Ressler, Oliver (Hg.) - ALTERNATIVE ÖKONOMIEN, ALTERNATIVE GESELLSCHAFTEN
Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:
Iris Nowak in der Zeitschrift "analyse und kritik" Nr. 542 vom 18. September 2009: "Das Buch ist eine inspirierende Sammlung teils widersprüchlicher Facetten einer möglichen alternativen Gesellschaftsentwicklung."
Die Plattform "www.schattenblick.de" am 27. März 2009: "Resslers künstlerisches Schaffen ist seit langem von dem Gedanken beseelt, nicht politische Kunst zu machen, sondern statt dessen Kunst politisch zu machen und damit deplaziert, unausstehlich oder anstößig zu wirken, wie der in New York lebende Gregory Sholette in seinem Vorwort schreibt. Als Künstler, der denkt und spricht, der hinterfragt und sich einmischt, will der in Wien lebende und arbeitende Ressler die Grenzen sprengen, in die man Kunst und deren Kompetenz einzupferchen pflegt."
Silvia Süess in der "WOZ" am 1. Dezember 2008: "Auch wenn Ressler eigentlich gar keine politische Kunst macht, wie Gregory Sholette abschliessend feststellt: Er mach Kunst politisch."
Die Zeitschrift "Pro Zukunft" in ihrem 23. Jahrgang, Nr. 1/2009: "Ein ansprechendes Buch über ein ambitioniertes Projekt."
Susanne Steinborn in "Das Argument" Nr. 286/ 2010: Auf wenigen Seiten werden jeweils Ideen für eine alternative Gesellschaft skizziert und mit Fotos der Ausstellung illustriert, was dabei helfen soll, 'einen umfassenden gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen.' (...) Um das 'Stigma des Utopischen' (Hg., 6) zu überwinden, muss deutlich werden, mit welchen Mitteln die angestrebten Zwecke erreicht werden können. Das bloße Aufzählen all dessen, was schön wäre, dürfte dafür nicht genügen."
ISBN 978-3-85371-291-7, geb., 232 S., 19,90 Euro, 36.- sFr.
Mit Texten von Takis Fotopoulos (GB), Michael Albert (USA), Paul Cockshott (GB), p.m. (Schweiz), Marge Piercy (USA), Maria Mies (Deutschland), Christoph Spehr (Deutschland), John Holloway (Irland/ Mexiko), Todor Kuljic (Serbien), Heinz Dieterich (Deutschland/ Mexiko) u.a.
Seit dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus erscheint Kapitalismus alternativlos. Ohne Gegenmodell zum herrschenden System haben es alternative Konzepte einer ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung schwer. „Alternativen“ werden in den alten Industriestaaten seit 1989/91 nämlich nur dort breiter diskutiert, wo sie bestehende Machtverhältnisse im kapitalistisch-verwertungsorienterten Wirtschaften und in den parlamentarisch-repräsentativen Demokratien nicht in Frage stellen. Andere sozio-ökonomische Ansätze kämpfen mit dem Stigma des Utopischen und bleiben von einer ernsthaften Auseinandersetzung weitgehend ausgeschlossen, so sie überhaupt wahrgenommen werden. Die vorliegenden Texte setzen dagegen.
Dem Buch „Alternative Ökonomien, alternative Gesellschaften“ liegt das mehrsprachige Ausstellungsprojekt „Alternative Economics, Alternative Societies“ des in Wien lebenden Künstlers Oliver Ressler zugrunde. Es beschäftigt sich mit unterschiedlichen Konzepten und Modellen für alternative Ökonomien und Gesellschaften, deren Gemeinsamkeit in der Zurückweisung des kapitalistischen Herrschaftssystems besteht. Der hier vorliegende Band, in deutscher und in ungarischer Sprache verfasst, ergänzt die englischen und polnischen Texte, die zum selben Projekt erschienen sind.
Die vorgestellten Alternativen sind äußerst vielfältig: Der Ökonom Takis Fotopoulos beschreibt sein Konzept einer umfassenden Demokratie, Chaia Heller stellt die Grundzüge eines libertären Kommunalismus vor. Paul Cockshott entwirft seine Vorstellungen von einem neuen Sozialismus, und Heinz Dieterich ruft seine Überlegungen zu einem Sozialismus des 21. Jahrhunderts in Erinnerung. Die bekannte Autorin Marge Piercy skizziert die feministisch-anarchistischen Utopien ihrer Social Fantasies, der Underground-Autor p.m. sein Konzept “bolo’bolo”. Christoph Spehr spricht über “Freie Kooperation”, Maria Mies über die Subsistenzperspektive und John Holloway über seine Vorstellungen, die Welt zu verändern, ohne die Macht zu übernehmen. Als historische Modelle werden u.a. von Todor Kuljic die Arbeiterselbstverwaltung im Jugoslawien der 1960er und 1970er Jahre, von Salomé Moltó die Arbeiterkollektive während der Spanischen Revolution (1936-38) und von Alain Dalotel die Pariser Commune von 1871 thematisiert. In einem weiteren Beitrag wird das direktdemokratische Selbstverwaltungsnetzwerk diskutiert, das die Zapatisten in Chiapas/Mexiko aufgebaut haben.
Der Autor: Oliver Ressler, geboren 1970, lebt und arbeitet in Wien und führt Ausstellungsprojekte, Arbeiten im Außenraum und Filme zu Themen wie Rassismus, Kapitalismus, Widerstandspraxen und gesellschaftlichen Alternativen durch. Resslers Projekte wurden in über 150 internationalen Ausstellungen gezeigt, unter anderem in den Biennalen in Prag (2005), Sevilla (2006), Moskau (2007) und Taipei (2008).


