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Zur Mühlen, Hermynia - ALS DER FREMDE KAM

Exilroman

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.: Der "Freitag" am 13.1.1995: "Mit der deutschen Erstausgabe eines hochaktuellen Exilromans ist die vergessene österreichische Autorin Hermynia Zur Mühlen (1883-1951) wiederzuentdecken."

"Wien aktuell" am 1.12.1994: "Ihr großer Roman spielt in einem multikulturellen Kleinstadtmilieu bei Preßburg und schildert das Aufkommen des Faschismus. Das verleiht dem Buch eine beklemmende Aktualität."

Die "Volksstimme" am 9.3.1995: "Dieses im Exil verfasste Buch zeigt Zur Mühlen auf dem Höhepunkt ihres literarischen Könnens."

ISBN 3-900478-87-2, 304 Seiten, Euro 17,90; sFr 32,50
Edition Spuren

1938 verließ die aus altösterreichischem Adel stammende und zur Sozialistin konvertierte Hermynia Zur Mühlen Wien, wo gerade Hitlers Truppen einmarschierten und die Ostmark errichteten, in Richtung Slowakei. Im Roman "Als der Fremde kam", der erstmals 1946 in englischer Sprache erschien, beschreibt die Schriftstellerin ein multikulturelles Kleinstadtmilieu in der Nähe von Bratislava/Preßburg/Poszony am Vorabend des faschistischen Vormarsches. Nationalistische Gesinnung hatte sich längst einer Region im Herzen Europas bemächtigt, als "der Fremde" in Gestalt des deutschen Agenten Von Brachleben in die Stadt kam.

Hermynia Zur Mühlen verbindet auf famose Art Weltgeschichte und die alltäglichen Schicksale der kleinen Leute. Die Beschreibung der Epoche zu Ende der 30er Jahre eröffnet dem zeitgeschichtlich Interessierten die Psyche eines Landstriches kurz vor dem endgültigen politischen Kollaps der Reste mitteleuropäisch-demokratischer Gesellschaften. Heute, mehr als 50 Jahre später, greifen Nationalismus und Klerikalisierung erneut um sich, ergreifen Besitz von der Gedankenwelt jener Menschen, deren Groß- und Urgroßeltern Hermynia Zur Mühlen so trefflich beschrieben hat.

Die Autorin: Hermynia Zur Mühlen entstammt der hochadeligen Familie Crenneville, die seit Generationen im Dienste der Habsburger stand. Sie heiratete 1907 den baltischen Junker zur Mühlen. Im Baltikum lernte sie das grausame russische System der Leibeigenschaft kennen. Eine Sinnkrise in ihrem Leben war die Folge. Hermynia Zur Mühlen wurde lungenkrank, fuhr zur Kur nach Davos und kehrte von dort nicht mehr zu ihrem Mann zurück. Die zwischenzeitliche Ausrufung der Revolution in Rußland ließ sie an eine bessere Zukunft glauben. Erst jetzt begann die mittlerweile 40jährige zu schreiben. In Berlin und Frankfurt/Main wurde die rote Adelige nach dem Ende des Ersten Weltkrieges schnell zu einer der bekanntesten Kolumnistinnen in der linken Presse. Vor dem Faschismus floh Zur Mühlen über die Slowakei nach England, wo sie 1952 in Hertfordshire starb.

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