Rothermund die Grundzüge der historischen Entwicklung dieser Weltregion nach. Dabei wird beschrieben, auf welche Weise sich "Obrigkeit" in der Gestalt kleiner Könige den Menschen dieser Region präsentierte. Überwölbt von mehr oder weniger großen Reichen blieben diese kleinen Könige vor Ort sowohl politisch als auch kulturell bis in unsere Tage von prägender Bedeutung. Die indische Philosophie mit ihrer alten Tradition wirkte auch in der "Neuzeit" fort und fand ihren Ausdruck in den Werken von Gelehrten, deren Schrifttum analysiert wird. Seit dem späten Mittelalter war Südasien zudem auch der Hort einer bedeutsamen islamischen Gelehrsamkeit. Dabei wird oft übersehen, dass in Südasien weit mehr Muslime leben als in West- oder Südostasien. Heute sind es nahezu 400 Millionen. Sie haben über die Jahrhunderte ein reges geistiges Leben entfaltet.
Von besonderem Interesse ist die - unterschiedlich verlaufende - Geschichte der Frauen. Im Norden der Region herrschen patriarchale Traditionen, im Süden gibt es deutliche Spuren einer matriarchalen Kultur. Während die große Mehrheit der Frauen stark benachteiligt ist, erlangen andererseits gerade in Südasien Frauen immer wieder höchste Machtpositionen.
Der Übergang von der kolonialen zur post-kolonialen Erfahrung kann mit dem Zweiten Weltkrieg terminisiert werden. Die Jahrzehnte nach der Erlangung der Unabhängigkeit wurden zumindest in Indien von einem politischen Regime gestaltet, das seine Legitimation aus dem Freiheitskampf bezog. Der Hindu-Nationalismus spielte damals noch keine Rolle, er hat sich jedoch in jüngster Zeit als politische Kraft erwiesen, die Anspruch auf die Loyalität der Mehrheit der indischen Nation erhebt.
Die HerausgeberInnen:
Dietmar Rothermund, geboren 1933 in Kassel, leitete bis 2001 das
Südasieninstitut der Universität Heidelberg. Zahlreiche Veröffentlichungen
über den südasiatischen Raum, darunter 38 monographische Werke. Rothermund
gilt als der Doyen der deutschsprachigen Indienforschung.
Karin Preisendanz studierte Ethnologie und Indologie an der Universität
Hamburg. Lehrtätigkeit an der FU-Berlin und an der University of British
Columbia in Vancouver. Seit 1999 Professur für Indologie an der Universität
Wien.

