Rothermund, Dietmar/Weigelin-Schwiedrzik, Susanne (Hg.) - DER INDISCHE OZEAN
Das afro-asiatische Mittelmeer als Kultur- und Wirtschaftsraum
Patrick Neveling in der Online-Rezensionszeitschrift "http://geschichte-transnational.clio-online.net" am 16.3.2007: "Dietmar Rothermunds Beitrag erlaubt anhand eines Vergleiches des antiken ‚Periplus de mare erithräum', der Expeditionsberichte Marco Polos und des Chronisten der frühen portugiesischen Expansion Tome Pires einen in Darstellung und Interpretation tiefen Einblick in Wandel und Kontinuität der Handelsstrukturen wie in den ‚.. Übergang vom Kenntnisgewinn zum Streben nach Herrschaftswissen ..' (S.33) im europäischen Blick auf die Region."
Arno Tausch in der Zeitschrift "International" Nr. III/2007: Rothermund und Schweigelin-Schwiedrzik schließen in ihrem Beitrag über den indischen Ozean eine wesentliche Bildungslücke der meisten Zeitgenossinnen/ Zeitgenossen. Die Rolle des Islam in der Religion wird ebenso beleuchtet wie die Rolle Chinas und die der drei westlichen Kolonialmächte Portugal, Britannien und Frankreich.“
Die "Zeitschrift für Weltgeschichte", Jahrgang 6, Heft 1 (Frühjahr 2005): "Der indische Ozean ist also noch für viele Diskussionen gut. Mit seiner Abdeckung eines reichhaltigen Themenspektrums stellt dieser Band eine willkommene Ergänzung zu den bestehenden Monographien dar."
Die "Frankfurter Hefte/ Neue Gesellschaft" in ihrem Heft 10/2004: "Hindustan hat Anglostan überlebt, und das unüberschaubare ethnische, kulturelle, ökonomische Geflecht, das den Indischen Ozean überzieht, hat die europäische Kolonialherrschaft überstanden und scheint aus europäischer Sicht noch immer kaum durchschaubar zu sein. Der vorliegende Sammelband bietet einen ausgezeichneten Ansatz, um dies zu ändern."
Die "Neue Gesellschaft/ Frankfurter Hefte" Nr. 10/2004: "Wenn die Herausgeber den Indischen Ozean im Untertitel als das ‚afro-asiatische Mittelmeer' bezeichnen, so ziehen sie damit eine Parallele zu Fernand Braudels Geschichte des Mittelmeerraums, und deren ließen sich weitere ziehen. (...) Gleichwohl erscheint der Ausdruck ‚afro-asiatisches Mittelmeer' als durchaus sinnvolle Analogie."
Der "ekz-Informationsdienst" Nr. ID 30/04: "Reiche Literaturangaben zu jedem Kapitel. Für Historiker, Studierende, Journalisten, möglich auch für Oberstufenschüler."
ISBN 3-85371-221-5, br., 280 Seiten, großes Format, 24,90 Euro, 43,70
sFr.
Edition Weltregionen
Der Indische Ozean spielte für die Länder von der Ostküste Afrikas bis zur Südküste Chinas eine ähnliche Rolle wie das Mittelmeer für Europa; darauf hat schon Fernand Braudel, der große Historiker des Mittelmeers, hingewiesen. Der vorliegende Band der "Edition Weltregionen" soll die vielfältigen ökonomischen, politischen und kulturellen Verbindungslinien zwischen den Anrainern des Indischen Ozeans aufzeigen. Zu Beginn wird die Wahrnehmung des Ozeans aus der Sicht des Westens und des Ostens untersucht, dann über islamische Netzwerke und über die europäische Intervention berichtet, die mit den Portugiesen begann. Als wichtiges Randgebiet des Ozeans wird anschließend Südostasien betrachtet. Zwei parallele Beiträge beschäftigen sich mit der indischen und der chinesischen Migration im Indischen Ozean. Ferner wird der Wandel der Häfen am Indischen Ozean dargestellt und schließlich der Übergang von der Segelschifffahrt zu Dampfschifffahrt behandelt. Mit der Eröffnung des Suezkanals und dem raschen Vordringen der Dampfschiffe wurde der Indische Ozean in das Weltmeer "eingemeindet" und verlor viel von seiner Eigenständigkeit, dennoch ist er bis heute als besonderer Wirtschaftsraum und auch als sicherheitspolitische Arena von Bedeutung.
Die HerausgeberInnen:Dietmar Rothermund, Jg. 1933, emeritierter Professor für die Geschichte Südasiens an der Universität Heidelberg. Publikationen u.a.: India in the Great Depression, 1929-1939 (1992), Mahatma Gandhi. Eine politische Biographie (2.Aufl. 1998), Krisenherd Kaschmir. Der Konflikt der Atommächte Indien und Pakistan (2002), Geschichte Indiens vom Mittelalter bis zur Gegenwart (2002). Zuletzt gab er im Promedia - gemeinsam mit Karin Preisendanz - den Band "Südasien in der 'Neuzeit'" (2003) heraus.
Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Jahrgang 1955, Ordinaria für Sinologie an der Universität Wien. Verschiedene Forschungsaufenthalte an Universitäten in China, den USA, in Japan und Hongkong. Forschungsschwerpunkt: Moderne chinesische Geschichte und Geschichtsschreibung, Politik in der VR China und Hongkong, Politische Ökonomie des Transformationsprozesses in der VR China.

