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Thallmayer, Claudia/Eckert, Karin (Hg.) - SEXISMEN UND RASSISMEN

Lateinamerikanerinnen zwischen Alter und Neuer Welt

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Die Zeitschrift "L'homme" Nr. 16/2 (2005): "Was den Sammelband besonders lesenswert macht, ist die Tatsache, dass diese Mechanismen differenziert mit patriarchalen Strukturen quergelesen und aus der Perspektive von Frauen analysiert werden."

Die Tageszeitung "Junge Welt" am 18.2.2005: "Insgesamt liefert der Sammelband zahlreiche Fakten zur Lage lateinamerikanischer Frauen, die in so konzentrierter Form sonst kaum zu finden sind. Zu kritisieren bleibt, daß es sich hauptsächlich um soziologische Untersuchungen aus dem akademischen Umfeld handelt. Zustimmen muß man den Herausgeberinnen in ihrem Anliegen, der neoliberalen Politik entgegenzuwirken und Widerstandsstrategien sichtbar zu machen."

Die Rezensionszeitschrift "Weiberdiwan" im Sommer 2004: "Die gut lesbaren Beiträge bieten spannende Einsichten in die Lebensrealitäten von Lateinamerikanerinnen, wobei die kämpferische Frische der Autorinnen besonders inspirierend ist."

Die Zeitschrift "Südwind" im Juli 2004: "Die Heterogenität an Themen und Stimmen sowie die Verbindung von Theorie und Praxis machen das Buch zu einer lebendigen und spannenden Lektüre, die, ohne Schönfärberei zu betreiben, eindeutig zu Optimismus Anlass gibt."

Die "AEP-Informationen" Nr. 2/2004, 31. Jahrgang: "Das Buch ‚Sexismen und Rassismen' bietet anschauliche Informationen über die Gründe und Auswirkungen von geschlechtsspezifischer Migration und gender-zentrierten Rassismen sowie über Widerstandsstrategien von Frauenorganisationen. Den Autorinnen und Herausgeberinnen war es dabei sehr wichtig, ‚die Frauen zwar als Betroffene, aber nicht als Opfer zu zeigen', was ihnen durchaus gelungen ist.

Das Magazin "Anschläge": "Ein großartiges, empfehlenswertes Buch! Es macht Lust, sich tiefer mit den Themen zu beschäftigen, die angerissen wurden. Ideal für Abende, an denen frau/mann sich weiterbilden und nicht vom Zahlenwerk erschlagen werden will. Dornröschen schreitet weiter und bringt bald neue Ausschnitte ihrer Wahrnehmung in unsere Zimmer!"

ISBN 3-85371-218-5, br., 208 Seiten, 15,90 Euro, 28,50 sFr.
Mit Beiträgen von Ramona Álvarez Fleitas, Marcela Ballara, Cristina Boidi, Ulrike Lunacek, Irene Zeilinger u.a.

Lateinamerika - Kontinent der Machos und der exotischen, aber unterdrückten Frauen? Dieses Bild dominiert immer noch die Vorstellungen über Lateinamerika. Es reduziert die Region auf wenige Schlagworte, in denen rassistisch-abwertendes Denken über "arme Frauen" und "böse Männer" mitschwingt, und es klammert bedeutende Aspekte der lateinamerikanischen Realität aus: Denn es gibt sie, die widerständigen Frauen, die sich gegen Sexismen, Homophobie, Rassismen und ökonomische Unterdrückung zur Wehr setzen.

Genau auf diese Akteurinnen richten die Autorinnen des Buches - europäische und lateinamerikanische Sozialwissenschafterinnen - ihren Blick. Die Themen sind Geschlechterverhältnisse, Überlebensstrategien und Frauenwiderstand gegen sexistische und rassistische Diskriminierung im Kontext von Globalisierung und Migration.

Galten schon die 1980er Jahre für Lateinamerika als "verlorenes Jahrzehnt", so hat die forcierte Umsetzung einer neoliberalen Politik in den 1990er Jahren weite Teile der Mittelschicht, ArbeiterInnenklasse sowie KleinbäuerInnen und LandarbeiterInnen zunehmend verarmen lassen. Starker ökonomischer Druck zwang viele Frauen in die Migration vornehmlich in die USA und nach Europa. Für die Ökonomien Lateinamerikas sind die Geldüberweisungen der MigrantInnen an die zu Hause gebliebenen Familienmitglieder überaus bedeutsam - laut Weltbank liegen sie an zweiter Stelle aller Nettogeldflüsse in die Entwicklungsländer. Europa und die USA haben auf den verstärkten Migrationsdruck mit einer restriktiven Einwanderungspolitik geantwortet. Diese Politik marginalisiert MigrantInnen - bis hin zur Illegalität -, was sich besonders für Frauen, die sich aufgrund ihres Geschlechts bereits in einer benachteiligten Position befinden, negativ auswirkt.

Auf der anderen Seite verstärken die durch die Globalisierung bzw. das Internet erleichterten Möglichkeiten zu Solidarität die Austauschbeziehungen. Internationale feministische Koalitionen erweisen sich dabei als Chance, den neoliberalen Politiken entgegenzuwirken und die Betroffenen als Akteurinnen zu begreifen, die in die Gestaltung ihres sozialen Umfeldes und in die politischen Gegebenheiten direkt eingreifen.

Die in allen Beiträgen angestrebte Verknüpfung von Theorie und Praxis liefert anschauliche Informationen über die Gründe und Auswirkungen von geschlechtsspezifischer Migration und gender-zentrierten Rassismen, über den konkreten Umgang der AkteurInnen sowie über Widerstandsstrategien von Frauenorganisationen und internationale Netzwerk- und Zusammenarbeit von Frauen in der "Alten" und der "Neuen Welt".

Die Herausgeberinnen:
Claudia Thallmayer, geboren 1965, ist Psychologin und in der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit (AGEZ) mit dem Schwerpunkt Rassismus und Frauenarbeit tätig.
Karin Eckert, Jahrgang 1971, ist Ethnologin und arbeitet zu den Themen Rassismus und Migration. Seit 2002 koordinierende Redakteurin des feministischen Magazins "an.schläge".

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