VIENNENSIA
Nachdrucke aus der Wiener Stadt- und Landesbibliothek
Herausgegeben von Walter Obermaier und Andreas Weigl
Die Wiener Stadt- und Landesbibliothek besitzt einen bedeutenden Bestand an bibliophilen Raritäten. Die vorliegende Reprintreihe für Liebhaber macht es sich zur Aufgabe, diesen Bücherschatz einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Die Herausgeber haben bedeutende Werke aus den Bereichen Landes-, Kultur-, Literatur-, Technik- und Wirtschaftsgeschichte ausgewählt. Jeder Band enthält ein Nachwort zu Autor und Werk.
Matthias Fuhrmann
ALT- UND NEUES WIEN
Bd. 1-2, Wien 1739. Format 10x16cm, 1600 Seiten, br., Fadenheftung, 165.-
Euro. ISBN 3-85371-210-X
Mit diesem Werk erwarb sich der in Hernals in den Paulinerorden eingetretene
Matthias Fuhrmann (1697 - 1773) bleibende Verdienste um die Wiener Geschichtsschreibung.
In chronologischer Folge beschreibt er Beschaffenheit, historische Entwicklung
und "Denckwürdigkeiten" der Stadt bis zum Jahr 1738. Interessantes Quellenmaterial,
Detailreichtum und flüssiger Erzählstil zeichnen das Buch aus und bieten
gleichzeitig ein lebendiges Bild der Historiographie des ausgehenden 18.
Jahrhunderts. Dies, die zahlreichen Illustrationen und ein äußerst brauchbares
Register machen den "Fuhrmann" bis heute zu einer Fundgrube für den Kulturhistoriker.
Ignaz De Luca
TOPOGRAPHIE VON WIEN:
Erster (einziger) Band, Wien 1794. Format 9x16cm, 592 Seiten, br., Fadenheftung,
98.- Euro. ISBN 3-85271-211-8
Ignaz de Luca war der erste ordentliche Professor für Statistik in Österreich.
1794 erschien seine "Beschreibung von Wien". De Luca beschäftigt sich
mit der Geographie und der Statistik Wiens: "Wiens Lage, Umfang, Grenzen,
Klima, Boden, Flüsse und Naturprodukte".
Realis
CURIOSITÄTEN- UND MEMORABILIEN LEXICON VON WIEN.
Bd. 1-2, Wien 1846. Format 15x23cm, 972 Seiten, br., Fadenheftung, 189.-
Euro; ISBN 3-85371-212-6
Der unter dem Pseudonym Realis publizierende Schriftsteller Walter Ritter
von Cöckelberghe-Dützele (1786 - 1857) hat ein herausragendes historisch-topographisches
Lexikon geschrieben. Es bietet ein ebenso buntes wie kulturhistorisch
bemerkenswertes Bild des vormärzlichen Wien. Von "ABC-Häuser" bis zu "Zwölferdichter"
spannt sich der Bogen von Stichworten, die Stationen auf einer Entdeckungsreise
ins alte Wien sind, welche selbst für Stadthistoriker eine Unzahl von
Überraschungen bereit hält.
Ignaz Schwarz
DAS WIENER GHETTO, seine Häuser und seine Bewohner
Wien-Leipzig 1909. Format 15x23cm, 326 Seiten, br., Fadenheftung, 65.-
Euro. ISBN 3-85371-213-4
Die klassische Studie von Ignaz Schwarz zum Wiener Ghetto im Unteren Werd
- der späteren Leopoldstadt - liefert auf der Basis von Originalquellen
ein minutiöses Bild von den Lebensbedingungen der Wiener Judenschaft im
17. Jahrhundert vor der Vertreibung der Jahre 1669/70.
Johann Slokar
GESCHICHTE DER ÖSTERREICHISCHEN INDUSTRIE und ihrer Förderung
unter Kaiser Franz I., Wien 1914.
Format 15x23cm, 686 Seiten, br. Fadenheftung,129.- Euro; ISBN 3-85371-214-2
Wer etwas über die Anfänge der Industrie in der Habsburgermonarchie wissen
möchte, findet es bei Slokar. Der Band bietet eine detailreiche Geschichte
einzelner Branchen und Firmen von der Zeit Maria Theresias bis in den
Vormärz. Dank der Verwendung nicht mehr vorhandenen Aktenmaterials ist
er bis heute ein unverzichtbares Nachschlagewerk für die frühe Industriegeschichte,
im besonderen in Wien und Niederösterreich.
Johann Rautenstrauch
DAS NEUE WIEN: EINE FABEL, Wien 1785
Format 8,5x15,6 cm, 96 S., 45.- Euro; ISBN 3-85371-246-0
Johann Rautenstrauch (1746 – 1801), in Erlangen geboren, kam 1770 nach
Wien. Der Dramatiker und Lyriker wandte sich der politischen, historischen
und kirchenpolitischen Publizistik im Sinne der Reformpolitik Josephs
II. zu. Dabei bediente er sich auch der Traum- und Zukunftsvision wie
in der vorliegenden satirisch-utopischen Schrift, einem herausragenden
Zeugnis für die josephinische Tagespublizistik, aber auch für die utopische
Wien-Literatur. Ein Traum führt in ein imaginäres Wien des Jahres 1805:
Stadt und Vorstädte sind vereinigt, die Mauern und Bastionen gefallen
und die Ideen Kaiser Josephs II. in idealistischer Weise Wirklichkeit
geworden.
Heinrich Böckh (Hg.)
MERKWÜRDIGKEITEN DER HAUPT- UND RESIDENZSTADT WIEN und ihrer
nächsten Umgebungen: Ein Handbuch für Einheimische und Fremde, Wien 1822/23
Format 9,9x16 cm, 762 S., 109.- Euro; ISBN 3-85371-244-4
Heinrich Böckh (1787 – 1831) legte ein Buch vor, das dank des Fleißes
und seiner Genauigkeit bis heute eine wesentliche Quelle des Erscheinungsbildes
von Wien am Beginn der 1820er Jahre ist. Nicht nur die bedeutenden Objekte
der Stadt, die Gebäude, Kirchen, Synagogen, Denkmäler, Brunnen und Gärten,
werden detailliert beschrieben, sondern auch die Bibliotheken und Sammlungen
sowie die in Wien erscheinenden Zeitschriften und Kalender. Von besonderem
Wert sind die Personenverzeichnisse, etwa der lebenden Schriftsteller
und Tonkünstler und der Erfinder neuer Musikinstrumente. Ein Register
erschließt diese kulturhistorische Fundgrube.
Adolf Anton Schmidl
WIEN, WIE ES IST, Wien 1840
Format 9,9x15,8 cm, 428 S., ein großer Plan, 89.- Euro; ISBN 3-85371-247-9
Adolf Anton Schmidl (1802 – 1863) verfasste nach dem Studium der Philosophie
und der Jurisprudenz Theaterstücke und Gedichte, machte sich aber vor
allem als topographischer Schriftsteller einen Namen. Unter seinen Wanderführern,
Reisebüchern und heimatkundlichen Werken ragt der in meh- reren Auflagen
erschienene Wienführer heraus. Er gibt einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten
von Stadt und Vorstädten, aber auch über alle wesentlichen Institutionen
sowie die Behörden und die Geistlichkeit der Residenzstadt und schlüsselt
sie durch ein Register auf. Zusammen mit dem übersichtlichen Plan entsteht
ein lebendiges Bild Wiens und seiner Vorstädte aus der Zeit knapp vor
der Revolution des Jahres 1848.
Mehrere Autoren
ZEHN BERICHTE ÜBER DIE WIENER TÜRKENBELAGERUNG DES JAHRES
1529, Wien 1529 bis 1532
Format 14x19cm, 200 S., viele Abb., 79.- Euro; ISBN 3-85371-245-2 VERGRIFFEN
Die Erfindung der Buchdruckerkunst bot völlig neue Möglichkeiten, einen
größeren Publikumskreis zu erreichen. Die Türkenkriege waren die ersten
militärischen Ereignisse, in der diese frühe Form der Massenpresse ihren
Niederschlag fand. Zehn ausgewählte Berichte dokumentieren dies eindrücklich.
Noch im Jahr der Belagerung schrieb der „lateinische Kriegssekretär“ Ferdinands
I. einen Bericht über die Belagerung, der 1530 in Nürnberg gedruckt wurde.
Auch die Schrift von Hieronymus Berlin ist der offziellen Berichterstattung
zuzurechnen. Guldemundts Bericht ist ein so genannter „Absagebrief“ vorangestellt,
eine fingierte Kriegserklärung des Sultans, die der kaiserlichen Propaganda
gedient hat. Besonders Flugschriften, die spektakulär grauenvolle Details
der Belagerung wiedergaben, erfreuten sich großer Beliebtheit.
Johann Peter von Vaelckeren
WIENN VON TÜRCKEN BELÄGERT VON CHRISTEN ENTSEZT, das ist: Kürtzliche
Erzehl- und Beschreibung alles dessen, was sich vor, in und nach der grausamben
türckischen Belägerung der kayserlichen Residentz Statt Wienn in Oesterreich
anno 1683 zugetragen, Linz 1684
Format 14,5x20 cm, 84 S., 65.- Euro; ISBN 3-85371-248-7
Vaelckeren war selbst in der besetzten Stadt eingeschlossen. Sein Tagebuch
umfasst den Zeitraum vom 6. Mai bis 15. September 1683. Aufgrund seiner
Stellung als „kaiserlicher Historiograph“ verfügte Vaelckeren über ausgezeichnete
Informationen. Ein Portrait des Stadtkommandanten Starhemberg und Pläne
der belagerten Stadt illustrieren das Werk.

