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Schopenhauer, Johanna - PROMENADEN UNTER SÜDLICHER SONNE - vergriffen!

Die Reise durch Frankreich 1804

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.: Der "ekz-Informationsdienst": "Anschaulich, lebendig, auch mit dem Auge der Kaufmannsfrau, schildert sie ihre Eindrücke von Landschaft, Menschen, Arbeitswelt und gesellschaftlichen Anlässen."

Der "NDR" in der Sendung "Reisezeit" vom 30.10.1993. "Ihre Beobachtungen, Spaziergänge, Natur- und Menschenschilderungen aus Marseille und Lyon, aus Bordeaux, Toulon und anderen 'Promenaden unter südlicher Sonne' sind ein spannendes Zeitdokument, vor allem aber ein überzeugendes Beispiel für weiblichen Wagemut in den ganz frühen Reisezeiten."

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 22.7.1993: "Der Titel 'Frauenfahrten', unter dem ein Wiener Verlag das Buch jetzt erneut herausgebracht hat, ist ... vor allem ein Missverständnis. Denn weit davon entfernt, nach Mustern weiblichen Schreibens zu suchen, gab Johanna Schopenhauer dem Lesepublikum des Biedermeier, wonach ihm verlangte."

ISBN 3-900478-63-5, 280 Seiten, gebunden, mit Lesebändchen, illustriert, 24.- Euro, 43.- sFr.
Edition Frauenfahrten VERGRIFFEN

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, nur wenige Jahre nach der Französischen Revolution, brach Johanna Schopenhauer in das von Revolutionswirren gezeichnete Frankreich auf. Nach einem längeren Aufenthalt in Paris ging die Reise im Januar 1804 per Postkutsche in den Süden. Über Orleans, Blois, Tours und Bordeaux geht es nach Nimes, Tarascon, Aix, Marseille, Avignon, Orange und Lyon. Die blühende, üppige Vegetation, die Orangenhaine, das Meer und das Licht scheinen das Paradies zu sein. Der Text Johanna Schopenhauers ist eine gelungene Verbindung des damals modernen Stils zwischen kunstvoller Betrachtung und spannender Reiseschilderung.Die neu überarbeiteten Reiseberichte der Autorin beschreiben nicht nur die Kulturdenkmäler jener längst vergangenen Epoche, sondern geben auch Einblicke in das Alltagsleben aller Gesellschaftsschichten. Zudem stellt das Buch ein hochinteressantes Zeitdokument dar, fiel die Reise doch in eine Phase politischer und gesellschaftlicher Umbrüche von historischer Tragweite.

Die Autorin: Die Schriftstellerin Johanna Schopenhauer, Mutter des Philosophen Arthur, zählt zu den berühmtesten Frauengestalten der Goethezeit. Neben Reisebeschreibungen verfasste sie Erzählungen und Romane, die sich zu ihrer Zeit großer Beliebtheit erfreuten. 1766 in der florierenden Handelsstadt Danzig geboren, wächst Johanna in einer Atmosphäre von Toleranz und Weltoffenheit auf. Ihr Vater, ein wohlhabender, republikanisch gesinnter Kaufmann, ermöglicht ihr eine gute Allgemeinbildung. Schließlich heiratet sie den wesentlich älteren Kaufmann Heinrich Floris Schopenhauer, durch den sie zu einer begeisterten Anhängerin des Freiheitsgedankens der französischen Revolution wird. Als die preußische Blockade Danzig als freie Handelsstadt behindert, zieht die Familie nach Hamburg. Johanna ist gerade 27 Jahre alt, und die deutsche Hansestadt ist nicht nach ihrem Geschmack. Noch dazu beeinträchtigen geschäftliche Schwierigkeiten das Glück des unterschiedlichen Paares. Um diesen Umständen zumindest zeitweilig zu entkommen, unternehmen die beiden bemerkenswerte Reisen. Frankreich, England und Schottland sind die Ziele, doch trotz dieser Ablenkung kommt Heinrich Floris mit dem Leben nicht mehr zurecht. Er stürzt sich 1805 aus dem Fenster eines Speichers. Johanna Schopenhauer bleibt als Witwe mit zwei Kindern zurück.

Johanna Schopenhauer übersiedelt mit ihrer erst neunjährigen Tochter Adele nach Weimar und versucht, Anschluss an das dortige kulturelle Leben zu finden. Die gebildete und weltoffene Frau lädt regelmäßig zu einer Salonrunde in ihrem Haus ein, und es gelingt ihr, einen literarischen Zirkel weltberühmter Gäste zu empfangen. Goethe fühlt sich wohl in ihrer Gesellschaft, die unterhaltsamen Abendgesellschaften der "Hofrätin Schopenhauer" sind sogar in Texten von zeitgenössischen Adabeis überliefert. Als das Bankhaus Muhl in Danzig Bankrott macht, verliert sie einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens. Es ist als Frau fast unmöglich, die eigene Existenz zu sichern. Es stehen keine Berufszweige offen, doch Johanna hat das Glück, auf Kunstbesitz der Familie zurückgreifen und - schreiben zu können. Mittlerweile verkaufen sich ihre Bücher gut, Zeitschriften bitten sie um Mitarbeit. Adele und Arthur, ihre beiden Kinder, sind fast erwachsen, doch nun muss sie die Entfremdung zu ihrem Sohn hinnehmen, der die Weimarer Gesellschaft seiner Mutter nicht schätzt. Schließlich kommt es zum endgültigen Bruch, der durch die literarische Erfolglosigkeit Arthurs noch beschleunigt wird. Adele, die Tochter, ist ebenfalls literarisch begabt, spielt Theater und wird von Goethe gefördert. Arthur Schopenhauer, der versponnene Philosoph, ist schließlich derjenige, der dem Namen der Familie bis in die heutige Zeit Bedeutung verschafft.

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