Veigl, Christa (Hg.) - STADTRAUM GÜRTEL
Natur, Kultur, Politik
"Derive" im Juli 2000: "Das Buch 'Stadtraum Gürtel' ist im Hirn von Bernhard Frankfurter entstanden. In bestem Wissen und Gewissen haben die von ihm zur Mitarbeit bewegten Autoren diese Idee posthum veröffentlicht. Ein schöner Versuch, der aber nur allzu oft in eine allgemeine Lobhudelei abdriftet und wenig Raum für kritische Überlegungen offen lässt."
"24 Stunden für Wien" vom April 2000: "Nach
und nach entstehen in den Stadtbahnbögen wieder Lokale und Geschäfte,
durch Revitalisierungsbestrebun-
gen entwickelt sich ein neues Bewusstsein, ein neues 'Gürtel-Gefühl'.
Dazu leistet das Gürtel-Buch einen wichtigen Beitrag."
ISBN 3-85371-154-5, 180 Seiten, Großformat, farbig bebildert, broschur,
Euro 21,90; sFr 39,30
Illustriert von Joseph Kühn.
Der Wiener Gürtel ist Kulturraum und Biotop gleichermaßen. Hier treffen sich Bau- und Architekturgeschichte, Verkehrstechnologie, menschlicher Lebensraum in vielerlei multikulturellen Facetten sowie eine seltsame städtische Tier- und Pflanzenwelt. Über all das berichtet Christa Veigls Gürtelbuch.
Seit den 1870er Jahren angelegt, war der Gürtel als weiträumige äußere Ringstraße mit Grünanlagen konzipiert, ein Boulevard für die Mobilität der Kapitale Wien, aber auch ein Platz für erholungsbedürftige StädterInnen. 100 Jahre später kennt man den zwischenzeitlich zur Prunkzone verklärten Stadtraum unter geänderten Vorzeichen: Verkehrshölle, Rotlichtmeile und prekärer Lebensraum für sozial benachteiligte Gruppen. Eines war die breite Schneise zwischen Nußdorfer Straße, West- und Südbahnhof jedoch schon immer: eine Knotenlinie zwischen den Himmelsrichtungen und somit zwischen den gesellschaftlichen Kontrahenten. So gesehen hat der Gürtel seine ursprüngliche Funktion eines Linienwalls beibehalten: stadteinwärts leben ein Bürgertum und eine sozial gefährdete Mittelschicht, stadtauswärts vornehmlich alte Leute sowie türkische und jugoslawische Menschen, die das Leben der Märkte und Geschäfte bestimmen.
Die Herausgeberin: Christa Veigl, geboren 1958 in Zwettl/Niederösterreich, studierte Kunstgeschichte und Germanistik an der Universität Wien. Sie lebt als frei schaffende Publizistin in Wien.

