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Zur Mühlen, Hermynia - UNSERE TÖCHTER, DIE NAZINEN - vergriffen!

Roman

Über dieses Buch schrieben und sendeten u.a.:

Die Zeitung "Leipzigs Neue" am 2.3.2001: "In Österreich wird jetzt Hermynia Zur Mühlen wieder entdeckt. Ihre Romane erschienen im Promedia Verlag Wien. Ansprechende Aufmachung und gute Kommentierung zeichnen die Bände aus."

In der Zeitschrift "Literatur und Kritik" im März 2001: "Umso hellhöriger wird die Leserin, wird der Leser indes dort, wo Wortmaterial und Diskurstreibgut der nationalsozialistischen Propaganda in den Text verwoben sind: Wo ‚Rassenmakel' und ‚Konzentrationslager' als tägliches Wortkleingeld gehandelt werden, mag man erahnen, was 1934 - zur Zeit der Entstehung des Romans - von den Zeitgenossen gewußt hätte werden können. Fraglos klappert da die Dialektik mitunter ein wenig hölzern und bestehen die Figuren weitgehend aus Papier: angesichts des hohen Grades an Konstruiertheit der neueren Dissensprosa etwa von Josef Haslinger oder Elfriede Jelinek mag Hermynia Zur Mühlens Text allerdings einen lesenswerten Diskussionsbeitrag abgeben."

"Der Standard" am 21.3.2001: "Dieses Romanwerk legt allerdings die Vermutung nahe, dass mit Hermynia Zur Mühlen ein Missing Link zwischen den großen Erzählern des 19. Jahrhunderts (insbesondere Marie von Ebner-Eschenbach) und der Moderne (wieder) gefunden sein könnte."

Die "Neue Zürcher Zeitung" am 20./21.1.2001: "Wo die Didaktik vielleicht ein bisschen hölzern klappert, bleibt dieser Text allerdings um nichts weniger lesens- und bedenkenswert."

Die "Volksstimme" am 28.12.2000: "Daß der Promedia-Verlag sich nun, seit geraumer Zeit, um sorgfältig kommentierte Neuauflagen dieser Autorin bemüht, ist wirklich zu begrüßen."

Der "ORF" in seiner Sendung "Ex libris" vom 12.11.2000: "Wer sich heute mit der Machtergreifung der Nazis beschäftigt, wird vermutlich auf präzisere, weniger scherenschnittartige Schwarz-Weiß-Muster wie von Hermynia Zur Mühlen geboten, zurückgreifen. Literaturhistorisch ändert das jedoch nichts an der Bedeutung dieser 'in letzter Sekunde' entstandenen 'Feuerwehrprosa'. Lob dem Herausgeber Jörg Thunecke, speziell für sein sehr informatives Nachwort."
ISBN 3-85371-165-0, 208 Seiten, br., VERGRIFFEN

Politischer Hintergrund des Romans ist die Machtübernahme der Nazis Anfang 1933, Ort der Handlung eine deutsche Kleinstadt am Bodensee in der Nähe von Meersburg. Drei junge Frauen von verschiedener Klassenzugehörigkeit sind die eigentlichen Handlungsträgerinnen. Der Roman schildert Reaktionen auf die Machtübernahme der Nazis. Um ein multidimensionales Bild der damaligen Verhältnisse in Deutschland zu bieten, bediente sich die Autorin dreier Ich-Erzählerinnen, der Mütter der Protagonistinnen (die Arbeiterin Kati Gruber, die Arztfrau Martha Feldhüter und die Adelige Agnes Saldern). Dabei steht Hermynia Zur Mühlen deutlich auf Seiten der Aristokratin bzw. der Arbeiterin, wohingegen die Vertreterin der Mittelschicht als egoistisch und materialistisch abgestempelt wird.

Die Autorin: Hermynia Zur Mühlen, geboren 1883, entstammte der hochadeligen Familie Folliot Crenneville de Poutet, die seit Generationen im Dienste der Habsburger stand. 1907 heiratete sie den baltischen Junker Viktor Zur Mühlen. Im Baltikum lernte sie das grausame russische System der Leibeigenschaft kennen. Die Ausrufung der Revolution in Rußland ließ sie an eine bessere Zukunft glauben: In Berlin wurde die "rote Gräfin" in den 20er Jahren schnell zu einer der bekanntesten Kolumnistinnen in der linken Presse und machte sich auch als Übersetzerin (z.B. von Upton Sinclair) einen Namen. 1951 starb Hermynia Zur Mühlen völlig verarmt und weitgehend vergessen in Hertfordshire/Großbritannien, wohin sie in Etappen vor dem Nationalsozialismus geflohen war.

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