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Stark, Freya - DURCH DAS TAL DER MÖRDER

Reisen im Persien der 1930er Jahre

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Die Grazer Zeitschrift "Korso" im Juni 2008: "In ihren humorvollen, oft anrührigen Schilderungen des Reisealltags liefert sie tiefe Einblicke in die Kultur und Lebensweise der Menschen des Orients."

Gabriele Habinger in „AEP Informationen“ Nr. 3/2007: „... oder auch die abenteuerlustige und zum Teil etwas skurrile Freya Stark, die in späteren Jahren von der Queen geadelt wurde und die bevorzugt möglichst entlegene Regionen aufsuchte, etwa in den 1930er Jahren die Provinz Luristan in Persien, die damals als besonders gefährlich galt – was jedoch auf die Britin eine besondere Anziehungskraft ausübte.“

Die Rezensionsschrift "Virginia" Nr. 33/ März 2003: "Die Neuauflage bei Promedia bietet zwei (leider schlecht lesbare) Landkarten, stimmungsvolle Fotographien und ein gut sortiertes Glossar. (...) Die Herausgeberin liefert interessante biographische Details der Autorin, außerdem viele Hintergrundinformationen zur Thematik. Fazit: ein reizvoller Beitrag zu 'Frauenfahrten' und 'Reiseschriftstellerinnen'!"

Die "Frankfurter Allgemeine" am 11.7.2002: "'Schurkenstaaten macht man im Westen nicht erst seit dem 11. September vor allem in der islamischen Welt aus. Welch lange Tradition das Feindbild hat, verriet die Parole vom 'Kreuzzug gegen das Böse'. Ein eindrucksvolles Dukoment für dergleichen Bigotterie ist Freya Starks Reisebericht. (...) Für die ethnologischen Details allerdings behielt sie einen kühlen Blick: Akribisch schildert sie Kleidung und Brauchtum der Bevölkerung. Dennoch überwiegen in der unterhaltsamen Reiseschilderung Erlebnisse und Erfahrungen, also der persönlich gefärbte Ton. Nicht zuletzt wegen dieser Ambivalenz wurde das Buch zu einem Klassiker der Reiseliteratur."

Die "Bücherschau" Nr. 1/2002: "1949 wurde ihr Buch über die Reisen in Persien unter dem Titel ‚Das Tal der Mörder' auf deutsch herausgebracht (bei Rowohlt). Die hier vorliegende Neuauflage bei Promedia folgt dieser Ausgabe weitgehend. Sie ist ein ausgezeichneter Beitrag in der Reihe ‚Frauenfahrten' und hält wirklich alles, was man nur von einem Reisebericht erwarten kann. Ein höchst empfehlenswertes, breit einsetzbares Buch."

Die Rezensionszeitschrift "WeiberDiwan" im Frühjahr 2002: "Trotz aller Offenheit trägt ihr anschaulicher Bericht die koloniale Überheblichkeit, die typisch für westliche Reisende war (und manchmal noch ist)."

"Die Zeit" vom 2.1.2002: "Die Reiseschriftstellerin verkörpert exemplarisch die Wende, die die Geschichte des Reisens im 20. Jahrhundert genommen hat. Ihr zweiter Reisebericht, Durch das Tal der Mörder, von 1934 markiert den Umschwung: Vorbei war die Zeit der viktorianischen Forscherdilettanten, Laien mussten sich fortan damit begnügen, zum Vergnügen zu reisen."

Die "Tennengauer Nachrichten" vom 8. November 2001: "Der faszinierende Bericht der Britin über ihre Reisen durch Persien erschien kürzlich in einer geringfügig gekürzten Fassung unter dem Titel 'Durch das Tal der Mörder'".

Die Zeitschrift "AUF" Nr. 114: "Sie begegnet als weibliche Reisende erstaunlich wenig Schwierigkeiten. Einmal wird geargwöhnt, sie sei keine Frau und daher ein Regierungsspion, falls aber doch, war die Tatsache immerhin erkundungswürdig, weshalb sie nicht verheiratet war."

ISBN 3-85371-182-8, 240 Seiten, geb. mit Lesebändchen, illustriert, 24.- Euro
Edition Frauenfahrten. Herausgegeben von Gabriele Habinger

Im Herbst 1929 kam Freya Stark in den Orient. Von Bagdad reiste sie weiter nach Persien; vor allem die entlegenen Bergregionen stellten ein verlockendes Reiseziel dar. Sie hatte sich vorgenommen, das damals den Europäern nahezu unbekannte Tal der Assassinen im Bergland südlich des Kaspischen Meeres zu bereisen, um die Lage der hier liegenden zahlreichen Burgen zu erforschen. Diese Bergfestungen der Assassinen – das Wort bedeutet soviel wie „Mörder“ –, auch „Haschischesser“ genannt, eine berüchtigte schiitische Geheimgesellschaft, der man nachsagte, vor nichts zurückzuschrecken, galten während ihrer Schreckensherrschaft als nahezu unerreichbar und uneinnehmbar. Freya Stark beschloß, für ihre Reise Persisch zu lernen; im April 1930 begab sie sich nach Hamadan in Persien, einen Monat danach war sie auf dem Weg ins Alamut-Tal der Assassinen. Ein spektakulärer Plan, denn die Festungen waren oft kaum zu finden und sind selbst heute noch schwer erreichbar.

Allerdings gab es ein Problem: diese Region war auf den europäischen Karten nicht verzeichnet. Freya Stark packte dennoch Feldbett und Satteltaschen und machte sich allein auf den Weg. Mit dem Wagen ging es bis Kazwin, von dort weiter auf dem Rücken eines Maulesels. Tatsächlich erreichte sie ihr Ziel und stieß trotz zahlreicher Warnungen auf gastfreundliche Menschen, die sie mit großer Neugierde empfingen. Auf ihrer zweiten Reise nach Masandaran, im Sommer 1931, erkrankte die Abenteurerin schwer, an Malaria, an Ruhr und Denguefieber. Ihr Entdeckungswille blieb dennoch ungebrochen. Die Reise führte sie über Teheran und durch Luristan, eine Provinz, die von Nomaden bewohnt war, deren bevorzugte Beschäftigung im Diebstahl bestand. Diese Region war von der Regierung in Teheran nicht befriedet und galt als äußerst gefährlich. Gefahr war jedoch für Freya Stark eher ein Anreiz als eine Abschreckung: „In ein Land einzusteigen, das als unsicher gilt, erhöht alle Lebensgeister“, schreibt sie in ihrem Reisebericht. Freya Stark suchte auf ihren Reisen den Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, und sie genoß die Gastfreundschaft der Bergbewohner. In ihren humorvollen, oft anrührenden Schilderungen des Reisealltags liefert sie tiefe Einblicke in die Kultur und Lebensweise der Menschen des Orients.

Die Autorin:
Freya Stark, eine der großen Reisenden des 20. Jahrhunderts, wurde 1893 in Paris geboren und wuchs in einem kosmopolitischen Umfeld auf, in dem sie schon früh verschiedene Kulturen und Lebensweisen kennenlernte. Bereits die Kindheit dieser später so unkonventionellen Frau war durch zahlreiche Ortswechsel geprägt – der Vater bevorzugte das englische Landleben in Dartmoor, die Mutter liebte die Atmosphäre Norditaliens. Während ihrer Studienzeit in London – es war die Zeit des Ersten Weltkriegs – arbeitete Freya Stark bei der Zensurbehörde, später als Krankenschwester in Italien. Schon früh hatte sie sich für die Kultur des Orients interessiert. Schließlich ging sie in den Nahen Osten, um Arabisch zu studieren. Sie bereiste mehrmals Persien, wo ihr unter anderem spektakuläre archäologische Funde gelangen, und den Süden der arabischen Halbinsel, wo sie den Hadramaut durchwanderte, und veröffentlichte über ihre Abenteuer zahlreiche Reisebücher. Mit ihrem Reisebericht „Das Tal der Mörder“, erstmals 1949 auf Deutsch erschienen, begründete sie schlagartig ihren Ruf als Forschungsreisende.

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