Schiffmann, Michael - WETTLAUF GEGEN DEN TOD
Mumia Abu-Jamal - Ein schwarzer Revolutionär im weißen Amerika
Michael Schiffmanns sorgfältige und gewissenhafte Untersuchung
der Ereignisse und des vorliegenden Beweismaterials fördert viel Neues
oder bisher Verschüttetes an den Tag und hebt unser Verständnis für diesen
quälenden und enorm wichtigen Fall auf ein neues Niveau.
Noam Chomsky, Sprachwissenschaftler, 6. Januar 2005
Wettlauf gegen den Tod ist nicht nur wissenschaftlich
anspruchsvoll, sondern auch sehr lesbar und der bis jetzt umfassendste
Bericht über den niederträchtigen Versuch, einen weiteren afroamerikanischen
Häftling eines US-Gefängnisses umzubringen.
Tariq Ali, Romancier, Dramatiker, Juni 2004
Die "Zeitschrift für Politikwissenschaften" aus Hamburg in ihrer Ausgabe 4/07: "Schiffmann geht auf die Rolle der US-Politik ein, deren Verhalten gegenüber Afroamerikanern aufgrund der häufig auftretenden Brutalität manchmal eher dem einer 'Besatzungsmacht' (23) gleiche und nicht einer schützenden Kraft."
Christian Feldmann in „Publik-Forum“ Nr. 17/ 2007: „Abu-Jamal kommt aus einem afroamerikanischen Getto (...) Wie Justiz und Gefängnisbehörden mit solchen Menschen umgehen, wirft ein erschreckendes Licht auf den weiterhin offen praktizierten Rassismus der US-Gesellschaft. Das Buch informiert über diese Hintergründe, legt aber auch neue Beweise für Abu-Jamals Unschuld vor, unter anderem bisher nicht veröffentlichte Fotos vom Tatort.“
Birgit Gärntner im „Freitag“ vom 15. Juni 2007: „Der Autor liefert fast 25 Jahre nach Abu-Jamals Verurteilung zum ersten Mal eine schlüssige Rekonstruktion des Tathergangs und präsentiert einen Zeugen, der als erster am Tatort war, aber bis heute nicht von der Polizei einvernommen wurde: den Pressefotographen Pedro P. Polakoff, dessen Fotos eindeutig Manipulationen des Tatorts durch die Polizei belegen. (...) Der Autor belegt eindrucksvoll, warum Mumia kein ‚Posterboy’ ist, sondern zu Recht weltweit zum Symbol für den Kampf gegen die Todesstrafe wurde.“
Das Ehrfurter Radio "F.R.E.I." am 29.1.2007: " Ein Buch, das über die Lebenswirklichkeit in den USA einiges mehr aussagt als alle Fernsehserien und Actionsfilme zusammen, das aber auch reflektiert gelesen werden muß."
"http://freedom-now.de" im Januar 2007: "Schiffmann hat das Buch nicht als gezielten Beitrag zur Kampagne geschrieben."
Gerd Bedszent in der Zeitschrift "Sprachrohr" am 11.12.2006: "Was sich in der Tatnacht tatsächlich zugetragen hat, wird sich wohl nie abschließend klären lassen - mehrere Zeugen sind mittlerweile tot, andere nicht mehr auffindbar. Ob es ein Auftragsmord an dem Polizisten war, der Mumia Abu-Jamal in die Schuhe geschoben wurde, oder ob er als Unbeteiligter Opfer einer ‚normalen' Ghettoschießerei wurde, läßt der Autor vernünftigerweise offen."
Victor Grossmann in der "Jungen Welt" vom 30.10.2006: "Das Buch untersucht die lange Entwicklung einer regelrechten Verschwörung, die nun schon ein Vierteljahrhundert andauert. Dabei schildert und erklärt der Autor die komplexen und rechtlichen Zusammenhänge so, dass sie auch für völlige Laien verständlich werden."
Die Zeitschrift "Ossietzky" Nr. 21 am 21.10.2006: "Wer, wie ich, Michael Schiffmann, den Heidelberger Universitätsdozenten, als Dolmetscher Linn Washingtons erlebt hat, des Freundes und Mitstreiters Mumia Abu-Jamals, wird beeindruckt gewesen sein, wie er längere Redeabschnitte im Gedächtnis behielt und in gut gebauten Sätzen wiedergab: Konzentrationsstärke, umfassende Beherrschung zweier Sprachen, Vorabkenntnisse der Materie - Fähigkeiten, die zweifellos dazu beigetragen haben, ‚Wettlauf gegen den Tod' gut lesbar und über lange Strecken packend zu machen."
Birgit Gärtner in der Berliner Tageszeitung "Neues Deutschland" vom 5.10.2006: "Der Autor liefert fast 25 Jahre nach Abu-Jamals Festnahme als vermeintlicher Polizistenmörder zum ersten Mal eine schlüssige Rekonstruktion des Tathergangs und präsentiert einen Zeugen, der als erster am Tatort war, aber bis heute nicht von der Polizei vernommen wurde: den Pressefotografen Pedro P.Polakoff. (...) Das Buch bietet einen kompakten Überblick über alles Altbekannte und Neue zum Thema Mumia Abu-Jamal."
ISBN 978-3-85371-258-0, br., bebildert, 320 Seiten, 21,90 Euro, 39,90 sFr.
Der afroamerikanische Journalist Mumia Abu-Jamal ist nach eigenen Worten seit einem Vierteljahrhundert gezwungenermaßen Bewohner des "am raschesten wachsenden öffentlichen Wohnbauprojekts in den Vereinigten Staaten" - er ist Häftling in einem der zahlreichen US-amerikanischen Hochsicherheitsgefängnisse in Pennsylvania.
Abu-Jamal wurde am 9. Dezember 1981 verhaftet, des Mordes an einem Polizisten angeklagt, im Juli 1982 für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Seit Anfang der 1990er Jahre haben seine Bemühungen um eine Wiederaufnahme des Verfahrens großes Echo gefunden und ihn zum wahrscheinlich bekanntesten Todeshäftling der Welt gemacht.
Das vorliegende Buch liefert nicht nur eine gründliche Untersuchung des Kriminalfalles, sondern beschäftigt sich darüber hinaus mit den Hintergründen, die bei der Verurteilung Abu-Jamals trotz brüchigen Beweismaterials und schreiender Widersprüche in der Anklage eine entscheidende Rolle spielten: dem anhaltenden Rassismus der US-Gesellschaft, dem schwarzen Befreiungskampf, an dem Abu-Jamal sich als Black Panther-Führer beteiligte, dem Verfall und der auch physisch sichtbaren Klassenspaltung in der amerikanischen Großstadt, den periodischen Hexenjagden der politischen Polizei gegen Andersdenkende und schließlich dem immer mehr aus den Fugen geratenden System der Strafjustiz. Abu-Jamal wird so zu einem Musterbeispiel für alles, was erschreckend und fragwürdig an der US-amerikanischen Strafjustiz und im besonderen an der Todesstrafe ist.
Zur Person:
Mumia Abu-Jamal wurde am 24. April 1954 unter dem Namen Wesley
Cook in Philadelphia geboren. Er wuchs in den "Projects", städtischen
Wohnbausiedlungen für Schwarze und sozial Benachteiligte, auf. Anfang
1969 gehörte er zu den Mitgründern der Black Panther Party in Philadelphia.
Bis zu seiner Verhaftung und Mordanklage im Dezember 1981 arbeitete er
als Radiojournalist. Er ist verheiratet mit Wadiya Jamal und hat zwei
Söhne, eine Tochter und mehrere Enkel.
Der Autor:
Michael Schiffmann, geboren 1957 in Tübingen, ist Universitätsdozent
am Anglistischen Seminar der Universität Heidelberg. Er hat Bücher von
Edward Said, Noam Chomsky, Mahmoud Darwish, Homi K. Bhabha und Angela
Davis ins Deutsche übersetzt.


