Feldbauer, Peter/Husa, Karl/Korff, Rüdiger (Hg.) - SÜDOSTASIEN - vergriffen!
Gesellschaften, Räume und Entwicklung im 20. Jahrhundert
Peter Borschberg im „Jahrbuch für Europäische Überseegeschichte“ Nr. 7/2007: „In sum, the editors have done a good job at pulling the pieces together, but like with so many other co-authored works, it almost goes without saying that the different contributions are uneven in scope, length and exhaustiveness. This verdict, alas, should not prevent a recommendation of this book as a useful and by all means handy introduction to contemporary Southeast Asia.”
Volker Grabowsky in der Zeitschrift "Asien. Deutsche Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur" im April 2006: "Viele Gesamtdarstellungen über Südostasien leiden darunter, dass sie die Region lediglich als eine Ansammlung von Nationalstaaten begreifen, die in ihrer heutigen Form meist erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entstanden sind. Die Herausgeber der vorliegenden Sammelbandes schlagen einen anderen Weg ein: Sie rücken in das Zentrum diejenigen Prozesse, die im Verlaufe des 20. Jahrhunderts Südostasien als eine zusammenhängende Region gebildet und geprägt haben. (...) Der Sammelband bringt einem breiten Interessentenkreis die Entwicklungsprobleme einer faszinierenden Großregion näher und ist eine gute Bereicherung der nicht besonders zahlreichen deutschsprachigen Literatur auf diesem Terrain."
Die Zeitschrift "Das Historisch-Politische Buch" im Heft 5/2004: "Der Sammelband bietet insgesamt eine gute Orientierung über eine Region, die mehr Aufmerksamkeit verdient, als ihr bisher zuteil geworden ist."
Die Zeitschrift "Periplus 2004": "Den Herausgebern ist es weitgehend gelungen, einen in sich konsistenten Band zusammenzustellen. Da das Script allerdings zur Vorlesung vorliegen sollte, waren die Autoren offenbar gezwungen, unter Zeitdruck zu produzieren, so dass sich durchwegs eine Vielzahl von Flüchtigkeitsfehlern oder erläuterungsbedürftigen Passagen finden."
Der "ekz-informationsdienst": "In 14 anspruchsvollen Aufsätzen stellen ausgewiesene Experten die politisch, ethnisch und kulturell sehr heterogene Region Südostasien vor. (...) Auch in kleineren Bibliotheken einsetzbar."
ISBN 3-85371-202-9, 272 Seiten, br., gr. Format, Euro 24,90; sFr 42,30 VERGRIFFEN
Edition Weltregionen
Südostasien galt Anfang der 1990er-Jahre als Boom-Zentrum der Weltwirtschaft. Die 1997 einsetzende Asien-Krise, die zu massiven Einbrüchen vor allem in Thailand und Indonesien führte, machte deutlich, dass die Regeln der Wirtschaftskonjunkturen auch für Südostasien gelten. Erfolgreiche Börsen- und Landspekulanten verlegten ihr Tätigkeitsfeld auf den Verkauf von Sandwiches. Jachten, Flugzeuge, edle Limousinen und andere Luxussymbole waren nicht mehr leistbar. Die Krise blieb jedoch nicht nur auf die Wirtschaft beschränkt. In Thailand wurde die Regierung abgelöst und eine neue Verfassung durchgesetzt; in Indonesien führte der wirtschaftliche Absturz zum Zusammenbruch des Suharto-Regimes. In Malaysia wiederum geriet der Premierminister unter massiven Druck. Inzwischen haben sich Politik und Wirtschaft ein wenig erholt. Nur Indonesien schwebt weiterhin am Rande des Chaos.
Jede Arbeit über Südostasien steht vor einer Definitionsfrage. Ist Südostasien eine integrierte Region mit einer gemeinsamen Geschichte, oder handelt es sich um einzelne Regionen, die sehr viel enger mit China und Indien oder Holland, Großbritannien bzw. Frankreich verbunden sind? Südostasien ist höchst heterogen. Alle Weltreligionen sind hier vertreten, neben Metropolen finden sich abgeschiedene Dorfstrukturen, historische Großreiche bestehen parallel zu Stammesgesellschaften; und Schwellenländer (Singapore, Malaysia, Thailand) modernisierten sich neben unterentwickelten Ländern (Burma, Laos, Kambodscha).
Nimmt man die gegenwärtigen Grenzziehungen als Grundlage der Betrachtung, wird schnell deutlich, dass diese Staatlichkeiten erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden sind und vorher keine Bedeutung hatten. Tatsächlich ist die Strukturierung entlang der aktuellen Grenzen eine Verlängerung der kolonialen Diskurse. Werden umgekehrt Regionen statt Länder als Einheiten gewählt, stellt sich diese Problematik weniger. Dann geht es allerdings darum, Prozesse und Interdependenzen zu identifizieren, wodurch Südostasien als eine sinnvolle Forschungseinheit konstituiert wird. Demnach können drei Großregionen unterschieden werden: Insel-Südostasien oder die malayische Welt; Festland- Südostasien; und die Bergregionen in Südostasien, d.h. die Ausläufer des Himalaya in Burma, Laos, Vietnam und Thailand. Südostasien wird im vorliegenden Band nicht als Ansammlung von Staaten untersucht, sondern die AutorInnen rücken jene Prozesse ins Zentrum ihrer Analyse, die diese Weltgegend in ihren regionalen Zusammenhängen ersichtlich machen.
Die Herausgeber:
Peter Feldbauer, Jahrgang 1945, ist Professor am Institut für
Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Seit Jahrzehnten
arbeitet er zur europäischen Expansion im Zeitalter von Kolonialismus
und Imperialismus. Zuletzt ist von ihm im Promedia Verlag erschienen:
Die islamische Welt. 600-1250. Ein Frühfall von Unterentwicklung? (Wien
1995).
Karl Husa, Jahrgang 1950, arbeitet als Professor am Institut für
Geographie und Regionalforschung der Universität Wien.
Rüdiger Korff, Jahrgang 1954, ist als Professor für Entwicklungsländerforschung
an der Universität Hohenheim tätig. Seit mehr als 20 Jahren lehrt und
forscht er zum regionalen Schwerpunkt Malaysia.


