Woods, Alan/Grant,Ted - AUFSTAND DER VERNUNFT
Marxistische Philosophie und moderne Wissenschaft
Die Zeitschrift "Utopie kreativ" im November 2004: "Alan Woods und Ted Grant legen mit ihrem Buch den Versuch einer kritischen Bestandsaufnahme der modernen Naturwissenschaften vor. (...) Den an sich selbst gestellten Anspruch, eine ‚Art moderne Ausgabe der Dialektik der Natur' zu verfassen, erfüllen sie nicht - möglicherweise auch deshalb, weil sie statt Hegel eher Trotzki heranziehen, dessen Erläuterungen zur Dialektik gelegentlich an altrussische Bauernweisheiten erinnern."
Die Zeitschrift "Philtrat" Nr. 53/2003: "Aufstand der Vernunft enthält keine systematische und kritische Aufarbeitung dessen, was als marxistische Philosophie gelten könnte. Als kritische Bestandsaufnahme von Entwicklungen in den modernen Naturwissenschaften liefert die Arbeit aber einen leicht lesbaren Überblick, dessen Stärke in seiner ideologie- und gesellschaftskritischen Funktion mit einem marxistischen Anspruch liegt."
Die "Junge Welt" vom 12.3.2003: "... Der österreichische Promedia Verlag hat ein nicht minder sorgfältig gearbeitetes, wenn auch leider teures Buch daraus gemacht. Dessen wissenschaftlicher Inhalt aber entbehrt dieser Sorgfalt. Je aufmerksamer man es studiert, umso mehr Zweifel treten an der Argumentation beider Autoren auf."
Die Zeitschrift "Politix" Nr. 14/2003: "Die Autoren nehmen nicht nur Bezug auf Wissenschaft und Philosophie, sondern weisen ebenso auf gesellschaftspolitische Zusammenhänge hin, da die Wissenschaft nicht in einem Vakuum schwebt und nicht von Interessen isoliert werden kann. Wissenschaft ist gesellschaftlich verankert und muss daher vor dem Hintergrund gesellschaftlicher, ökonomischer und ideologischer Machtverhältnisse betrachtet werden."
Edition Forschung
Alan Woods und Ted Grant legen mit ihrem Buch "Aufstand der Vernunft" eine kritische Bestandsaufnahme der modernen Naturwissenschaft vor. Mit ihrer Arbeit appellieren die beiden dafür, der enormen Spezialisierung in der Wissenschaft eine verstärkte Interdisziplinarität und Universalität entgegenzusetzen sowie die modernen Naturwissenschaften mit einer materialistischen und dialektischen Philosophie zu verknüpfen.
Die Debatten um die Bedeutung von Genen, die angeblich sogar für Kriminalität verantwortlich zeichnen sollen, oder um den Ursprung des Kosmos, in denen nicht selten Gott eine triumphale Wiedereinsetzung auf einen Thron aus mathematischen Formeln feiert, beweisen nur: Die Wissenschaft agiert in keinem gesellschaftlichen Vakuum, sie muss vor dem Hintergrund gesamtgesellschaftlicher, ökonomischer und politischer Machtverhältnisse betrachtet werden.
Die Analyse der Autoren beschränkt sich jedoch nicht auf die gesellschaftliche Einbettung der Wissenschaft. Ihr zweites Augenmerk gilt deren philosophischen und methodologischen Grundlagen. Sie nehmen dabei Bezug auf jene Ideen, die Friedrich Engels vor über 160 Jahren in seiner "Dialektik der Natur" präzisiert hatte. In der Dialektik - als Logik der Bewegung, des Prozesses, der Interaktion und des Widerspruchs - fand er dabei den Schlüssel für die Erklärung von Kosmos, Natur und Gesellschaft.
Gerade die Ende des 20. Jahrhunderts entstandene Chaos- und Komplexitätstheorie scheint eine Renaissance, ja Untermauerung der Grundbehauptungen der Dialektik zu bedeuten. Mit dem Buch "Aufstand der Vernunft" wird der detaillierte Versuch unternommen, die Ergebnisse dieser neuen Forschungszweige mit der dialektischen Philosophie in Bezug zu setzen.Weitere Themen und Wissenschaftsbereiche, die auf ihren ideologischen Gehalt und auf die Leistungsfähigkeit der dialektischen Methode hin untersucht werden, sind: Kosmologie und Urknalltheorie, Atomphysik und "Kopenhagener Interpretation", Genetik, Mathematik, Geologie sowie die Evolutionstheorie.
Die Autoren:
Alan Woods, geboren 1944 in Swansea/Wales, studierte Russisch an
der Sussex University. Mit 16 Jahren wurde er Mitglied der britischen
Labour Party, wo er sich bald zum Marxisten entwickelte. In den vergangenen
30 Jahren publizierte er als verantwortlicher Redakteur der marxistischen
Homepage www.marxist.com mehrere Bücher, darunter "Bolshevism. The Road
to Revolution".
Ted Grant emigrierte 1934 nach Großbritannien, wo er seither eine
wichtige Rolle in der marxistischen Bewegung spielt. Mit seinen Artikeln
und Büchern prägte der Mitbegründer der trotzkistischen Militant Tendency
nachhaltig die theoretische Entwicklung des Trotzkismus in Großbritannien.
1983 wurde er wegen seiner Positionen aus der Labour Party ausgeschlossen.
Seine ausgewählten Schriften wurden 1989 in dem Buch "The Unbroken Thread"
veröffentlicht. Seit 10 Jahren Mitherausgeber des Magazins "Socialist
Appeal".

