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Wallerstein, Immanuel - DAS MODERNE WELTSYSTEM III - Die große Expansion

Die Konsolidierung der Weltwirtschaft im langen 18. Jahrhundert

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Richard Heigl in der Zeitschrift „Das Argument“ Nr. 167/2006: Im Kampf zwischen Gewinnern und Verlierern der Entwicklung der kapitalistischen Weltwirtschaft sieht der Autor den ‚humanen’ Charakter des Ergebnisses als Folge der antikapitalistischen Kräfte. Auch wenn einzelne Aussagen pauschal erscheinen und Einzelergebnisse in der Zwischenzeit zur allgemeinen Forschungsmeinung wurden, birgt sein Werk immer noch Sprengkraft; zumal es heute völlig quer zum kulturalistischen und subjektivistischen Mainstream der Geschichtswissenschaften liegt.“

Ulrich Pfeifer-Schaupp auf "www.socialnet.de" am 14.5.2007: "'Das moderne Weltsystem' mit dem ‚Kapital' von Karl Marx zu vergleichen, ist vielleicht etwas vermessen. Dennoch möchte ich die Prognose wagen, dass dieses Werk zu einem Klassiker avanciert, der noch gelesen werden wird, wenn ganze Bibliotheken aktueller sozialwissenschaftlicher Literatur schon verstaubt und vergessen sind, vergleichbar etwa dem ‚Prozess der Zivilisation' von Norbert Elias."

Herbert Strunz in der Zeitschrift "International" Nr. 1/2007: "In den USA gehört die Welt-Sytem-Theorie aber mittlerweile zum Mainstream. Sie bildet heute ein unverzichtbares Fundament für kritische Globalisierungstheorien und viele theoriegeleitete Untersuchungen."

Hans Pohl in der "Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte", 93. Band, Heft 3 (2006): "Mit diesem dritten Band der Reihe ‚Das moderne Weltsystem' liegt das grundlegende Werk des Direktors des Fernand Braudel Centers an der Binghampton University (New York), der Soziologen Immanuel Wallerstein, komplett in deutscher Übersetzung vor. (...) Da wir uns in einer ‚Globalisierungshysterie' befinden, kann man diesen unveränderten Nachdruck des Lebenswerkes des Autors als Beitrag zur Globalisierungsgeschichte zählen, denn diese beginnt ja - je nach Auffassung vom Begriff Weltwirtschaft - bereits in der Antike."

"Radio Darmstadt"
am 9. Januar 2006: "Sein auf vier Bände konzipiertes Monumentalwerk ‚The Modern World System' zeichnet die Geschichte der kapitalistischen Erfolgsstory mitsamt Mord und Totschlag seit dem 15. Jahrhundert nach."

Udo Obal in der "Zeitschrift für Weltgeschichte", Jahrgang 6/ Heft 2 (Herbst 2005): "Wallerstein knüpft im letzten der bislang erschienenen Teile seines Modernen Weltsystems chronologisch wie inhaltlich an die Vorgängerbände an, seine im dritten Band entfaltete Argumentation kann daher nur im Gesamtkontext vollständig verstanden werden: Nach Wallerstein bildete sich im 16. Jahrhundert mit dem ‚modernen Weltsystem' eine vom Zentrum Europa ausgehende, globale Zuordnung heraus, für die eine räumlich-funktionale Arbeitsteilung sowie eine asymmetrische Relation zwischen Zentrum und Peripherie kennzeichnend sind. Das so umrissene System blieb nach Wallerstein bis heute prägend und durchlief lediglich Phasen der Expansion sowie des konjunkturellen Auf- und Abschwunges, während die strukturellen Merkmale und Funktionszusammenhänge vom 16. bis 21. Jahrhundert konstant blieben."

"Redaktion Schattenblick" am 7. Oktober 2005: "'Alle wesentlichen politischen Ereignisse haben langfristige Ursachen (...)', stellt Wallerstein auf Seite 279 zurecht fest. Um so mehr ein Grund, sich mit diesen langfristigen Ursachen auseinanderzusetzen, wozu das vorliegende Buch - zusammen mit den ersten beiden Bänden - den idealen Einstieg bietet."

Die "Zeitschrift für marxistische Erneuerung" im September 2005: "Wallersteins Skepsis gegenüber dem Konzept der Doppelrevolution dürfte ihre Ursache in seinem Wissenschaftsverständnis haben, daß sich - wie für die Annales-Schule nicht untypisch - mehr an Strukturen als an dialektischen Prozessen orientiert."

Holger Nehring in der Zeitschrift "Humanities. Sozial- und Kulturgeschichte" (http://hsozkult-geschichte.hu-berlin.de) am 14.4.2005: "Immanuel Wallersteins monumentale Trilogie zur Entstehung und Entwicklung des ‚Weltsystems' gehört zu den Klassikern der historischen Soziologie. (...) Wallersteins Anliegen erscheint aktueller denn je. Es ist wohl nur der gegenwärtigen Renaissance transnationaler und globaler Geschichte zu verdanken, dass Wallersteins Werk nach so langer Zeit nun in deutscher Übersetzung zu haben ist."

Die Zeitschrift "Umwelt & Bildung" in ihrer Nummer 1/2005: "Es sind große Fragen, die bisweilen Anlass für die Entstehung großer Werke geben. Für den amerikanischen Soziologen Immanuel Wallerstein waren es die Fragen nach dem Ursprung der globalen Teilung in unterentwickelte und reiche Länder, nach den Bedingungen für den Aufstieg von Supermächten sowie nach dem Antrieb hinter Gewinnstreben und Globalisierung. (...) Mit der Übersetzung des dritten Bandes des Modernen Weltsystems liegt das Hauptwerk Wallersteins nun auch vollständig auf Deutsch vor."

Das Fachforum "geschichte. transnational" am 11.3.2005: "Immanuel Wallersteins monumentale Trilogie zur Entstehung und Entwicklung des 'Weltsystems' gehört zu den Klassikern der historischen Soziologie. (...) Wallersteins Anliegen scheint aktueller denn je. Es ist wohl nur der gegenwärtigen Renaissance transnationaler und globaler Geschichte zu verdanken, dass Wallersteins Werk nach so langer Zeit nun in deutscher Übersetzung zu haben ist."

Die "Frankfurter Rundschau" am 9.3.2005: "In Großbritannien hat sich niemals eine 'industrielle Revolution' ereignet, die politischen Umwälzungen des 18. und 19. Jahrhunderts können weder in England noch in Frankreich als 'bürgerliche Revolution' bezeichnet werden. Zu diesen Erkenntnissen gelangt der US-Soziologe Immanuel Wallerstein in seinem Buch Die große Expansion. (...) Die industrielle Revolution soll es nicht gegeben habe, weil es sie nicht nur in England gegeben hat? Was für eine bestechende Logik wird einem hier zugemutet!"

Die Internetplatform "www.perlentaucher.de" im März 2005: "Ziemlich dürftig findet der Rezensent (der Frankfurter Rundschau) Dunn dieses Werk des amerikanischen Soziologen Immanuel Wallerstein, das zwei Punkte der herkömmlichen Geschichtsschreibung gerade rücken möchte: in Großbritannien habe sich keine 'industrielle Revolution' und in Frankreich keine 'bürgerliche Revolution' zugetragen. Dabei wischt Dunn die Argumente Wallersteins als irreführend, verwegen und gar als Zumutung vom Tisch."

Die "Neue Zürcher Zeitung" am 19.1.2005: "Den Soziologen und Historiker Wallerstein zeichnen zwei Eigenarten aus: Er dachte von Anfang an 'global' und rekonstruierte die Entstehung des Kapitalismus vom Weltmarkt, d.h. vom Handelskapital, her. Zweitens entwarf er ein System, das die weltweite Arbeitsteilung von Europa aus beschrieb. Er unterteilte die Welt in die 'starken Kernstaaten', die 'Peripherie' und die 'Semi-Peripherie'. (...) Sein Hauptakteur ist der Weltmarkt, der aber selbst nicht handelt, sondern nur aus der Konkurrenz der Handelnden zustande kommt. (...) Die Arbeiten Wallersteins sind keine einfache Lektüre, denn seine Sicht der Dinge hat er in beständiger Kritik an den geläufigen Auffassungen dargelegt."
SBN 3-85371-223-1, br., großes Format, 464 Seiten, 34,90 Euro; 60,40 sFr.
Edition Weltgeschichte. Aus dem Englischen übersetzt von David Mayer

Mit dem dritten Band des "Modernen Weltsystems" setzt Immanuel Wallerstein sein monumentales Werk über die Geschichte der Neuzeit fort. Es ist eine eindrucksvolle Wirtschafts- und Sozialgeschichte aus globalhistorischer Perspektive, deren Hauptaugenmerk auf die Herausbildung von Zentrums- und Peripherieräumen gerichtet ist. Der erstmals in deutscher Sprache vorliegende Band gilt als Klassiker für Historiker, Anthropologen und Soziologen.

Wallerstein verfolgt jene Phänomene, die heute unter dem Stichwort "Globalisierung" die Debatte beherrschen, lange Jahrhunderte zurück. Das kapitalistische Weltsystem und seine von Arbeitsteilung, Akkumulation und ungleichen Abhängigkeitsverhältnissen geprägte Logik lassen zwei wichtige Ereignisse des 18. Jahrhunderts in einem neuen Licht erscheinen: die Industrielle Revolution und die Französische Revolution. Beide gelten gemeinhin als entscheidend für die Herausbildung der Welt, in der wir heute leben. In einem theoretischen Überblick relativiert Wallerstein jedoch die Bedeutung dieser beiden Revolutionen. Im Kontext langfristigen sozialen Wandels, der bereits viel früher einsetzte, stellen sich Industrielle Revolution und Französische Revolution mehr als Folgen denn als Ursachen sozio-ökonomischer Änderungen dar.

In einem zweiter Themenkreis beschäftigt sich Wallerstein mit einer historisch entscheidenden Auseinandersetzung innerhalb des europäischen Zentrums: Die Rivalität zwischen Frankreich und England wird aus einer engen, auf den militärischen Konflikt fixierten Betrachtungsweise herausgelöst und mit der allgemeinen Dynamik des Weltsystems verknüpft. Verstärktes Augenmerk gilt in der Folge der Inkorporierung neuer Gebiete in die Weltwirtschaft. Im 18. Jahrhundert geraten folgende Gebiete in den Bannkreis des kapitalistischen Weltsystems: Indien, das Osmanische Reich, Westafrika und Russland. Die mit dieser Einbindung verbundene Peripherisierung wirkt bis heute nach. In dieser Hinsicht legt der dritte Band des "Modernen Weltsystems" die Grundlagen für alle späteren Analysen des Phänomens der Unterentwicklung in historischer Perspektive.

Der Autor:
Immanuel Wallerstein, Jahrgang 1930, ist Professor für Soziologie und als Direktor des Fernand Braudel Center an der Binghamton University (New York) sowie an der Maison des Sciences de l'Homme in Paris tätig. Im Promedia Verlag sind bislang die ersten beiden Bände seines "Modernen Weltsystems" - "Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft" und "Das moderne Weltsystem II. Der Merkantilismus" - erschienen. Mit dem Band "Utopistik. Historische Alternativen des 21. Jahrhunderts" hat er sich zu aktuellen geopolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen zu Wort gemeldet.

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