Shehadeh, Raja - STREIFZÜGE DURCH PALÄSTINA
Notizen zu einer verschwindenden Landschaft
Über den Autor:
Über das Buch schrieben und sendeten u.a.:
Hans Gasser in der "Süddeutschen Zeitung" vom 8. Dezember 2008: "Geraten ihm diese Beschreibungen auch manchmal etwas lang, so werden sie bald von politischen Fakten abgelöst. Anhand von Einzelfällen erzählt Shehadeh, wie sich Israel illegal palästinensisches Land aneignet, und wie aussichtslos sein juristischer Kampf dagegen meistens ist. Auf der letzten beschriebenen Wanderung 2006 trifft er einen jungen israelischen Siedler. Das Streitgespräch mit ihm ist eine Essenz der unvereinbaren Positionen in diesem Konflikt. Ob es ein Hoffnungsschimmer ist, dass die beiden am Ende gemeinsam ein Haschisch-Pfeifchen rauchen?"
Carsten Hueck im "Deutschlandradio Kultur" vom 17. Dezember 2008: "Shehadehs Buch vermittelt nicht nur einen persönlichen Eindruck vom Leben unter der Besatzung, sondern ist auch ein Dokument des Widerstandes. Der Autor berichtet über seinen juristischen Kampf gegen die seit Jahrzehnten fortgesetzte Enteignung palästinensischen Landes durch den israelischen Staat. Und beschwört gefühlvoll die allseits bedrohte Harmonie von Natur und Vegetation im Westjordanland, die Beziehung von Geografie, Geschichte und Lebensweise der traditionellen Bevölkerung. Indem Shehadeh die tiefe Verwurzelung seines Volkes in der Landschaft beschreibt, erhebt er Anspruch auf sie. Seine "Streifzüge durch Palästina" veranschaulichen, wie es sich anfühlt, wenn einem der Heimatboden unter den Füßen weggerissen wird."
Claudia Kühner im Züricher "Tages-Anzeiger" vom 3. November 2008: "25 Jahre Beobachtung israelischer (militärischer) Rechtsprechung im Westjordanland und deren Folgen haben Raja Shehadeh zu einem Kenner erster Güte gemacht. Denn hier stossen archaische Rechtstitel, Tradition, papierloses Erbe, ottomanisches, britisches Mandats- und israelisches Besatzungsrecht aufeinander. Und fast nie kann ein palästinensischer Bauer sein Recht durchsetzen, wenn es von Israel angefochten, d.h. sein Boden 'aus Sicherheitsgründen' konfiszierte wird - vor allem für den Siedlungsbau."
Ludwig Watzal in der Zeitschrift "International" Nr. IV/2008: "Dem Autor ist ein überzeugender Wurf von literarisch-politischer Literatur gelungen, der nicht nur den Intellekt, sondern auch die Seele berührt. Inspirierend zu lesen."
Die Internetplattform "www.schattenblick.de" am 5. Dezember 2008: "In sechs Streifzügen dokumentiert der Autor die tiefgreifende Veränderung des Hochlands Palästinas binnen eines Vierteljahrhunderts, die eine seit Jahrtausenden kaum veränderten Landschaft, die seiner Meinung nach zu den Naturschönheiten der Welt zählte, in eine vielfach fragmentierte, durchgängig administrierte und rasant zubetonierte Region expandierender israelischer Siedlerpräsenz verwandelt hat. Als Raja Shehadeh 1978 zur ersten seiner hier beschriebenen Wanderungen aufbrach, hegte er keinen Zweifel daran, daß er eine Landschaft durchquerte, die über kurz oder lang verschwinden würde. Mit jedem der folgenden Streifzüge sah er sich fortgesetzten Einschränkungen seiner Bewegungsfreiheit und der wachsenden Furcht vor Erniedrigung oder Schlimmerem konfrontiert. Was fühlt ein Mensch, der einen fremden Soldaten flehentlich bitten muß, ihm den Heimweg zu gestatten, der unversehens durch eine Ausgangssperre oder eine andere Verfügung blockiert worden ist? Wie ergeht es dem Wanderer, dem vergnügtes Umherschweifen fremd und unmöglich geworden ist, da seine Routenplanung immer kompliziertere Manöver inmitten verbotener Zonen erfordert, ohne ihm deshalb die Gewähr unbeschadeter Heimkehr zu bieten?"
"The economist" am 12. Juni 2008 über die englische Ausgabe: "It is something of an irony that a land whose timeless beauty has survived basically unchanged since biblical times is being transformed by a people who base their claim to it on biblical history."
Die "New York Times Book Review": "Wenige Palästinenser haben ihren Verstand, ihre Seele und ihr Herz mit solcher Freimütigkeit geöffnet wie Raja Shehadeh."
Über das Buch schrieben und sendeten u.a.:
Hans Gasser in der "Süddeutschen Zeitung" vom 8. Dezember 2008: "Geraten ihm diese Beschreibungen auch manchmal etwas lang, so werden sie bald von politischen Fakten abgelöst. Anhand von Einzelfällen erzählt Shehadeh, wie sich Israel illegal palästinensisches Land aneignet, und wie aussichtslos sein juristischer Kampf dagegen meistens ist. Auf der letzten beschriebenen Wanderung 2006 trifft er einen jungen israelischen Siedler. Das Streitgespräch mit ihm ist eine Essenz der unvereinbaren Positionen in diesem Konflikt. Ob es ein Hoffnungsschimmer ist, dass die beiden am Ende gemeinsam ein Haschisch-Pfeifchen rauchen?"
Carsten Hueck im "Deutschlandradio Kultur" vom 17. Dezember 2008: "Shehadehs Buch vermittelt nicht nur einen persönlichen Eindruck vom Leben unter der Besatzung, sondern ist auch ein Dokument des Widerstandes. Der Autor berichtet über seinen juristischen Kampf gegen die seit Jahrzehnten fortgesetzte Enteignung palästinensischen Landes durch den israelischen Staat. Und beschwört gefühlvoll die allseits bedrohte Harmonie von Natur und Vegetation im Westjordanland, die Beziehung von Geografie, Geschichte und Lebensweise der traditionellen Bevölkerung. Indem Shehadeh die tiefe Verwurzelung seines Volkes in der Landschaft beschreibt, erhebt er Anspruch auf sie. Seine "Streifzüge durch Palästina" veranschaulichen, wie es sich anfühlt, wenn einem der Heimatboden unter den Füßen weggerissen wird."
Claudia Kühner im Züricher "Tages-Anzeiger" vom 3. November 2008: "25 Jahre Beobachtung israelischer (militärischer) Rechtsprechung im Westjordanland und deren Folgen haben Raja Shehadeh zu einem Kenner erster Güte gemacht. Denn hier stossen archaische Rechtstitel, Tradition, papierloses Erbe, ottomanisches, britisches Mandats- und israelisches Besatzungsrecht aufeinander. Und fast nie kann ein palästinensischer Bauer sein Recht durchsetzen, wenn es von Israel angefochten, d.h. sein Boden 'aus Sicherheitsgründen' konfiszierte wird - vor allem für den Siedlungsbau."
Ludwig Watzal in der Zeitschrift "International" Nr. IV/2008: "Dem Autor ist ein überzeugender Wurf von literarisch-politischer Literatur gelungen, der nicht nur den Intellekt, sondern auch die Seele berührt. Inspirierend zu lesen."
Die Internetplattform "www.schattenblick.de" am 5. Dezember 2008: "In sechs Streifzügen dokumentiert der Autor die tiefgreifende Veränderung des Hochlands Palästinas binnen eines Vierteljahrhunderts, die eine seit Jahrtausenden kaum veränderten Landschaft, die seiner Meinung nach zu den Naturschönheiten der Welt zählte, in eine vielfach fragmentierte, durchgängig administrierte und rasant zubetonierte Region expandierender israelischer Siedlerpräsenz verwandelt hat. Als Raja Shehadeh 1978 zur ersten seiner hier beschriebenen Wanderungen aufbrach, hegte er keinen Zweifel daran, daß er eine Landschaft durchquerte, die über kurz oder lang verschwinden würde. Mit jedem der folgenden Streifzüge sah er sich fortgesetzten Einschränkungen seiner Bewegungsfreiheit und der wachsenden Furcht vor Erniedrigung oder Schlimmerem konfrontiert. Was fühlt ein Mensch, der einen fremden Soldaten flehentlich bitten muß, ihm den Heimweg zu gestatten, der unversehens durch eine Ausgangssperre oder eine andere Verfügung blockiert worden ist? Wie ergeht es dem Wanderer, dem vergnügtes Umherschweifen fremd und unmöglich geworden ist, da seine Routenplanung immer kompliziertere Manöver inmitten verbotener Zonen erfordert, ohne ihm deshalb die Gewähr unbeschadeter Heimkehr zu bieten?"
"The economist" am 12. Juni 2008 über die englische Ausgabe: "It is something of an irony that a land whose timeless beauty has survived basically unchanged since biblical times is being transformed by a people who base their claim to it on biblical history."
Aus dem Englischen übersetzt von Jürgen Heiser
Raja Shehadeh hat im April 2008 für dieses Buch den renommierten britischen "Orwell-Preis" erhalten. (Die Jury, die ihm diesen Preis zugesprochen hat, bestand aus: Annalena McAfee, Guardian Weekly/Albert Scardino, Pulitzer-Preisträger/John Tusa, BBC-World Service).
Seit 25 Jahren durchwandert der bekannte Schriftsteller und Menschenrechtsanwalt Raja Shehadeh seine Heimat Palästina. Er tut dies allein oder mit Freunden, zu allen Jahreszeiten, immer dann, wenn er Zeit hat und Ruhe finden will. Doch die Landschaft, die Shehadeh durchstreift, verschwindet mehr und mehr. In literarisch anspruchsvoller Sprache beschreibt der heute 57-Jährige den Zusammenhang von einer immer repressiver werdenden politischen Atmosphäre mit den sichtbaren Veränderungen in den Bergen und auf den Feldern Palästinas.
In sechs Kapiteln führt Shehadeh die Lesenden unter anderem durch die Gegend rund um Ramallah, in die Wildheit Jerusalems und durch die Schluchten in der Nähe des Toten Meeres. Jede Wanderung steht für eine andere Etappe der palästinensischen Geschichte. Vor 25 Jahren ging es durch arbeitsintensiv terrassierte, fruchtbare Olivenhaine in der Westbank, der letzte Streifzug endet an der Mauer, die palästinensische Bauern von ihren Feldern abschneidet.
Raja Shehadeh verquickt in seinen Notizen die Geschichte unterschiedlicher Landschaften mit historischen Erinnerungen und politischen Gesprächen, die er am Wegrand mit arabischen Bauern, jüdischen Siedlern oder mit ihn begleitenden Freunden führt. Über die Jahrzehnte zieht die planvolle Enteignung palästinensischer Gebiete durch die israelische Siedlerpolitik und die von dieser geprägten Rechtsprechung tiefe, zerstörerische Spuren in die Landschaft. In imaginären Dialogen mit Vater und Onkel erinnert sich der Autor an die Geschichte Palästinas und das Leben vor der Gründung des Staates Israel, der für Hunderttausende Vertreibung und Enteignung mit sich gebracht hat.
Shehadeh ist ein literarisch anspruchsvoller Text gelungen, der die Lesenden tief in Geschichte, Kultur und Geographie Palästinas führt. Orte und Landstriche der Westbank werden höchst einfühlsam und detailreich beschrieben. Eine Pflichtlektüre für alle, die Lebensalltag und Überlebensbedingungen des um seine Existenz kämpfenden palästinensischen Volkes kennen lernen wollen.
Der Autor: Raja Shehadeh, geboren 1951 in Ramallah, hat die amerikanische Universität in Beirut besucht. Er arbeitet als Anwalt in Ramallah und ist Autor zahlreicher Bücher, die in arabischer und englischer Sprache erscheinen (z.B. "Strangers in the House", "When the Bulbul Stopped Singing"), Mitbegründer der unabhängigen Menschenrechtsorganisation "Al Haq" und Mitglied der Internationalen Juristenvereinigung.

