Promedia Verlag
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Promedia Verlag

Ein Stück anderes Österreich

Die ersten Bücher des Promedia Verlages erschienen im Jahre 1983. Mit Erich Fried, Karl Wiesinger und Harald Irnberger waren rasch Autoren gefunden, deren Bücher vom Start weg respektable Auflagenhöhen erreichten. Heute hält Promedia bei über 170 lieferbaren Titeln; neben dem allgemeinen kulturhistorischen und politisch-philosophischen Programm erscheinen Titel in den Editionen "Frauenfahrten", "Brennpunkt Osteuropa", "Spuren", "Forschung" und "Weltgeschichte".

Das ursprüngliche Verlagsprofil, "Bücher gegen den Strich" zu verlegen, ist um kulturkritische, historisch-politische und Reisethemen ergänzt worden. Heute zählt Promedia zu den wenigen österreichischen Verlagen, die sich als gesellschaftlich engagiertes Projekt begreifen und zugleich am Buchmarkt behaupten. Die beiden Verleger, Erich Ertl und Hannes Hofbauer, sind seit sechs Jahren gemeinsam für die inhaltliche Linie des Unternehmens verantwortlich.

Einem besonderen Österreich-Bezug ist die "Edition Spuren" verpflichtet. In ihr wird monographisch oder biographisch, literarisch oder populärwissenschaftlich von einer anderen österreichischen Geschichte berichtet, die in der Mainstream-Historik oft in Vergessenheit zu geraten droht. Lebensgeschichten weiblicher Widerstandskämpferinnen wie Margarete Schütte-Lihotzky oder Ruth Mayenburg gehören ebenso zu dieser kritischen Aufarbeitung der heimischen Geschichte wie die in der "Edition Frauenfahrten" erschienenen "Reportagen aus Amerika" von Maria Leitner.

Ganz anders geartet ist die erste kritische Gesamtschau der nationalsozialistischen Bautätigkeit auf dem Territorium des ehemaligen Dritten Reiches: Helmut Weihsmanns "Bauen unterm Hakenkreuz", ein 1168 Seiten umfassender Architekturführer. In typologischer und geografischer Hinsicht werden sämtliche Bauvorhaben unter der NS-Zeit aufgearbeitet.

Bücher wie dieses stehen für einen kulturhistorischen Blick auf unsere Welt. Im Promedia Verlag nimmt Kulturgeschichte einen zunehmend breiten Raum ein. Der in seinen Anfängen linke Verlag - wenn auch nie explizit als solcher bezeichnet - differenziert sein Profil vor allem mit seiner kulturgeschichtlichen Schiene. Autoren wie Rolf Schwendter, Maya Deren, Rosina-Fawzia Al-Rawi, Johan Galtung, Edgar Morin, Alain Lipietz, Immanuel Wallerstein, Hannes Hofbauer oder Christoph Spehr stehen für einen kritischen Diskurs ohne ideologische Scheuklappen. Mit der "Edition Brennpunkt Osteuropa" ist es dem Verlag gelungen, Regionsgeschichte und -politik am Rande des EU-Integrationsraumes populär zu plazieren. Albanien, die Bukowina, Siebenbürgen und Schlesien stehen im Mittelpunkt von historiographischen Bänden, die unter Einbeziehung von sozialen, nationalen und religiösen Fragen das Leben im östlichen Europa erklären helfen.

Ein kritischer Diskurs ist in Zeiten wie diesen notwendiger denn je. Der Promedia Verlag will seinen Teil dazu beitragen, ihn zu führen.

 

Der Promedia Verlag wird im Rahmen der Kunstförderung des Bundeskanzleramtes unterstützt.